Diese Robo-Fahrzeuge gibts in der Schweiz schon
Die autonome Revolution hat begonnen

Vom autonomen Lieferdienst in Bern bis zum ÖV-ergänzenden Robotaxi in ländlichen Gebieten von Zürich und der Ostschweiz: Die Schweiz gilt als Vorreiterin auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens mit bereits einigen erfolgreichen Pilotprojekten. Eine Übersicht.
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Anfang Mai fand in Dübendorf der erste Automated Mobility Summit (AMS) der Schweiz rund ums Thema autonomes Fahren statt.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Erster Automated Mobility Summit fand Anfang Mai in Dübendorf statt
  • Schweiz ermöglicht seit März 2025 autonome Fahrzeuge der Stufe 4
  • Über 300 Teilnehmende aus Europa, Asien und den USA anwesend
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Anfang Mai fand im Switzerland Innovation Park Zurich in Dübendorf ZH der erste Automated Mobility Summit (AMS) der Schweiz statt. Unter den mehr als 300 Teilnehmenden (womit der AMS zu den grössten Anlässen dieser Art in Europa zählt) waren auch zahlreiche Schweizer CEOs wie Postauto-Chef Stefan Regli (52), internationale Politikerinnen wie Emmanuelle Vandamme (51), Präsidentin des belgischen Bundesausschusses für Mobilität & Transport, Ingenieure, Investoren und Entscheidungsträgerinnen aus Europa, Asien und den USA. Ihr gemeinsames Ziel: Den Stand der autonomen Mobilität beurteilen und konkrete Schritte definieren, die nötig sind, um Pilotprojekte in den kommenden Jahren in den Schweizer Alltag zu integrieren.

Schon heute gilt die Schweiz als Mekka der Tech-Szene: Allein im Grossraum Zürich seien laut Markus Müller von der Standortförderung des Kantons Zürich mehr als 100 KI-Firmen angesiedelt, was die Region so attraktiv für Firmen mache, die etwa auf fahrerlose Fahrdienste setzten. Bereits seit 2015 würden erste Pilotprojekte in der Schweiz umgesetzt, ergänzt Jürg Röthlisberger (61), Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra). Dieses Jahr würden zahlreiche dazukommen. Möglich machten das auch die Rahmenbedingungen für autonome, fahrerlose Fahrzeuge auf Level 4, die seit März 2025 in der Schweiz gesetzlich verankert sind. «Für einmal war hier der Gesetzgeber tatsächlich schneller als die Hersteller der neuen Technologien.» 

Schon in naher Zukunft könnten fahrerlose Fahrzeuge im regulären Betrieb eingesetzt werden. Die folgenden sieben Projekte zeigen die Bandbreite, wie automatisierte Fahrzeuge bald unser Strassenbild mitbestimmen könnten. 

1

Loxo/Planzer, Bern

Bereits seit September 2024 liefert das Transportunternehmen Planzer in der Berner Innenstadt Paketboxen mit einem VW ID. Buzz an sogenannte Micro-Hubs. Das «Mathilde» genannte Fahrzeug mit Kameras, Sensoren und Software des Tech-Start-ups Loxo fährt die 67 Kilometer lange Route autonom (Level 4) ab, wird an definierten Umschlagflächen entladen und die Pakete danach mit leichten Elektrofahrzeugen von Kyburz feinverteilt. Der bis zu 60 km/h schnelle Robo-Transporter wird von einer Sicherheitsperson auf dem Beifahrersitz begleitet.

2

Embotech, Zürich

2013 als Spin-off der ETH Zürich gegründet, gilt Embotech heute als eines der führenden Unternehmen Europas für autonom fahrende Level-4-Fahrzeuge für die Industrie. Die entwickelte automatische Fahrzeugführung (AVM) wird etwa von Partnern wie BMW in Fabriken eingesetzt, um die produzierten Autos autonom durch die Werkshallen zu bewegen. Wichtigstes Projekt sind die mit einem Onboard-System ausgerüsteten Transportfahrzeuge für Container, die im grössten Hafen Europas in Rotterdam (NL) zum Einsatz kommen. 

3

TGA SCCL, Arbon TG

Hinter dem kryptischen Namen steckt die Technische Gesellschaft Arbon mit ihrem Self-Controlled City Liner. Der grösstenteils autonom fahrende Bus Artour bietet Platz für 20 Passagiere und fährt seit Oktober 2025 täglich im Halbstundentakt eine festgelegte Route durch die technisch anspruchsvolle Altstadt und entlang der Seepromenade ab. Noch ist stets ein Sicherheitsfahrer an Bord, ab Mitte 2027 soll der Stadtbus aber komplett führerlos unterwegs sein. 

Die 6 Level der Automation

Experten sprechen nicht vom autonomen, sondern vom automatisierten Fahren. Denn erst die höchste Stufe (Level 5) der Automatisierung ist im Wortsinne autonom. Heutige Systeme können maximal Level 3. Tesla nennt sein teilautomatisiertes System «Autopilot», sonst ist meist die Rede vom automatisierten, assistierten oder pilotierten Fahren (z.B. «Drive Pilot», «Autobahnpilot»). Fachleute definieren in der Regel folgende Stufen:

Level 0
Nicht automatisiert: Nur der Fahrer fährt. Die Systeme warnen ihn (z.B. Warnton beim Verlassen der Spur), greifen aber nie selbst ein.

