Darum gehts
- An der 39. Auto Zürich zeigen Hersteller aus Europa, China und den USA diverse Neuheiten auf der Media Stage
- Elektromodelle dominieren die Messe, doch Hersteller wie Alfa Romeo und Maserati stellen weiterhin Verbrenner ins Rampenlicht
- Broad Arrow versteigert in Zürich über 80 Oldtimer und Supersportwagen, darunter einen geschichtsträchtigen Bugatti Veyron
Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. In Zürich rollen sie nacheinander auf die Bühne! Auf der vor drei Jahren neu geschaffenen Media Stage bittet Moderator Rainer-Maria Salzgeber am Mittwoch, einen Tag vor offiziellem Messebeginn, zum Tanz der internationalen Autobranche.
So sinnlich der Reigen an Neuheiten aus aller Welt vom japanischen Autobauer Mazda mit einem Film zur Designsprache des neuen Elektro-SUVs CX-6e eröffnet wird, so schrill gehts danach mit der laut eigenen Angaben «meistunterschätzten Marke der Schweiz» weiter. In Marktschreier-Manier preist Nico Martinez, Schweizer CEO des unabhängigen chinesischen Herstellers JAC, den Budgetstromer E30X (ab 16'900 Fr.) und weitere Modelle der inzwischen breiten Palette an. Mit auf der Bühne: Ein humanoider Roboter, der sowohl die An- als auch die Abmoderation übernimmt. «Im Gegensatz zu mir wird er zumindest nie graue Haare bekommen», meint Moderator Salzgeber schmunzelnd.
V6-Raritäten und Günstigstromer
Neben voll- und teilelektrischen Neuheiten wie dem Renault-Twingo-Pendant Nissan Pixo, dem Hyundai Tucson, Fiats neuem Kompakt-SUV Grizzly oder dem Familienstromer Polestar 4 SUV bilden Autos mit reinem Verbrennerantrieb die Ausnahme. Nicht nur deswegen ist die präsentierte Alfa Romeo Giulia QV eine echte Rarität: Das mit dem Segelteam Luna Rossa entwickelte gleichnamige Sondermodell mit 520 PS starkem V6 ist weltweit auf 10 Exemplare limitiert und trotz des Preises von rund 300'000 Franken bereits vergriffen.
Auf E-Unterstützung verzichtet auch Maseratis Edel-SUV Grecale als 390 PS starker «Modena V6», der zum 100. Geburtstag der italienischen Traditionsmarke im Rampenlicht steht.
Cityflitzer und Strassenkreuzer
Die Bandbreite an Modellen kommt auch danach einer Achterbahnfahrt gleich: Hier die 2,75 Meter kurze Neuauflage des Smart Fortwo, der unter chinesischer Geely-Flagge als #2 ab Anfang 2027 jede noch so kleine Parklücke unsicher machen will und dabei zum Erstaunen von Wein-Connaisseur Salzgeber nicht mehr nur zwei, sondern neu bis zu sechs Getränkeharasse im knappen Heck verstaut («Ein Traum für alle Walliser!»). Dort der 5,04 Meter lange und 2,7 Tonnen schwere US-Strassenkreuzer Lucid Gravity Grand Touring, der als 839 PS (617 kW) starke Version «Ultimate» bis zu sieben Personen in 3,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 befördert.
Hier die aufstrebenden Chinamarken Leapmotor und Geely, die mit neuen kompakten Elektro-Preisbrechern wie dem SUV B03X (ab 23'900 Fr.) oder dem Kleinwagen E2 (ab 19'900 Fr.) den Markt aufmischen wollen. Dort die etablierten englischen Luxushersteller Bentley und Range Rover, die mit ihren ersten Stromer-Modellen Torcal (ab ca. 190'000 Fr.) und Range Rover Electric (ab 159'600 Fr.) edlen Wind in die Elektroliga bringen.
Edel-SUVs und Supersportler
Dass aber auch die Chinesen edel und sportlich können, beweist zum einen XPeng mit dem 5,12 Meter langen G9L, der mit bis zu sechs Sitzplätzen und Fond-Bildschirm unterm Dachhimmel Business-Class-Feeling versprüht, zum anderen Zeekr mit dem chic gestylten Kombi 7GT, der mit «erfreulich unvernünftigen» 646 PS (so Markenchef Linus Baumgartner) GT-Fahrgefühl mit Alltagsnutzen verbindet. Ein ähnliches Konzept bietet auch die Schwestermarke Lynk & Co, die wie Zeekr, Polestar, Volvo und Smart zum Geely-Konzern gehört. Der 530 PS starke Plug-in-Hybrid-Shooting-Brake 07 GT soll weit mehr als 1000 Kilometer Reichweite schaffen – bis zu 200 davon rein elektrisch.
Datum/Öffnungszeiten: 5. bis 8. November 2026, 10 bis 21 Uhr (Sa/So 10 bis 19 Uhr)
Ort: Messe Zürich
Eintrittspreise: Erwachsene 23 Franken (online) / 26 Franken (Tageskasse); AHV/IV-Bezüger 14 / 16 Franken; Schüler/Studierende/Lernende 12 / 14 Franken; Abendtickets (Do/Fr ab 18 Uhr) 14 / 16 Franken; Familientickets (2 Erwachsene, 1–4 Kids bis 16 Jahre) 45 Franken; Dauerkarte 40 Franken
Infos: www.auto-zuerich.ch
Datum/Öffnungszeiten: 5. bis 8. November 2026, 10 bis 21 Uhr (Sa/So 10 bis 19 Uhr)
Ort: Messe Zürich
Eintrittspreise: Erwachsene 23 Franken (online) / 26 Franken (Tageskasse); AHV/IV-Bezüger 14 / 16 Franken; Schüler/Studierende/Lernende 12 / 14 Franken; Abendtickets (Do/Fr ab 18 Uhr) 14 / 16 Franken; Familientickets (2 Erwachsene, 1–4 Kids bis 16 Jahre) 45 Franken; Dauerkarte 40 Franken
Infos: www.auto-zuerich.ch
Neben dem Hybrid-Offroader Bao 5 im Toyota-Landcruiser-Style fährt BYDs Edelmarke Denza einen echten Kracher auf die Media Stage. Mit über 1600 PS beschleunigt der elektrische Supersportwagen Z als Topversion «Racing» in unter zwei Sekunden auf 100 km/h und lädt dank Flash-Charging-Technologie mit bis zu 1500 kW die 78-kWh-Batterie in rekordverdächtigen neun Minuten von 10 auf 97 Prozent.
Alte und neue Autoträume
Auf Rekordwerte hofft auch das britische Auktionshaus Broad Arrow, das am Samstag, 7. November, im Rahmen der Auto Zürich über 80 exklusive Oldtimer und Supersportwagen im Zürcher Luxushotel Dolder Grand versteigert. Darunter Raritäten wie den auf der Media Stage präsentierten Mercedes 300 SL Flügeltürer (Schätzpreis 1,35 bis 1,65 Mio. Fr.) oder den Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse mit seinem famosen, 1200 PS starken W16-Motor, der 2012 am Genfer Autosalon ausgestellt wurde. Schätzpreis: zwischen 2,6 und 3,3 Mio. Franken. Die Auto Zürich zeigt: Die Faszination an schönen und schnellen Autos lebt auch im Elektrozeitalter.