Menschen versammeln sich im Iran auf Brücken
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Nach Drohung von Trump:Menschen versammeln sich im Iran auf Brücken

Israel stellt klar
«Waffenruhe gilt nicht für den Libanon»

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Der Nahe Osten steht unter Beschuss. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
07:09 Uhr

Büro von Premierminister Netanyahu reagiert

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Für den Iran bedeutet die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe vor allem eines: erst einmal durchatmen. Die Drohungen von Donald Trump am Dienstag liessen das Schlimmste befürchten. Ob der US-Präsident seine Ankündigung, den Iran «auszulöschen», tatsächlich umgesetzt hätte, bleibt – glücklicherweise – unbeantwortet.

Doch die USA und der Iran sind nicht die einzigen Kriegsparteien. Seit Beginn der Eskalation greift Israel den Libanon massiv an, um gegen die Hisbollah vorzugehen. Die Frage liegt daher nahe: Bedeutet der vorübergehende Frieden auch eine Atempause für die Bevölkerung des ohnehin schwer gebeutelten Landes?

Kurz gesagt: nein.

Zwar unterstützt Israel die Entscheidung der USA, ihre Angriffe gegen den Iran auszusetzen, wie das Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu mitteilte. Gleichzeitig stellt die Regierung jedoch klar: «Die zweiwöchige Waffenruhe gilt nicht für den Libanon.»

Netanyahu – keine Feuerpause für den Libanon

Zuvor hatte Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif fälschlicherweise erklärt, die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten sowie deren Verbündete hätten einer sofortigen Waffenruhe zugestimmt – einschliesslich im Libanon und anderen Konfliktgebieten.

06:22 Uhr

«Ein grosser Tag für den Weltfrieden!»

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Nachdem es im Iran nicht zur angekündigten Apokalypse gekommen war, feiert US-Präsident Donald Trump auf Truth Social in den gewohnten Superlativen: «Ein grosser Tag für den Weltfrieden! Der Iran will es, er hat genug! Und alle anderen auch!», schreibt er euphorisch. Die USA würden bei der «Entlastung des Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus helfen». Es werde «viele positive Massnahmen geben! Es wird viel Geld verdient werden. Der Iran kann mit dem Wiederaufbau beginnen.»

Trump verspricht Hilfsgüter aller Art und US-Präsenz vor Ort: «Wir werden uns mit Hilfsgütern aller Art eindecken und vor Ort bleiben, um sicherzustellen, dass alles gut geht. Ich bin zuversichtlich, dass es so sein wird.» Dies könne «das Goldene Zeitalter des Nahen Ostens» einleiten, prophezeit er. 

In der Nacht auf Mittwoch war die Lage zwischen den USA und dem Iran beinahe eskaliert – doch es blieb bei Worten. Experten sehen Trumps Post als Signal für Deeskalation, mahnen aber zur Vorsicht, wie mein Kollege Guido Felder in seiner Analyse beschreibt. Wirtschaftlich profitiert die Region von stabiler Schifffahrt durch die Hormusstrasse, durch die 20 Prozent des globalen Öls fliessen. Doch bleibt die fragile Ruhe bestehen? 

02:28 Uhr

Das sind die Forderungen der Mullahs

Von Guido Felder, Auslandredaktor

Der iranische Plan stellt weitreichende Maximalforderungen als Grundlage für ein Kriegsende auf. Im Kern verlangt Teheran laut «NBC»:

  • Vollständiger Abzug der US-Truppen aus der Region
  • Aufhebung aller Sanktionen sowie Freigabe eingefrorener Vermögenswerte
  • Entschädigungen für Kriegsschäden
  • Kontrolle über die Strasse von Hormus, inklusive geregelter Durchfahrt unter iranischer Aufsicht
  • Ende aller Angriffe auf iranische Verbündete in der Region
  • Völkerrechtliche Absicherung aller Vereinbarungen durch eine bindende Resolution des UN-Sicherheitsrates

Kurz gesagt: Der Iran fordert nicht nur ein Ende der Kampfhandlungen, sondern eine grundlegende Neuordnung der Machtverhältnisse in der Region – politisch, militärisch und wirtschaftlich zu seinen Gunsten. Die USA dürften lange nicht mit allem einverstanden sein. Aber Hauptsache: Die Strasse von Hormus wird geöffnet. Als Reaktion auf den Deal stellen sie die aktiven Kampfhandlungen sofort ein. 

01:46 Uhr

Strasse von Hormus wird zwei Wochen lang geöffnet

Von Guido Felder, Auslandredaktor

Der iranische Aussenminister Seyed Abbas Aragachi sagte, dass während der zwei Wochen eine sichere Passage durch die Strasse von Hormus möglich sein werde. Die Öffnung werde «durch Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter gebührender Berücksichtigung der technischen Beschränkungen» geschehen. Dies würde dem Iran eine «einzigartige wirtschaftliche und geopolitische Stellung verleihen».

