Darum gehts
- Donald Trump und Benjamin Netanyahu stritten am Dienstag telefonisch über Iran-Politik
- Netanyahu war nach dem Gespräch wütend, Trump bleibt optimistisch über Deal
- 14-Punkte-Plan des Irans als Basis, 30 Tage Verhandlungsphase geplant
US-Präsident Donald Trump (79) und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu (75) führten am Dienstag ein hitziges Telefongespräch. Die stockenden Verhandlungen mit dem Iran scheinen auf US-Seite und bei Israel für immer mehr Unmut zu sorgen.
Zunächst berichteten israelische Medien von einem «dramatischen» Gespräch. Nun gibt es neue Details. Laut Aussagen von drei Quellen, auf die sich das US-Magazin «Axios» beruft, soll Netanyahu nach dem Call «ausser sich vor Wut» gewesen sein. Zudem hätten ihm «die Haare zu Berg gestanden».
Trump gibt sich stark
Ein überarbeitetes Papier, das von Katar und Pakistan mit Unterstützung weiterer regionaler Vermittler entwickelt wurde, sollte die Spannungen zwischen den USA und dem Iran entschärfen. Während Donald Trump auf eine Einigung hofft, drängt Benjamin Netanyahu offenbar auf eine Fortsetzung des Kriegs.
Trump erklärte am Mittwoch: «Die einzige Frage ist, ob wir die Sache zu Ende bringen oder ob sie ein Dokument unterzeichnen werden. Mal sehen, was passiert.» Später am Tag betonte er, dass die USA und der Iran «direkt an der Grenze» zwischen einem Abkommen und der Wiederaufnahme des Krieges stünden. Gleichzeitig erklärte Trump, Netanyahu werde «alles tun, was ich von ihm verlange».
Die aktuellen Verhandlungen basieren auf einem 14-Punkte-Vorschlag des Irans, den die USA und Iran derzeit prüfen. Konkret geht es um Differenzen zu Irans Atomprogramm sowie die schrittweise US-Freigabe von iranischen Geldern.
Zuerst Absichtserklärung, dann Deal
Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Netanyahu wurden im jüngsten Telefonat deutlich. Laut einer US-Quelle informierte Trump Netanyahu über eine geplante «Absichtserklärung», die den Krieg formell beenden und eine 30-tägige Verhandlungsphase über strittige Themen einleiten soll.
Zwei israelische Quellen berichteten, dass Netanyahu mit Trumps Vorhaben gar nicht einverstanden sei. Eine von ihnen beschrieb ihn als «äusserst besorgt».
Trump will weiterhin abwarten. «Wenn ich durch ein paar Tage Warten Menschenleben retten kann, halte ich das für eine grossartige Sache.» Netanyahu will Berichten zufolge bald nach Washington reisen. Ob es zu einer Fortsetzung des Showdowns kommt, wird sich zeigen.