«Sie wollen, dass wir sie weiter bombardieren»
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Trump bei Pressekonferenz:«Sie wollen, dass wir sie weiter bombardieren»

Rechenzentrum, Wasser- und Atomanlagen – Iran hat 3 Ziele im Visier
So wollen sich die Mullahs an Trump rächen

In der Nacht auch Mittwoch werde im Iran «eine ganze Zivilisation untergehen», droht US-Präsident Donald Trump an. Während die Welt den Atem anhält und das erst noch Undenkbare erwartet, planen die Mullahs in Teheran bereits ihre Rache. Auch wir bekämen sie zu spüren.
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Im Iran haben Millionen von Menschen geschworen, nötigenfalls für ihr Land zu sterben.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump droht Iran mit Militärschlag, falls Strasse von Hormus blockiert bleibt
  • Iran kündigt Angriffe auf sensible Ziele wie Dimona und Entsalzungsanlagen an
  • 450 Entsalzungsanlagen am Golf gefährdet, Versorgung von 100 Mio Menschen bedroht
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Samuel SchumacherAusland-Reporter

Donald Trump (79) nennt es profan «Infrastruktur-Tag», Experten sprechen vom potenziell brutalsten Militärschlag der Moderne: Der US-Präsident will heute Nacht kurz nach Ablauf der Geisterstunde mit der «totalen Zerstörung» aller iranischen Brücken und Kraftwerke beginnen, wenn die Mullahs die Strasse von Hormus nicht bis 2 Uhr unserer Zeit freigeben. Eine «ganze Zivilisation wird sterben», droht Trump.

Der Iran macht jedoch keine Anstalten, auf die US-Forderung einzugehen. Einen von Pakistan vermittelten Vorschlag für eine Waffenruhe haben beide Seiten abgelehnt. Das Regime in Teheran setzt auf maximale Abschreckung und hat jetzt offengelegt, welche drei Ziele man im Falle eines US-Angriffs sofort attackieren würde. Macht Teheran die Drohung wahr, hat auch die Schweiz ein riesiges Problem.

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KI-Superrechner in Abu Dhabi

Vor zwei Tagen hat das iranische Regime ein Video veröffentlicht, auf dem der nicht einmal auf Google Maps eingezeichnete Standpunkt des KI-Superrechenzentrums «Stargate Abu Dhabi» verraten wird. Organisationen wie die ChatGPT-Mutterfirma OpenAI, Nvidia, Cisco oder Softbank investieren hier rund 30 Milliarden Dollar in den Bau eines Hightech-Zentrums, das ihnen die Rechenleistung und die Energie für ihre Künstliche-Intelligenz-Systeme liefern soll.

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Der Iran stellt sich nach den jüngsten US-Drohungen auf eine Horrornacht ein.
Foto: IMAGO/NurPhoto

Noch dieses Jahr soll der Rechner loslegen – falls die Raketen der Mullahs das grösste Computer-Rechnerzentrum ausserhalb der USA nicht schon bald in Schutt und Asche legen.

2

Dimona-Atomanlage in Israel

In einem KI-generierten Video marschiert Ayatollah Modschtaba Chamenei (56) in ein Kommandozentrum, um über einen riesigen Bildschirm live mitzuverfolgen, wie seine Revolutionsgarden die israelische Atomanlage in der Wüstenstadt Dimona zerstören. Die Botschaft ist klar, auch wenn die Welt noch immer über den wahren Aufenthaltsort des neuen Ayatollahs rätselt: Dimona ist eines der ersten Ziele, das nach einem amerikanisch-israelischen Angriff auf Irans Brücken und Kraftwerke «dran» käme.

Seit ein ehemaliger Mitarbeiter der Anlage 1986 seine Schweigepflicht gebrochen hat, weiss die Welt: In Dimona steht nicht nur ein seit 1963 laufender Kernreaktor. Hier tüftelt die inoffizielle Atommacht Israel auch an militärischen Nuklearwaffen. Ein Angriff auf die in die Jahre gekommene Anlage brächte massive Risiken mit sich – je nach Wetterlage auch für uns in Europa.

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Die Entsalzungsanlagen am Golf

Schon im April kletterte das Thermometer am Golf auf 42 Grad. In dieser Gegend überlebt nur, wer Zugang zu viel Frischwasser hat. Das beziehen mehr als 100 Millionen Menschen am Golf und in Saudi-Arabien aus Entsalzungsanlagen, die Meerwasser in Trinkwasser verwandeln. In Katar sind 99 Prozent der Bewohner von solchen Anlagen abhängig, in Kuwait 90 Prozent, in Dubai und Abu Dhabi immerhin noch 42 Prozent.

Rund 450 Entsalzungsanlagen gibt es am Golf. Der Iran ist bereit, sie unbrauchbar zu machen. Dazu müsste er die Anlagen nicht einmal zerstören. Um eine Wasserkrise auszulösen reicht es, wenn man die entsprechenden Gewässer mit Öl verseucht und dadurch das Abpumpen von sauberem Meerwasser verunmöglicht. Das hat die irakische Regierung in ihrem Krieg gegen Kuwait 1991 demonstriert – und eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Die könnte sich jetzt im viel grösseren Stil wiederholen.

Gefahr auch für Europa

Israel und die Golfstaaten würden mithilfe der USA alles daran setzen, entsprechende iranische Vergeltungsmassnahmen abzuwehren. Nach mehr als einem Monat Krieg aber ist klar: Die Mullahs sind zäh. Das zeigt der Abschuss von zwei amerikanischen Kampfjets vergangene Woche genauso wie die Langstreckenrakete, die der Iran auf den britisch-amerikanischen Militärstützpunkt auf der 4000 Kilometer entfernten Insel Diego Garcia abfeuerte.

In den vergangenen Tagen ist es dem Regime zudem bereits gelungen, Amazon-Rechnenzentren in Bahrain und in den Emiraten anzugreifen. Und auch im israelischen Atom-Städtchen Dimona gingen im März schon einmal iranische Raketen nieder.

Wenn Trump auf die Geisterstunde tatsächlich seine Höllennacht folgen lässt und wenn der Iran ernst macht mit seiner Vergeltungsaktion, dann droht eine massive Flüchtlingswelle aus der Region, die bis nach Europa kommen dürfte.

Die Terrorgefahr bei uns durch iranische Schläferzellen nähme massiv zu. Der Welt stünde laut den Analysten der Bank Goldman Sachs eine jahrelange Ölkrise bevor. Und Trump gälte in weiten Teilen der Welt als Kriegsverbrecher, der auch vor Attacken auf zivile Ziele keinen Halt macht. Ihm dürfte das egal sein. Als US-Präsident geniesst er fast absolute Immunität vor Strafverfolgung.

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