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In den kommenden Tagen soll es, vermutlich in Islamabad, zu Verhandlungen kommen. Von amerikanischer Seite dürften Trumps Sondergesandter Steve Witkoff, Schwiegersohn Jared Kushner und Vizepräsident J. D. Vance daran teilnehmen. 

00:56 Uhr

Trumps Nachricht im Wortlaut auf Deutsch

Aufgrund von Gesprächen mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir, in denen sie mich gebeten haben, die für heute Nacht geplante Entsendung von Streitkräften gegen den Iran auszusetzen, und unter der Voraussetzung, dass die Islamische Republik Iran der VOLLSTÄNDIGEN, SOFORTIGEN und SICHEREN ÖFFNUNG der Strasse von Hormus zustimmt, stimme ich zu, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen. Dies wird ein beidseitiger WAFFENSTILLSTAND sein! 

Der Grund dafür ist, dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen haben und bei einer endgültigen Vereinbarung über langfristigen FRIEDEN mit dem Iran und FRIEDEN im Nahen Osten sehr weit fortgeschritten sind. Wir haben einen 10-Punkte-Vorschlag vom Iran erhalten und glauben, dass dies eine tragfähige Verhandlungsgrundlage ist. Fast alle bisherigen Streitpunkte sind zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geklärt worden, doch ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig zu formulieren und abzuschliessen. 

Im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika, als Präsident und auch als Vertreter der Länder des Nahen Ostens, ist es mir eine Ehre, dass dieses langjährige Problem kurz vor der Lösung steht. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!

Präsident DONALD J. TRUMP

00:39 Uhr

Trump verlängert Frist um zwei Wochen

Von Guido Felder, Auslandredaktor

Trump hat den Grossangriff auf den Iran in allerletzter Minute abgeblasen. Die Frist, die er bis heute Nacht 2 Uhr Schweizer Zeit gesetzt hatte, wird vorerst um zwei Wochen verlängert. Das schreibt er auf «Truth Social».

Er erklärt, dass die USA die geplanten Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen, nachdem Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan darum gebeten haben. Voraussetzung dafür ist, dass der Iran die Strasse von Hormus vollständig, sofort und sicher öffnet. Trump betont, dass alle militärischen Ziele bereits erreicht wurden und dass die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen für langfristigen Frieden mit dem Iran weit fortgeschritten sind. Ein Zehn-Punkte-Vorschlag des Iran bietet laut Trump eine tragfähige Grundlage, und die zweiwöchige Pause soll die Finalisierung und Umsetzung des Abkommens ermöglichen.

Offenbar hatte auch China Druck auf den Iran ausgeübt. 

07.04.2026, 22:27 Uhr

Gibts eine Lösung in letzter Minute?

In rund vier Stunden, um 2 Uhr nachts Schweizer Zeit, läuft US-Präsident Trumps Ultimatum aus. Nun soll es aber Hoffnung geben, dass der angedrohte amerikanische Angriff ausbleibt.

Shehbaz Sharif will eine Eskalation in letzter Minute verhindern.
Foto: keystone-sda.ch

So soll der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif den Kriegsparteien einen Vorschlag unterbreitet haben, um die Frist für den Angriff um zwei Wochen zu verlängern. 

Im Gegenzug sollen die «iranischen Brüder» wie Sharif sie nennt, die Strasse von Hormus für den Zeitraum öffnen. Die Idee weckt offenbar das Interesse der beiden Kriegsparteien – so soll der US-Präsident den Vorschlag laut einer Sprecherin des Weissen Hauses prüfen. Auch in Teheran soll diskutiert werden. Wie Reuters berichtet, prüfen die Mullahs den Vorstoss aus Pakistan.

Eine «regionale Quelle» sagte gegenüber dem US-Sender CNN, man erwarte in Kürze «gute Nachrichten». Die Quelle sagte weiter, man gehe davon aus, dass noch heute Nacht ein Deal geschlossen werde. Trump bestätigte: «Wir sind in heissen Verhandlungen.»




07.04.2026, 20:28 Uhr

Diese Ultimaten stellte Trump dem Iran bereits

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Wird die Strasse von Hormus nicht wieder geöffnet, wird in der Nacht auf Mittwoch «eine ganze Zivilisation untergehen» – das drohte US-Präsident Donald Trump am Dienstagnachmittag im Rahmen seines Ultimatums, welches um 2 Uhr nachts (Schweizer Zeit) ausläuft.

Drückt Trump in der Nacht auf Mittwoch wirklich ab?
Foto: keystone-sda.ch

Es ist nicht das erste Mal, das der US-Präsident dem Iran eine Frist setzte – wie sich mit einem Blick zurück zeigt, scheint ihm das Aussprechen von Ultimaten schon fast ein Hobby.

  • 21. März: Zum ersten Mal drohte Trump dem Iran Ende März. Damals hiess es aus Washington, iranische Kraftwerke würden «angegriffen und ausgelöscht» werden, wenn die Strasse von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden geöffnet wird.
  • 23. März: Die 48 Stunden verstrichen – der angedrohte Angriff blieb aus. Dies sei «sehr guten und produktiven Gesprächen» zu verdanken, wie der US-Präsident verlauten liess. Er verschob den Angriff um fünf Tage.
  • 27. März: «Auf Wunsch der iranischen Regierung» wurde der Schlag gegen die Energieinfrastruktur erneut verschoben. Dieses Mal um zehn Tage – Deadline: der 6. April.
  • 3. April: Drei Tage vor Ablauf der neuen Frist schien Trump seine Meinung geändert zu haben. Auf Truth Social warnte er den Iran, sie hätten noch 48 Stunden, bevor «die Hölle losbrechen» würde.
  • 5. April: Am Sonntag lief die Frist aus – doch Trump verlängerte erneut: Neu würde der Dienstag, der 6. April, zum «Tag der Kraftwerke und der Brücken werden».
  • 7. April: Am Dienstag bleibt eine Verlängerung der Frist bisher aus – stattdessen droht der US-Präsident auf Truth Social erneut: «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückgebracht werden. Ich möchte nicht, dass das passiert, aber es wird wahrscheinlich passieren.» Das Ultimatum läuft um 2 Uhr Schweizer Zeit aus.

07.04.2026, 19:54 Uhr

Iran droht mit Vergeltungsschlägen auf Erdgasfelder

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Um 2 Uhr nachts (Schweizer Zeit) läuft das Ultimatum des US-Präsidenten Donald Trump aus – sollte die Strasse von Hormus bis dann nicht geöffnet werden, würden dem Iran schwere Angriffe drohen. Auch US-Vize J.D. Vance unterstütze seinen Präsidenten in dieser Rhetorik. So drohte er etwa mit Waffen, «von deren Einsatz wir bisher abgesehen haben».

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Diese Drohungen will der Iran offenbar nicht so auf sich sitzen lassen. Auf X veröffentlichte der iranische Geheimdienst der Revolutionsgarden eine Liste an Zielen für mögliche Gegenschläge. Darunter befinden sich auch die beiden israelischen Erdgasfelder Karisch und Tanin. Die Felder liegen im östlichen Mittelmeer – rund 80 bis 120 Kilometer vor der Küste Israels. Weitere Ziele wurden verpixelt.

«3.30 Uhr Teheraner Zeit werden die Staats- und Regierungschefs der Region ihm (Trump) sagen: Du verdammter Bastard, beende diesen verfluchten Krieg!», heisst es dazu.

Kurze Zeit später werden mehr Ziele bekannt – so betonte eine militärische Quelle gegenüber der iranischen News-Agentur «Tasnim», man sei auf «Trumps Wahnsinn» vorbereitet.

«Wir haben für einen möglichen Wahnsinn Trumps einige schöne Überraschungen vorbereitet; eine davon ist die Aufnahme der Aramco-Ölanlagen, der Yanbu-Ölanlagen und der Fujairah-Pipeline in die Liste der iranischen Ziele, und sollte Trump dieses Verbrechen begehen, wird der Iran nicht zögern, den USA und ihren Verbündeten hohe Kosten aufzuerlegen.»

Besonders pikant: Die Ölförderanlagen Aramco und Yanbu befinden sich in Saudi-Arabien, die Fujairah-Pipeline in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es handelt sich somit nicht um amerikanische Ziele.

07.04.2026, 17:06 Uhr

Medienberichte: Iran soll Friedensverhandlungen eingestellt haben

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Wie die «New York Times» am Dienstagabend unter Berufung auf drei hochrangige iranische Beamte berichtet, soll der Iran im Hinblick auf die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten alle Bemühungen für Friedensverhandlungen eingestellt haben.

Der Iran zieht sich aus den Verhandlungen zurück.
Foto: AFP

Das Regime habe den USA und Pakistan, das als Vermittler in dem Konflikt agiert, mitgeteilt, dass man sich nicht mehr an den Waffenstillstandsgesprächen beteiligen werde. 

Währenddessen kommt das Ende von Trumps Ultimatum immer näher – sollte der Iran nicht einbiegen, drohte der US-Präsident, die ganze Zivilisation im Land würde «untergehen». Brücken, Kraftwerke und weitere Infrastrukturen würden zum Ziel amerikanischer Angriffe werden. Mit der Frist erhofft sich Trump, den Iran zur Öffnung der Strasse von Hormus zu drängen. 

Sollte es zu der Eskalation kommen, würde auch der Iran zurückschlagen. Welche Ziele sie im Visier haben könnten, erfährst du im Artikel von meinem Kollegen Samuel Schumacher.

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