Darum gehts
- Monterey Car Week zeigt zahlreiche Premieren im Luxussegment
- Lamborghini enthüllt 1065-PS-Revuelto SV, Aston Martin Valen mit 850 PS vorgestellt
- Bugatti Destrier mit 1600 PS erreicht über 400 km/h
Zwischen den Luxusvillen der Gated Communities und einigen der spektakulärsten Golfresorts des Planeten hat sich die Monterey Car Week in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten und exklusivsten Termine der Autobranche entwickelt. Eines der Highlights unter den unzähligen Events auf der kalifornischen Monterey-Halbinsel: The Quail – eine Hypercar-Party der Superlative.
So locker das Geld bei der bestens betuchten Besucherschaft sitzt – allein der Eintritt zum zweitägigen Event kostet fast 2000 Dollar –, so spektakulär sind die Neuheiten der Luxusmarken, die auf dem perfekt getrimmten Rasen des Quail Country Clubs ins Scheinwerferlicht gerückt werden.
Rekorde bei Lambo und Aston
Lamborghini lässt es an der Monterey Car Week wie die Jahre zuvor mit einer Weltpremiere ordentlich krachen. Der Sportwagenbauer zieht das Tuch vom neuesten SV-Modell und macht den Revuelto zum «Super Veloce». Geschwindigkeit ist beim auch optisch nachgeschärften Superboliden Programm: Angetrieben von einem 6,5-Liter-V12, der von drei E-Motoren Schützenhilfe erhält, rennt der 1065 PS und bis zu 1425 Nm leistende Revuelto SV in 2,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 345 km/h Spitze!
Doch der stärkste und schnellste Lambo aller Zeiten verkommt bei «The Quail» fast zum Nebendarsteller: Nicht nur ist er mit einem Preis ab rund 600'000 Franken vergleichsweise günstig, sondern geht hier mit einer auf 1963 Exemplare limitierten Serie schon fast als Massenmodell durch.
Nur ein paar Meter weiter überrascht Aston Martin mit der Weltpremiere des Valen. Der Technik-Bruder des Vanquish wird mit dem 850 PS und 1000 Nm leistenden 5,2-Liter-V12 zum stärksten Frontmotor-Sportwagen der 113-jährigen Firmengeschichte. Mit 345 km/h ist der prächtig proportionierte Traumwagen genauso schnell wie der Revuelto SV – purer Wahnsinn auf der linken Autobahnspur, denn kaum eine Rennstrecke ermöglicht solche Tempi. Der Preis des auf 150 Stück streng limitierten Valen ist ebenfalls Wahnsinn: 1,7 Millionen Franken.
Deutscher Blickfang namens Bodo
Bitter für die Briten: Auf der gegenüberliegenden Seite des Golfplatzes stiehlt ihnen der deutsche Tuner Brabus mit dem spektakulären Coupé Bodo und dem zum kalifornischen Wetter passenden Cabrio die Show. Denn der ebenfalls auf der V12-Plattform des Vanquish aufbauende Bodo leistet nicht nur 150 PS mehr als sein britischer Kontrahent und erreicht theoretisch sogar einen Topspeed von 360 km/h, sondern ist mit einem Preis von rund 1,2 Millionen Franken auch ein deutliches Stück günstiger.
Der schillernde Blickfang steht aber auch den beiden deutschen Autogiganten Audi und BMW in der Sonne. Audi war seit vielen Jahren nicht mehr auf der Monterey Car Week zu Gast und reiste dieses Jahr mit dem Nuvolari, dem streng limitierten, inoffiziellen Nachfolger des R8, im Gepäck an. Der technisch eng mit dem Lamborghini Temerario verwandte Powerhybride mit 1001 PS leistendem V8-Mittelmotor kommt bereits Ende des Jahres für rund 590'000 Franken und auf 499 Stück limitiert auf den Markt. BMW wiederum ist mit der neuen luxuriösen Submarke BMW Alpina in Kalifornien am Start. Seine Weltpremiere feierte das edle Concept Coupé in diesem Frühjahr bereits beim Concorso d'Eleganza am Comersee (I).
Europa bringt die Highlights
Zwar finden sich auch einige US-Hersteller auf dem kurz geschorenen Rasen wieder. So begeistert Lokalmatador Hennessey mit dem aus der Luftfahrt inspirierten Blackbird die Fans, der mit seinen 800-Benzin-PS für 2,5 Millionen Franken nur 71 Mal gebaut werden soll. Und Tesla-Konkurrent Lucid stellt in Pebble Beach mit dem Gravity GT-S die stärkste Version seines Grossraum-SUVs vor. Auf drei Sitzreihen können sich bis zu sieben Personen mit 1070 PS in die klimatisierten Lederstühle pressen lassen: Aus dem Stand gehts in kaum mehr als drei Sekunden auf Tempo 100.
Doch die spektakulärsten Highlights des Events kommen wiederum aus Europa – und sind allesamt exklusive Einzelstücke. So hat Porsche mit dem Flachbau RS eine Neuauflage des 935 im Gepäck, den Fans wegen seiner grossen Heckflosse nur Moby Dick nennen. Ein Kunde wollte für seinen 911 GT2 RS mehr Performance und eine Flachbau-Optik, kombiniert mit einem Heckflügel vom 911 GT3 R Rennsport. Das setzte Porsches «Sonderwunsch»-Abteilung um – dem Vernehmen nach für einen hohen siebenstelligen Betrag.
Starallüren von Bugatti
Ferrari, in Kalifornien traditionell gross vertreten, enthüllte den für einen US-Kunden entworfenen CZ26 vor kleinem Publikum abseits in der Casa Ferrari. Das Einzelstück auf Basis des SF90 Stradale, das im Rahmen des Progetti-Speciali-Programms realisiert wurde, glänzt mit retro-futuristischer Karosserie, die an ein Showcar aus den 1970er-Jahren erinnert. McLaren wirft mit dem 6GT den Blick ebenfalls zurück nach vorn: Die zeitgemässe Interpretation des M6GT – dem ursprünglichen, aber niemals vollendeten Traum vom eigenen Supersportwagen des Gründers Bruce McLaren – verbindet eine leichte Karbonfaser-Konstruktion mit V8-Verbrennungsmotor und einem Handschaltgetriebe, das seine Kraft an die Hinterräder überträgt.
Last but not least wäre da als absoluter Star unter den Hypercars der Bugatti Destrier – das dritte Modell der französischen Traumschmiede, das dem auf Einzelstücke spezialisierten «Solitaire»-Programm entspringt. Aufbauend auf dem Hypercar Bolide, aber deutlich eleganter gezeichnet, kommt im Heck noch einmal Bugattis traditionsreicher W16-Motor zum Einsatz, der mit seinen 1600 PS den Destrier über die 400-km/h-Marke schiebt. Rekordverdächtig hoch dürfte auch der Preis sein, der zwar nicht kommuniziert wird, aber voraussichtlich im achtstelligen Bereich liegen dürfte. Das ist selbst an der luxusverwöhnten Monterey Car Week eine Ansage.
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