Geely startet noch dieses Jahr
Nächster China-Gigant stürmt auf den Schweizer Markt

Der chinesische Mega-Konzern Geely bringt noch dieses Jahr drei Modelle in die Schweiz – unter anderem den elektrischen Weltbestseller E2. Bis Ende 2027 soll die Palette auf 10 Fahrzeuge wachsen. Ein echter Gegner für Europas Autobauer?
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Chinas zweitgrösster Autobauer Geely startet noch dieses Jahr auf dem Schweizer Markt, unter anderem mit dem Elektrokleinwagen E2.
Foto: www.weigl.biz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chinesische Automarken, darunter BYD und Geely, erobern den Schweizer Automarkt
  • Geely will bis Ende 2027 10 Elektroauto-Modelle in der Schweiz anbieten
  • Noch 2026 kommt u.a. der Elektro-Bestseller E2 in die Schweiz, der bereits ab 19'990 Franken startet
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Die Marke BYD ist mittlerweile selbst vielen Nicht-Autokennern ein Begriff. Mit einem Grossangriff hat sich Chinas Nummer 1 in den letzten Jahren in vielen europäischen Märkten festgesetzt – auch in der Schweiz. 2026 hat BYD bis Ende August 3853 Autos neu zugelassen – das Zehnfache im Vergleich zum Vorjahr! Auch andere chinesische Hersteller wie MG (2973 Neuzulassungen) oder Leapmotor (1276) laufen den bekannten europäischen Herstellern zunehmend den Rang ab. Und gefühlt im Wochentakt drängen neue Player aus Fernost nach Europa. So hat Anfang September der Hersteller Chery verkündet, Anfang 2027 die Premium-SUV-Marke Lepas in die Schweiz und nach Europa zu bringen.

Noch in diesem Jahr startet Geely bei uns – nach BYD der zweitgrösste Autobauer Chinas. Wobei die in Europa noch weitgehend unbekannte Marke alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist: Geely hat sich in den letzten Jahren zahlreiche Traditionshersteller einverleibt, darunter Volvo und dessen Sportabteilung Polestar, Ex-Mercedes-Tochter Smart oder den englischen Sportwagenbauer Lotus. Dazu kommen Eigenmarken wie Lynk & Co oder Zeekr – letztere feiert mit 856 Schweizer Neuzulassungen 2026 ebenfalls schon erste beachtliche Erfolge. 

Schnelles Wachstum

Die Kernmarke Geely soll nun die Lücke im unteren Preissegment schliessen und bringt noch dieses Jahr drei Modelle in die Schweiz. Darunter den Elektrokleinwagen E2 – in China unter dem Namen Xingyuan aktuell das meistverkaufte Auto überhaupt. Der Ministromer steht im Zentrum von Geelys europäischen Expansionsplänen, die einen Ausbau des Portfolios auf zehn Modelle bis Ende 2027 vorsehen.

Allein in der Schweiz möchte Geely nächstes Jahr 3000 Autos verkaufen, erklärt der extra an den Schweizer Launchevent nach Safenwil AG angereiste Europa-CEO Aiden He. Um die ambitionierten Pläne zu erreichen, setzt Geely in der Schweiz auf die Emil-Frey-Gruppe, die sich um den Import und Vertrieb der Modelle kümmert – zum Start umfasst das Schweizer Händlernetz 12 Standorte. Das Ziel: mit Kampfpreisen mittelfristig zum Hauptkonkurrenten BYD aufschliessen.

Viel E-Auto fürs Geld

Auf gehts zur kurzen Probefahrt im China-Bestseller E2, der mit einer Länge von 4,14 Meter im Segment des gerade gestarteten ID. Polo antritt. Doch während VWs Elektro-Flitzer erst bei 24'900 Franken (mit aktueller Aktion ab 21'900 Franken) beginnt, endet bei Geely bereits die Auswahl im Modellprospekt – die vollausgestattete Version Ultra mit 45-kWh-Akku kostet gerade mal 24'990 Franken. Dort sind neben den beiden obligaten 8,8- und 14-Zoll-Displays für Instrumente und Infotainment auch Wohlfühl-Features wie elektrisch verstell- und beheizbare Kunstledersitze, Lenkradheizung, Ambientebeleuchtung oder 360-Grad-Kamera mit an Bord. 

DCX STORY: doc87n2g5cjq5zgzkosspc [Plug-in-SUV Geely Starray EM-i im Kurztest]

Wer es noch günstiger haben will, kann den E2 auch als Einstiegsversion Pro mit 82 PS (60 kW) und 35-kWh-Akku (250 km Reichweite) ab 19'990 Franken ordern – acht Jahre Garantie bis 200'000 Kilometer sind auch hier inbegriffen. 

Stadt ist sein Revier

Auf der Strasse hinterlässt der E2 einen soliden ersten Eindruck: Der 115 PS (85 kW) starke E-Motor an der Hinterachse macht den rund 1,4 Tonnen schweren Klein- nicht zum Sportwagen (0–100 km/h in 11,5 s, Spitze 130 km/h), doch um gemächlich im Stadtverkehr mitzuschwimmen, reicht die Kraft allemal. Auf Langstrecken dürften sich ohnehin nur die wenigsten trauen: Um die bis zu 345 Kilometer Reichweite bietende Batterie von 10 bis 80 Prozent zu füllen, vergehen am DC-Schnelllader mit müden 80 kW deutlich mehr als 30 Minuten. 

Dafür glänzt der komfortabel abgestimmte E2 mit einem beeindruckenden Platzangebot: Im Vergleich zum 7 Zentimeter kürzeren ID. Polo geniessen grosse Passagiere selbst auf der Rückbank enorm viel Beinfreiheit. Der Kofferraum mit doppeltem Ladeboden bietet ordentliche 375 bis 1320 Liter Stauvolumen und wird durch den praktischen 70-Liter-Frunk unter der Haube ergänzt. 

Günstig, aber nicht alternativlos

Können VW und Co. mit dem Marktstart Geelys also gleich einpacken? Natürlich nicht. Denn so gut das Gesamtpaket des kleinen E2 auch ist, wirkt der ID. Polo im direkten Vergleich deutlich erwachsener und souveräner. Besonders auf der Strasse hängt VW den Chinesen ab – sei es bei den Fahreigenschaften, der Reichweite oder an der Ladesäule. Wer allerdings mehr will als die äusserst spartanische Basisversion, legt beim Wolfsburger Ministromer ganz schnell mehr als 30'000 Franken auf den Tisch.

Doch auch Kunden, die nicht so viel Geld für einen Elektrokleinwagen ausgeben möchten, werden auf dem Markt inzwischen fündig: Neben den Chinamarken BYD und MG mit Dolphin Surf und MG4 Urban bietet etwa auch Citroën mit dem ë-C3 eine günstige Alternative zum E2 an (auch interessant: Die neue Liga der Günstigstromer). Ein Selbstläufer wird der Sturm auf Europa für Geely also nicht.

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