Darum gehts
- Die Niederlande lassen Teslas Fahrassistenten «Full Self-Driving» (FSD) erstmals zu
- Fahrer bleibt verantwortlich, doch FSD übernimmt mehrere Fahraufgaben gleichzeitig
- Hunderttausende Tesla-Fahrzeuge könnten die neuen Funktionen nach europaweiter Freigabe erhalten
Für Tesla-Chef Elon Musk (54) ist das autonome Fahren neben humanoiden Robotern die Zukunft. Nun lassen die Niederlande den Fahrassistenten «Full Self Driving» (FSD) zu. Es ist die erste Zulassung für das Tesla-System in der EU.
Die niederländischen Behörden sprechen von «FSD supervised» («FSD beaufsichtigt»). Das bedeutet, dass der Fahrer jederzeit bereit sein muss, das Steuer wieder zu übernehmen. Dennoch ist es ein grosser Schritt für den E-Auto-Pionier, der kürzlich auf ein Abosystem für den «Autopiloten» umgestellt hat. Die Funktion wird als Software-Update freigeschaltet.
Niederländer beantragen EU-weite Freigabe
«Das fahrergesteuerte Assistenzsystem von Tesla unterstützt den Fahrer stärker als andere Systeme, da es bei Aktivierung mehrere Fahraufgaben übernimmt», schreibt die Strassenverkehrsbehörde RDW zur Zulassung. Die Niederländer beantragen eine EU-weite Freigabe.
Dazu muss man wissen: Auch Assistenten von anderen Herstellern haben in Europa schon Zulassungen bekommen. Der BMW iX3 darf EU-weit bis 130 km/h «Hands-off» gefahren werden, wie die deutsche «Automobilwoche» berichtet. Sehr weit fortgeschrittene Fahrassistenten gibt es zudem in China – beispielsweise von Huawei. Diese sind allerdings bisher in keinem EU-Land zugelassen.
Gut für den Occasionswert
Entsprechend erfreut ist man beim Schweizer Leasing-Partner Gowago. «Wenn FSD in Europa breit verfügbar wird, erhalten Hunderttausende bestehende Fahrzeuge über Nacht eine komplett neue Fähigkeit», sagt Simon Smit (47), Chief Experience Officer von Gowago zu Blick.
«Teslas werden im Wiederverkauf robuster dastehen als andere E-Autos», erklärt Smit. «Ein Fahrzeug, das durch ein Update massiv an Funktionalität gewinnen kann, verliert nicht gleich an Wert wie eines, das beim Kauf bereits alles kann, was es je können wird.»
Anerkennung in der Schweiz möglich
Wann FSD in der Schweiz erhältlich sein wird, ist noch offen. «Eine eigenständige Anerkennung durch das Astra wäre möglich», sagt Smit. «Nach unserer Einschätzung wartet Tesla aber zuerst den EU-Entscheid ab und geht dann die Schweiz separat an.»
In Brüssel werden bald die Mitgliedsstaaten über den Antrag aus den Niederlanden abstimmen, FSD europaweit zu erlauben. Wenn keine Mehrheit zustande kommt, können die Länder einzeln entscheiden.