Darum gehts
- Die USA und der Iran vereinbaren zweiwöchigen Waffenstillstand nach Ultimatum von Trump
- Iran behält Kontrolle über Strasse von Hormus, fordert US-Abzug und Sanktionserleichterungen
- Pakistan organisiert Verhandlungstreffen am Freitag in Islamabad für Friedensabkommen
Sollte die für den Weltmarkt wichtige Meerenge, die Strasse von Hormus, nicht wieder geöffnet werden, drohte US-Präsident Donald Trump (79) dem Iran mit dem «Untergang einer ganzen Zivilisation». Dieses Ultimatum wäre am Mittwochmorgen um 2 Uhr Schweizer Zeit ausgelaufen.
Anstelle der prophezeiten Apokalypse haben sich die USA und der Iran nun jedoch auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt.
Wie kam es zur plötzlichen Kehrtwende?
Da Pakistan mit den verfeindeten Lagern langjährige Beziehungen pflegt, unterbreitete Ministerpräsident Shehbaz Sharif (74) den beiden einen Vorschlag. Dieser sieht vor, die Frist für den drohenden Vernichtungsschlag zu verlängern. Im Gegenzug sollen die «iranischen Brüder» – wie Sharif sie nennt – die Strasse von Hormus für diesen Zeitraum öffnen.
Wie lange dauert diese Fristverlängerung?
Es wurde eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart. Trump erklärt auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, dass man «alle militärischen Ziele bereits erreicht und übertroffen habe» und der Waffenruhe aus diesem Grund zugestimmt habe.
Was hat Trump erreicht?
Zu Beginn versprach Donald Trump der iranischen Bevölkerung Freiheit und den Sturz des Regimes. Wenig später, vor Einsetzen der Waffenruhe, drohte er damit, «das Land in die Steinzeit zurückzubomben» und eine «ganze Zivilisation auszulöschen». So viel zur Sorge um die Bevölkerung.
Trump behauptet, die Marine und Luftwaffe des Irans seien «vernichtet» – ebenfalls eines seiner Ziele. Faktisch schiesst der Iran weiterhin Raketen und Drohnen ab und attackiert Verbündete der USA wie Israel und Jordanien. Ebenfalls kontrolliert das Regime weiter die Strasse von Hormus.
Auch fraglich ist, ob das Ziel, das iranische Atomprogramm zu zerschlagen, wirklich erreicht wurde, wie Trump behauptet. Experten relativieren seine Aussage. Die nuklearen Anlagen sind zwar schwer getroffen, aber nicht vollständig zerstört.
Was fordert der Iran?
Der Iran habe den USA einen Zehn-Punkte-Plan unterbreitet. Welche diese Punkte genau sind, ist nicht im Detail bekannt. Nachrichtenagenturen, die dem Regime nahestehen, berichteten jedoch darüber. Im Kern verlangt Teheran:
- Vollständiger Abzug der US-Truppen aus der Region
- Aufhebung aller Sanktionen sowie Freigabe eingefrorener Vermögenswerte
- Entschädigungen für Kriegsschäden
- Kontrolle über die Strasse von Hormus, inklusive geregelter Durchfahrt unter iranischer Aufsicht
- Ende aller Angriffe auf iranische Verbündete in der Region
- Völkerrechtliche Absicherung aller Vereinbarungen durch eine bindende Resolution des Uno-Sicherheitsrats
Die USA dürften damit nicht vollumfänglich einverstanden sein, obwohl Trump auf Truth Social schrieb: «Wir haben einen Zehn-Punkte-Vorschlag vom Iran erhalten und glauben, dass dies eine tragfähige Verhandlungsgrundlage ist. Fast alle bisherigen Streitpunkte sind zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geklärt worden, doch ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig zu formulieren und abzuschliessen.»
Was sagt Israel zum Waffenstillstand?
Israel unterstützt die Entscheidung der USA, ihre Angriffe gegen den Iran auszusetzen, wie das Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu mitteilte. Gleichzeitig stellt die Regierung jedoch klar: «Die zweiwöchige Waffenruhe gilt nicht für den Libanon.»
Ist die Strasse von Hormus wieder frei?
Der Iran hat versichert, dass er eine sichere Passage für die zwei Wochen ermöglichen wird. Wie genau das passiert wird, ist unklar. Auch, ob der Iran die Strasse von Hormus mit Minen versetzt hat, um sicherzustellen, dass keine Schiffe durchfahren können. Wie diese Minen unschädlich gemacht werden sollen, ist ebenfalls unklar.
Was passiert jetzt?
Das ist schwierig zu sagen. Vermittler Pakistan zumindest hat zu einem Treffen in Islamabad geladen, «um die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung aller Streitigkeiten fortzusetzen». Dies solle am Freitag stattfinden. Karoline Leavitt (28), Pressesprecherin des Weissen Hauses, bestätigt laufende Gespräche. Zu einem Treffen jedoch sagte sie: «Nichts ist endgültig, bis es vom Präsidenten oder vom Weissen Haus verkündet wird.»