Die Schweiz hat als Vermittlerin ausgedient
Ausgerechnet Pakistan sorgt für Entspannung

Zwischen den USA und Israel sowie dem Iran soll es eine zweiwöchige Waffenruhe geben. Zudem wird die Strasse von Hormus geöffnet. Wie hat das Pakistan als Vermittler geschafft?
Kommentieren
1/5
Hat einen direkten Draht zu Trump: Feldmarschall Asim Munir am Beten.
RMS_Portrait_AUTOR_242.JPG
Guido FelderAusland-Redaktor

Bisher galt die Schweiz als wichtige Vermittlerin im Streit zwischen den USA und dem Iran. Nun hat überraschenderweise Pakistan diese Rolle übernommen. Mit einigem Erfolg: US-Präsident Donald Trump (79) hat von seinem mörderischen Angriff auf den Iran abgelassen, weil der Iran vorübergehend die Strasse von Hormus freigibt. 

In letzter Minute vor Ablauf von Trumps Ultimatum für die Öffnung der Meeresenge erreichte Premierminister Shehbaz Sharif (74) gemeinsam mit Feldmarschall Asim Munir (58) eine Vereinbarung, die Trump zu einer zweiwöchigen Waffenruhe bewog.

Warum ausgerechnet Pakistan? Das Land steht selber im Dauerkonflikt, und zwar wegen des Kaschmirgebietes mit Indien. Es teilt aber eine 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran, pflegt tiefe kulturelle und religiöse Bindungen und verfügt über keine US-Luftwaffenstützpunkte, was es neutral erscheinen lässt. Zudem hat Pakistan Eigeninteressen: Es ist stark von Ölimporten durch die Strasse von Hormus abhängig.

Direkter Draht zu Trump

Pakistan konnte zudem direkten Einfluss auf Trump ausüben. Feldmarschall Munir hat zu Trump einen guten Draht und kennt den Iran nach US-Angaben besser als die meisten anderen. Diese persönliche Beziehung war wohl mitentscheidend, um den US-Präsidenten von einem sofortigen Angriff abzubringen.

Klassische Vermittler wie die Schweiz spielen diesmal kaum eine Rolle: Sie sind geografisch und strategisch nicht so eng mit dem Iran verbunden und besitzen daher weniger Druckmittel. Pakistan hingegen profitiert gleich mehrfach: Es schützt seine wirtschaftlichen Interessen, sichert regionale Stabilität und kann sein globales diplomatisches Ansehen steigern. Kommt dazu, dass Trumps Sympathien für die Schweiz schwindend klein geworden sind. Hauptgrund: In seinen Augen profitiert sie von den USA. 

Dennoch bleibt die Lage riskant. Die öffentliche Stimmung in Pakistan ist überwiegend pro-iranisch, Proteste hatten bereits tödliche Zwischenfälle zur Folge. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte innenpolitische Spannungen verstärken.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen