Die Zeichen verdichten sich – es wird wieder ernst
Holt Trump zum nächsten Militärschlag gegen den Iran aus?

Nach sechs Wochen Waffenruhe wächst die Kriegsgefahr im Nahen Osten wieder. Trump fordert vom Iran Zugeständnisse und droht: «Entweder Abkommen oder Vernichtung!» Wir sagen, warum die Gefahr einer Eskalation so gross ist wie nie zuvor.
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Die Ruhe vor dem Sturm: Donald Trump zeigt sich in kriegerischer Pose. Schlägt er bald wieder zu?
Foto: Truth Social/Handout

Darum gehts

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Guido FelderAusland-Redaktor

Im Nahen Osten herrscht schon fast gespenstische Ruhe. Seit Beginn des Waffenstillstands zwischen dem Iran sowie den USA und Israel am 8. April wurden die gegenseitigen Angriffe massiv heruntergefahren.

Doch hinter den Kulissen braut sich etwas zusammen. Trump zeigt sich in einem KI-generierten Bild auf seiner Plattform Truth Social in martialischer Kampfstellung. Er droht dem Iran: «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben. Die Zeit drängt!» Die Zeichen verdichten sich, dass es bald wieder losgehen könnte. Und zwar in doppelter Härte!

Wie gross ist die Gefahr einer Eskalation?

Zwar haben die USA und Israel in ihrer 40 Tage dauernden Angriffswelle dem Iran massiven Schaden zugefügt. Aber zwei wichtige Ziele haben sie nicht erreicht: Noch immer ist das Atomprogramm der Mullahs intakt, noch immer blockiert der Iran die wichtige Strasse von Hormus.

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Die Amerikaner haben sich während der Waffenruhe neu in Stellung gebracht.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Sicher ist: Die Zeichen stehen auf Sturm. Falls der Iran nicht noch einlenkt, könnte Trump die Kriegsmaschinerie wieder hochfahren. Trump: «Entweder sie schliessen ein Abkommen, oder sie werden vernichtet.» Ähnliche Sätze hatte der US-Präsident schon mehrere Male von sich gegeben. Doch so ernst wie dieses Mal klang es noch nie. Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) doppelt nach: «Wir haben einen Plan zur Eskalation, falls nötig.»

50’000 im Nahen Osten stationierte Soldaten könnten schon bald wieder den Kampf aufnehmen. Am Dienstag will sich Trump mit seinem Armeestab treffen.

Wie sähe ein neuer Angriff aus?

Einerseits würden wohl die Luftangriffe intensiviert. US-Beamte erklärten gegenüber der «New York Times», dass «aggressive Bombenangriffe auf iranische Militär- und Infrastrukturziele» vorbereitet würden.

Andererseits könnten die USA und Israel laut dem Blatt zum ersten Mal Bodentruppen einsetzen. Da die Iraner ihre Atomanlagen zum Teil tief im Boden versteckt haben, können sie mit Raketen nicht vernichtet werden. Es braucht daher Spezial-Bodentruppen, die wiederum von Unterstützungstruppen begleitet und geschützt würden. Laut «New York Times» sind bereits mehrere Hundert Spezialkräfte eingeflogen worden.

Eine weitere Aufgabe für Bodentruppen wäre die Einnahme des Zentrums der iranischen Ölexporte, der Insel Kharg. 

Wie stark ist die Abwehr der Iraner noch?

In der Waffenruhe haben sich nicht nur die Amerikaner und die Israelis neu in Stellung gebracht. Auch die Iraner waren nicht untätig. Laut US-Geheimdiensten haben sie den Zugang zu den meisten Raketenstellungen, Abschussrampen und unterirdischen Stellungen zurückerlangt. Zudem seien entlang der Strasse von Hormus 30 der 33 Raketenstellungen wiederhergestellt worden.

Die politische und militärische Führung zeigt sich von Trumps Drohungen unbeeindruckt. Mohammad Bagher Ghalibaf (64), Sprecher des iranischen Parlaments, gibt sich kampfbereit: «Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Sie werden überrascht sein.»

Werden weitere Staaten den Iran angreifen?

Offenbar drängen die USA die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dazu, aktiv in den Krieg einzugreifen. Laut dem britischen «Telegraph» könnten sie eine andere Öl-Insel besetzen, nämlich die Insel Lavan. Die VAE wurden seit Kriegsausbruch über 2800 Mal mit Raketen und Drohnen angegriffen.

Wer kann eine Eskalation verhindern?

Der Schlüssel zur Deeskalation liegt in Peking. Nach dem jüngsten Treffen zwischen Trump und Xi Jinping (72) ist klar: China ist der einzige Akteur, der den Iran noch zum Einlenken bewegen kann. Als Hauptabnehmer des iranischen Öls hat Peking die wirtschaftliche Macht, Teheran in der Atomfrage und bei der Blockade der Strasse von Hormus zum Rückzug zu drängen. Da ein globaler Wirtschaftskollaps auch Chinas Wachstum bedroht, stellt sich Xi hinter Trumps Kernforderung: Die Lebensader des Ölhandels «muss offen bleiben».

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