Was Trumps Angriff-Stopp bedeutet
Nach der Kehrtwende dürfte es nur noch schlimmer werden

Nach der massiven Drohung Trumps haben die Iraner eine vorübergehende Öffnung der Strasse von Hormus versprochen. Lange dürfte die Entspannung aber nicht dauern. Die nächste Eskalation ist vorprogrammiert.
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Im letzten Augenblick hat Donald Trump den Angriff auf den Iran abgeblasen.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

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Guido FelderAusland-Redaktor

«Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren.» Mit dieser maximalen Drohung hatte Donald Trump (79) das Ultimatum zur Öffnung der Strasse von Hormus formuliert. Seine Ankündigung, zivile Infrastruktur wie Energiezentralen und Brücken zu zerstören, war drastisch und liess kaum Raum für Deeskalation.

Die zu erwartende Reaktion aus Teheran hätte kaum weniger verheerend ausgesehen: Angriffe auf Energieanlagen in Israel, auf US-Stellungen in den Golfstaaten und womöglich auf Tanker im Persischen Golf. Nun scheint im letzten Moment die Wende gelungen.

Trump hat zumindest einen Teil dessen erreicht, worauf er abzielte: die Öffnung der Strasse von Hormus – wenn auch nur eine vorübergehende. Auf den ersten Blick scheint seine Strategie des maximalen Drucks aufgegangen zu sein. Die Ölpreise reagierten sofort mit einem Rückgang, die Börsen mit Erleichterung. Innenpolitisch hat er einen dringend benötigten Erfolg erzielt: Er bekommt Zugeständnisse ohne den Preis einer weiteren militärischen Eskalation. Die sinkenden Umfragewerte dürfte wieder nach oben zeigen. 

Beide Seiten bleiben stur

Nach Tagen der Drohkulisse macht sich daher vorsichtige Hoffnung breit. Der Nahe Osten entgeht vorerst einer Eskalation, deren Folgen vor allem jene getroffen hätten, die Trump bei Ausbruch des Krieges schützen wollte: die Zivilbevölkerung im Iran.

Doch bleiben wir auf dem Boden der Realität. Auf die Forderungen der Mullahs – unter anderem den Abzug der US-Truppen aus der Golfregion und die Begleichung der Kriegsschäden – wird Trump niemals eingehen. Hauptsache für ihn ist zurzeit, dass Schiffe die Meeresenge passieren können. Auf der anderen Seite hat auch Teheran kein weiteres Entgegenkommen in Aussicht gestellt. 

Drohungen weiter steigern

In zwei Wochen läuft die am Dienstag getroffene Abmachung aus. Das Spiel mit den Drohungen dürfte sich dann wiederholen. Nur: Wer mit maximalen Drohungen arbeitet, muss sie ständig überbieten, um glaubwürdig zu bleiben. So entsteht eine Spirale, in der am Schluss doch Waffengewalt zum einzigen Mittel wird, um Verhandlungserfolge zu erzwingen.

Daher: Der aktuelle Deal bringt nur eine vorübergehende Entspannung. Er löst das Problem noch lange nicht.

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