Darum gehts
- Donald Trump schockiert mit umstrittenen Aussagen auf Truth Social zum Iran-Krieg
- Ex-Verbündete wie Marjorie Taylor Greene, Alex Jones und Tucker Carlson kritisieren Trumps Verhalten
- Der Leiter des US-Terrorabwehr-Zentrums, Joe Kent, trat aus Protest gegen den Iran-Krieg zurück
«Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben», schrieb US-Präsident Donald Trump (79) auf seinem Social-Media-Portal Truth Social. Dass er solch einen harten Kurs zu fahren beabsichtigte und dem Iran mit Auslöschung drohte, bringt auch seine Anhängerschaft aus der Fassung.
Am lautesten hallen wohl noch die Äusserungen von Marjorie Taylor Greene (51), einer einstigen Unterstützerin Trumps, wider. Am Sonntag kritisierte und distanzierte sie sich deutlich von ihm. «Trump ist verrückt geworden, und wer ihn unterstützt, macht sich mitschuldig», schrieb Taylor Greene auf X. In einem weiteren Post fordert sie die Amtsenthebung Trumps.
«Kein Krieg, sondern Genozid»
Klare Worte findet auch Alex Jones (52), Radiomoderator und Unternehmer, der den 79-Jährigen insbesondere während des Wahlkampfs 2016 intensiv unterstützt und gefördert hatte. «Das ist die exakte Bezeichnung für Genozid. Nicht für einen Krieg», sagt Jones, während er sich beim Autofahren filmt.
In der Vergangenheit sei viel Gutes dank Trump passiert. Nun spricht er aber von «einem neuen Trump» und dass die letzten acht Monate «ein Desaster» gewesen seien. «Er spricht wie ein Superbösewicht aus einem Marvel-Comic», sagt Jones. Auf die Seiten der Demokraten schlägt er sich zwar nicht, kritisiert aber lautstark das Verhalten des von ihm gewählten Präsidenten und den Krieg im Iran.
«Wer glaubst du, wer du bist?»
Mit Journalist und TV-Moderator Tucker Carlson (56) stellt sich ein weiterer früherer Unterstützer Trumps gegen ihn. In seinem Podcast «The Tucker Carlson Show» bezieht er Stellung zu Trumps Beitrag auf Truth Social am Ostersonntag. «Wer glaubst du, wer du bist?», fragt er in die Kamera und wirft Trump vor, den Islam zu verspotten. «Kein anständiger Mensch verspottet die Religion anderer. Wer den Glauben anderer verspottet, verspottet den Glauben an sich. Wir sind nicht Gott. Nur wer sich selbst für Gott hält, redet so», sagt er.
Carlson geht mit seinen Äusserungen noch weiter: «Am Ostersonntag das F-Wort in einem Post zu benutzen, in dem man den Mord an Zivilisten verspricht, und dann zu sagen ‹Gelobt sei Allah› – damit verspottest du jeden anderen Christen und mich.» Das sei einfach nur böse und «wir können Böses nicht unterstützen», so Carlson.
Widersprüche und Seitenhiebe
Die Reaktion von Donald Trump auf diese Aussagen liess nicht lange auf sich warten. «Tucker ist eine Person mit einem tiefen IQ, die keine Ahnung hat, was los ist. Er ruft mich immer noch an, aber ich nehme nicht ab. Ich gebe mich lieber mit intelligenten Menschen ab, nicht mit Idioten», sagte Trump gegenüber der «New York Post».
Kurios: Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte Tucker Carlson eine ganze andere Meinung zum Iran. «Ja, ich finde, Iran hat es verdient, vernichtet zu werden, ich finde, sie sind verrückt, ich finde, sie sind böse», sagte er in einem Interview mit Fox News. Ende 2025 gab er bekannt, sich Land in Katar zu kaufen. In den Kommentaren auf X wird ihm darum vorgeworfen, sich immer auf die Seite zu stellen, die ihm die meisten Vorteile biete.
Der ehemalige Berater von Donald Trump, Steve Bannon (72) warnte diesen bereits vergangenen Juni davor, sich im Iran einzumischen. Er fordert den amerikanischen Präsidenten auf, das Vorhaben «Amerika zuerst» strikt umzusetzen, statt US-Truppen in den Nahen Osten zu entsenden.
Rücktritt im Zentrum für Terrorabwehr
Im März legte der Republikaner Joe Kent (45) sein Amt als Leiter des US-Terrorabwehrzentrums nieder und trat zurück – aus Protest gegen den Iran-Krieg. «Der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar», schrieb Kent auf X, «und es ist offensichtlich, dass wir diesen Krieg aufgrund des Drucks seitens Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben.» Dies könne er nicht unterstützen, schrieb er.
Als Reaktion darauf bezeichnete Pressesprecherin Karoline Leavitt (28) die Vorwürfe als «beleidigend und lächerlich». Trump setzte, als er auf Kents Rücktritt angesprochen wurde, noch einen drauf: «Ein netter Kerl, aber schwach in Sicherheitsfragen. Es ist gut, dass er weg ist.»
USA-Expertin Brühwiler ordnet ein
Es wirkt, als würde Trump den Rückhalt verlieren. Doch stimm das wirklich? USA-Expertin Claudia Franziska Brühwiler sieht Trump trotz der Kritik durch die Maga-Influencer weiterhin fest im Sattel. Teils sei dieses «Getöse» auch israelfeindlich motiviert. «Die gewählten Republikaner stehen bis auf wenige Ausnahmen noch geschlossen hinter Trump», sagt sie zu Blick.
Ähnlich sieht es an der Basis aus, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center vom Dienstag zeigt. Rund zwei Drittel der befragten Republikaner (66 Prozent) sind laut der Umfrage zuversichtlich, dass Trump gute Entscheidungen in Bezug auf den Iran treffen wird.
Brenzlig wird es laut der Thurgauerin für Trump erst, wenn der Krieg länger dauert, Bodentruppen zum Einsatz kommen müssten und es viele weitere tote Soldaten gibt – und die Amerikaner die Folgen im Portemonnaie spüren.
Solange Trump sein Versprechen von einem schnellen Kriegserfolg einlöst und die heimische Teuerung im Zaum hält, droht im keine Gefahr. Das weiss der US-Präsident. «Der Wille für einen langen Krieg ist nicht vorhanden», fasst die HSG-Dozentin zusammen.