Darum gehts
- Lamborghini enthüllt Revuelto SV an Monterey Car Week in Kalifornien
- Systemleistung von 1065 PS, 2,4 Sekunden auf 100 km/h
- 80 Prozent mehr Abtrieb, Gewicht bleibt bei 1772 kg trotz technischer Upgrades
Für Lamborghini ist der Zwölfzylinder mehr als ein Motor – er ist das Herz der Marke. Seit dem 350 GT prägt der V12 die Flundern aus Sant'Agata Bolognese (I). Im Miura wanderte er hinter die Sitze, im Countach, Diablo, Murciélago und Aventador wurde sein Brüllen zum Markenzeichen. Ohne den Zwölfender wäre Lambo für Fans nur ein weiterer Sportwagenbauer. Das weiss auch Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann (61). Deshalb rettete der Revuelto dieses Erbe 2023 in die Hybridära: Ein frei saugender V12 arbeitet seitdem mit drei Elektromotoren zusammen.
Soeben hat Lamborghini an der Monterey Car Week in Kalifornien die bislang schärfste Ausbaustufe vorgestellt. Natürlich mit dem Kürzel SV versehen – wie es die Tradition gebietet. SV steht für Super Veloce, zu Deutsch: superschnell. Der 6,5-Liter-Saugmotor selbst bleibt bei 825 PS (607 kW), dreht bis 9500 Touren und liefert 725 Newtonmeter. Mehr Schub kommt aus dem elektrischen Anteil des Antriebs: Die Systemleistung legt um 50 PS auf 1065 PS (783 kW) zu. Das Drehmoment steigt auf fast schon brutale 1425 Newtonmeter. Die Zusatz-Power kommt aus der Batterie, deren Kapazität von 3,8 auf 7,3 Kilowattstunden zunimmt.
Auf Rennstrecke ausgelegt
Die neue Batterie drückt maximal 190 kW ab. Die Reichweite ist egal – wichtig ist die Dauerpower auf der Piste. Der Revuelto SV schiesst in 2,4 Sekunden auf Tempo 100 – ein Zehntel schneller als bisher. Erst bei über 345 km/h ist Schluss. Ein Monster! Doch der wahre Unterschied zum normalen Modell zeigt sich in den Kurven.
Ein wirklich schneller Supersportler braucht nicht nur Kraft, sondern auch eine ausgefeilte Aerodynamik, um diese auf den Boden zu bringen. Der SV verfügt über einen feststehenden Heckflügel, einen neu geformten Frontsplitter, einen überarbeiteten Unterboden und zusätzliche Kühlluftführungen. Insgesamt verspricht Lamborghini 80 Prozent mehr Abtrieb als beim Revuelto und zugleich eine um 60 Prozent verbesserte Abtriebseffizienz. Die aerodynamische Balance wandert nach vorn und die Bremsenkühlung verbessert sich um zwölf Prozent. Das macht den SV in Kurven deutlich bissiger.
Genauso deutlich fällt der Unterschied beim Fahrwerk aus. Während der normale Revuelto über elektronisch geregelte Magneride-Dämpfer verfügt, erhält der SV passiv arbeitende, mechanisch vierfach verstellbare Dämpfer nach GT3-Vorbild. Das ist puristischer, verlangt für die optimale Abstimmung auf ebener, welliger oder nasser Strecke aber Handarbeit statt Tastendruck. Die Mühe lohnt sich. Lamborghini verspricht 17 Prozent mehr Agilität und zehn Prozent mehr Seitenführung. Strassenzugelassene Rennreifen von Bridgestone, leichtere Räder mit Zentralverschluss und eine fünfstufige Traktionskontrolle sollen diese Fortschritte nutzbar machen.
Schnelle Regelung dank Hightech-Sensor
Grössere Carbon-Keramikbremsen garantieren eine standfeste Bremsleistung. Aus 200 km/h soll der SV nach 110 Metern stehen. Gegenüber dem Revuelto verspricht Lamborghini elf Prozent mehr maximale Verzögerung, 23 Prozent höhere Wärmeabfuhr und zwölf Prozent niedrigere Scheibentemperaturen. Der Revuelto SV ist vollgepackt mit Renntechnik: Ein 6D-Sensor nahe dem Schwerpunkt erfasst Längs-, Quer- und Vertikalbewegungen sowie Nick-, Wank- und Gierraten. Daraus berechnet die Regelelektronik unter anderem Geschwindigkeit, Schwimmwinkel und Reibwert, um Bremse, Stabilitätskontrolle und Torque Vectoring früher und genauer abzustimmen. Bemerkenswert: Trotz Carbon-Türtafeln, Rennsitzen und leichterer Räder bleibt das angegebene Trockengewicht mit 1772 Kilogramm exakt auf dem Niveau des normalen Revuelto. Die Leichtbauteile kompensieren damit das Mehrgewicht von Batterie, Aerodynamik und Bremsanlage. Das Leistungsgewicht verbessert sich vor allem durch die zusätzlichen 50 PS von 1,75 auf 1,66 Kilogramm pro PS.
Im Vergleich zu seinen V8-Plug-in-Hybrid-Konkurrenten wie dem Ferrari 849 Testarossa ist der SV zwar etwas langsamer im Sprint – vor allem wegen des Gewichts. Doch sein Reiz liegt woanders: Kein Rivale kombiniert einen hochdrehenden V12-Sauger so konsequent mit Elektro-Allrad und Racetrack-Fahrwerk. Der auf 1963 Exemplare limitierte SV ist weniger ein stärkerer Revuelto als der Versuch, aus dem schweren Hybrid-Supersportwagen einen möglichst kompromisslosen Rennwagen zu machen.
Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.
Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.