Darum gehts
- Sturzfluten in Nepal fordern über 389 Todesopfer, über 1300 Personen werden vermisst
- Unter den Vermissten sind mehr als 400 Ausländer, darunter Kinder
- Eine 55-köpfige osteuropäische Pilgergruppe und eine 31-köpfige Reisegruppe sind unauffindbar
Die Sturzfluten in Nepal haben bereits mindestens 389 Menschenleben gekostet. Dazu werden immer noch fast 1500 Menschen vermisst, darunter auch viele Touristen. Laut der nepalesischen Tourismusbehörde sind über 600 ausländische Staatsangehörige verschollen, unter anderem eine Person aus der Schweiz.
Die Behörde schreibt weiter von Vermissten aus den USA, Grossbritannien und Australien. Auch werden acht Personen aus Deutschland vermisst.
Die Familien der Verschollenen warten sehnlichst auf ein Lebenszeichen. Blick hat einige der ergreifendsten Schicksale zusammengefasst.
Suhasini Reddy Kandimalla (44, Neuseeland)
Die 44-jährige Mutter von zwei Kindern hatte am Dienstag zuletzt Kontakt zu ihrer Schwester. Kandimalla war auf einer Wanderreise von Nepal nach Tibet. Am Mittwochmorgen sollte sie zur Landesgrenze aufbrechen. Alle 31 Teilnehmenden ihrer Reisegruppe werden aktuell vermisst.
«Die ganze Familie ist völlig durcheinander», erklärt die Schwester CNN. Kandimalla sei eine begeisterte Wanderin und habe bereits weitere Touren in ihrer Heimat Neuseeland geplant. Sie habe ausserdem vorgehabt, den Mount Everest zu besteigen. Die Kinder der zweifachen Mutter sind 16 und 4 Jahre alt.
Ramesh und Neelam Sharma (65 und 64, USA)
Die beiden US-Amerikaner Ramesh und Neelam Sharma waren in Nepal auf einer religiösen Pilgerreise. Zuletzt standen sie am Mittwochmorgen in Kontakt mit ihrer Reiseagentur.
«Ich weiss einfach, dass sie, wo immer sie sind, wahrscheinlich Angst haben», meinte die Tochter der beiden zu CNN. Die Familie habe gerade die «schlimmsten 24 Stunden» ihres Lebens durchgemacht.
Pilgergruppe mit Osteuropäern verschwunden
Der Reiseveranstalter Hiking Himalayas Treks sucht über Facebook nach einer verschollenen Reisegruppe von 55 Personen. Unter den Wanderern, die sich auf einer Pilgerreise befanden, waren viele Menschen aus Osteuropa. Darunter sechs Personen aus der Ukraine. Zuvor berichtete bereits der «Guardian», dass insgesamt 53 Ukrainer nach der Katastrophe vermisst werden.
In seinem Facebook-Post bittet der Reiseveranstalter um Hinweise zum letzten Verbleib der Gruppe. «Die Familien der internationalen Pilger sind äusserst besorgt und warten dringend auf Neuigkeiten über ihre Angehörigen.»
Viele Teenager unter den Vermissten
Tragischerweise befinden sich unter den verschollenen Personen auch einige minderjährige Menschen. In mehreren Facebook-Beiträgen wird etwa nach der nepalesischen Teenagerin Sumedha Amatya (14) gesucht.
Auch ein 14-jähriges US-amerikanisches Mädchen und zwei australische Jungen im Alter von 12 und 14 Jahren befinden sich unter den vermissten Touristen, wie CNN schreibt. Die britische Zeitung «Mirror» berichtet ausserdem von einem vermissten 13-jährigen Mädchen aus Grossbritannien.