Level 1
Assistiert: Der Fahrer fährt zwar, aber Einzelsysteme (z.B. Radartempomat, Spurhalte-Lenkhilfe) unterstützen ihn dabei.

Level 2
Teilautomatisiert: Das Auto fährt in bestimmten Situationen (z.B. Autobahn bei gutem Wetter) selbst. Seit 2013. Fahrer muss System überwachen, um jederzeit übernehmen zu können.

Level 3
Bedingt automatisiert: Das Auto fährt in bestimmten Situationen (z.B. Autobahn bis zu gewissem Tempo) selbst. Der Fahrer muss das System nicht überwachen, aber nach Vorwarnung eingreifen können.

Level 4
Hoch automatisiert: Das Auto fährt komplette Teilstrecken (z.B. Autobahn) vollständig situationsunabhängig selbst, andere (z.B. Stadt) der Fahrer.

Level 5
Voll automatisiert: Das Auto kann autonom ganz ohne Fahrer und auch ohne Mensch an Bord selbst fahren.

Experten sprechen nicht vom autonomen, sondern vom automatisierten Fahren. Denn erst die höchste Stufe (Level 5) der Automatisierung ist im Wortsinne autonom. Heutige Systeme können maximal Level 3. Tesla nennt sein teilautomatisiertes System «Autopilot», sonst ist meist die Rede vom automatisierten, assistierten oder pilotierten Fahren (z.B. «Drive Pilot», «Autobahnpilot»). Fachleute definieren in der Regel folgende Stufen:

Level 0
Nicht automatisiert: Nur der Fahrer fährt. Die Systeme warnen ihn (z.B. Warnton beim Verlassen der Spur), greifen aber nie selbst ein.

Level 1
Assistiert: Der Fahrer fährt zwar, aber Einzelsysteme (z.B. Radartempomat, Spurhalte-Lenkhilfe) unterstützen ihn dabei.

Level 2
Teilautomatisiert: Das Auto fährt in bestimmten Situationen (z.B. Autobahn bei gutem Wetter) selbst. Seit 2013. Fahrer muss System überwachen, um jederzeit übernehmen zu können.

Level 3
Bedingt automatisiert: Das Auto fährt in bestimmten Situationen (z.B. Autobahn bis zu gewissem Tempo) selbst. Der Fahrer muss das System nicht überwachen, aber nach Vorwarnung eingreifen können.

Level 4
Hoch automatisiert: Das Auto fährt komplette Teilstrecken (z.B. Autobahn) vollständig situationsunabhängig selbst, andere (z.B. Stadt) der Fahrer.

Level 5
Voll automatisiert: Das Auto kann autonom ganz ohne Fahrer und auch ohne Mensch an Bord selbst fahren.

4

Swiss Transit Lab, Region Furttal

Im Pilotprojekt «iamo – intelligente automatisierte Mobilität» hat sich das Kompetenznetzwerk Swiss Transit Lab mit den Kantonen Zürich und Aargau sowie den SBB zusammengeschlossen, um herauszufinden, wie selbstfahrende Robotaxis künftig den ÖV in ländlichen Gebieten sinnvoll ergänzen könnten. Schon in den nächsten Monaten sollen Kunden via App eines der sechs Robotaxis (Nissan Ariya mit Technologie von We Ride) im Testgebiet zwischen Regensdorf ZH und Killwangen AG auf Abruf bestellen können – vorerst noch mit Sicherheitsfahrer an Bord.

5

Ultimo, Genf

Mit 15 auf Abruf verfügbaren Shuttle-Bussen, die wie die Robotaxis im Furttal auf die Technologie des chinesischen Unternehmens We Ride setzen, will Ultimo die Erreichbarkeit in den städtischen Randgebieten von Genf erweitern. Die bis zu 69 km/h schnellen Shuttles decken eine Strecke von total 1784 Kilometer ab und sollen nahtlos ins öffentliche Verkehrssystem integriert werden. Ab Ende 2026 sollen die vom Bund und der EU subventionierten Ultimo-Busse ohne Sicherheitsfahrer an Bord sogar grenzüberschreitend auch in Frankreich eingesetzt werden.

6

Postauto AmiGo, Ostschweiz

Foto: PostAuto AG

Der technologische Wandel macht auch vor Schweizer Traditionsunternehmen wie Postauto nicht halt. Dass bis 2035 alle der heute rund 2400 eingesetzten Busse rein elektrisch unterwegs sein sollen, ist schon länger bekannt. Ab 2027 möchte Postauto das ÖV-Angebot in der Ostschweiz mit bis zu 25 automatisierten Robotaxis der Marke Apollo Go des chinesischen Techgiganten Baidu ergänzen. Die auf Abruf verfügbaren Ami-Go-Fahrzeuge sollen in Gebieten mit dünnem ÖV-Angebot in den Kantonen St. Gallen, Appenzell und dem Thurgau zum Einsatz kommen. 

7

Zurich Airport, Kloten ZH

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Der Flughafen Zürich setzt wie das Start-up Ultimo in Genf auf Robo-Shuttles von We Ride. Aktuell kommen aber nur zwei Fahrzeuge zum Einsatz, die je bis zu acht Mitarbeitende des Flughafens auf einer 6,5 Kilometer langen Strecke zwischen den Gates und über die Rollfelder transportieren – ab Herbst sogar ohne Sicherheitsperson an Bord. Ob und wann das Angebot auch für Passagiere verfügbar ist, steht noch nicht fest. 

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