Was ist da los in Deutschland?
Kanzler Merz so unbeliebt wie nie – Umfrage-Sieg für AfD

Friedrich Merz und seine CDU sind in der Krise: Laut einer neuen Umfrage erreicht die AfD mit 27 Prozent einen Rekordwert, während die Union auf 22 Prozent abstürzt. Was ist da bloss los bei unseren Nachbarn?
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Friedrich Merz muss eine Umfrage-Schlappe hinnehmen.
Foto: imago/Andreas Gora

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue Umfrage in Deutschland: AfD erzielt Rekordhoch von 27 Prozent, CDU/CSU fällt auf 22 Prozent
  • Nur 15 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit der Arbeit von Friedrich Merz
  • 67 Prozent der Deutschen erwarten wirtschaftliche Verschlechterung in den nächsten Jahren
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Marian NadlerRedaktor News

Ob Friedrich Merz (70) Meinungsforscher mag? Aktuell dürfte der deutsche Bundeskanzler die Demoskopen vermutlich eher verfluchen. Am Dienstag kam das neue Trendbarometer im Auftrag der TV-Sender RTL und NTV raus, erhoben vom Meinungsforschungsinstitut Forsa.

Darin sieht es nicht gut aus für Merz und seine Christdemokraten. Die AfD liegt in der Befragung so weit vorn wie noch nie zuvor. In der Sonntagsfrage («Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?») legt die rechtspopulistische Partei einen Prozentpunkt zu und liegt nun bei 27 Prozent. CDU und CSU verlieren zwei Punkte und liegen bei 22 Prozent. Der schlechteste Wert seit Dezember 2021. Damals trat Angela Merkel (71) als Bundeskanzlerin ab.

Selbst in der eigenen Partei überwiegt Kritik

Eine weitere schlechte Nachricht für Merz: Bei der Frage zur politischen Kompetenz hat die AfD die CDU erstmals überholt. «Welche Partei wird mit den Problemen in Deutschland am besten fertig?», fragten die Demoskopen. 14 Prozent der Befragten sprachen sich für die AfD aus, 13 Prozent für CDU/CSU.

Damit nicht genug: Nur noch 15 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit ihres Bundeskanzlers zufrieden. Unfassbare 83 Prozent äusserten Unzufriedenheit mit der Kanzler-Performance. Selbst unter Anhängern der Union soll die Kritik mittlerweile überwiegen. Damit ist Merz aktuell unbeliebter als sein sozialdemokratischer Vorgänger Olaf Scholz (67). Die Gründe für die Unbeliebtheit lassen sich in den aktuellen politischen Debatten finden.

Erst Lob für Trump, dann Kritik

Angefangen bei der Aussenpolitik: Kritiker werfen Merz vor, im Umgang mit dem Iran-Krieg opportunistisch vorzugehen. Anfang März sprach der Sauerländer noch von einem «Dilemma», weil «gegen ein Regime, das atomar aufrüstet und das eigene Volk brutal unterdrückt», mit dem Völkerrecht «offensichtlich nichts zu bewirken» sei. 

Das Völkerrecht – und damit die internationale Ordnung – basiert darauf, dass Staaten es anerkennen und Verstösse klar benennen. Gerade die Schwächeren sollen dadurch geschützt werden. Genau diesen Zerfall der Ordnung hat Friedrich Merz in den vergangenen Monaten immer wieder selbst angeprangert, im Umgang mit US-Präsident Donald Trump (79) sah Merz lange darüber hinweg.

«Wir haben immer noch das Problem in unserem Stadtbild»
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Merz-Aussage sorgt für Wirbel:«Wir haben immer noch das Problem in unserem Stadtbild»

Am Montag kritisierte Merz bei einer Schulveranstaltung im Bundesland Nordrhein-Westfalen jetzt, dass die Amerikaner «offensichtlich» keine Exit-Strategie für den Krieg hätten. «Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus», erklärte Merz. Es stellt sich die Frage, warum Merz dies Trump nicht im Vorfeld des Krieges gesagt hat.

Autofahrer sauer wegen 12-Uhr-Regel

Vielleicht hätte man dann auch die rekordhohen Energiepreise vermeiden können, die die Deutschen aktuell wie wohl nichts anderes auf die Palme bringen. Die Regierung reagierte nach Meinung vieler viel zu zögerlich. Schnelle Hilfe für Bürger und Unternehmen? Blieb aus.

Die eingeführte 12-Uhr-Regel, wonach Tankstellen erst am Mittag den Spritpreis erhöhen dürfen, brachte der Mineralölindustrie laut Wirtschaftsforschern höhere Gewinnmargen ein. Die Zeche zahlt weiterhin der Autofahrer.

Fehlt dem Ex-Manager die Wirtschaftskompetenz?

Die Deutschen blicken deshalb wenig optimistisch auf die ohnehin schon düstere Wirtschaftslage: Nur 13 Prozent der Befragten hoffen auf eine Besserung in den kommenden Jahren – 67 Prozent rechnen dagegen mit einer Verschlechterung der Lage in Deutschland.

Aktuell wird klar: Ein Bundeskanzler wird an seiner Aussenpolitik und an seiner Wirtschaftskompetenz gemessen. Punkten kann der Ex-Manager Merz bei den Deutschen momentan weder mit dem einen noch mit dem anderen.

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