Darum gehts
- US-Ölfirma plant illegale Bohrungen in Grönlands Jameson Land ab Oktober
- Grönlands Regierung warnt, Gebiet unter Ramsar-Schutz für Feuchtgebiete
- Geplante Bohrkosten: 60 Mio. USD, geschätzte Ölvorkommen: 1 Billion USD
Ein US-amerikanisches Ölunternehmen mit Verbindungen zu Präsident Donald Trump (80) plant, in der abgelegenen Region Nunap Qeqqa in Grönland nach Erdöl zu bohren – obwohl die lokalen Behörden keine Genehmigung dafür erteilt haben. Laut dem «Guardian» hat die grönländische Regierung deshalb eine «dringende Warnung» ausgesprochen. «Alle zukünftigen logistischen Angelegenheiten müssen vor ihrer Durchführung von der Behörde für Mineralressourcen genehmigt werden», hiess es in einer Erklärung der Regierung.
Die betroffene Ölfirma Greenland Energy wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Mehrere Vorstandsmitglieder stammen aus dem Umfeld von Donald Trump. Greenland Energy hatte in der Vergangenheit einen Antrag für Bohrungen in Grönland gestellt. Das Genehmigungsverfahren läuft allerdings noch.
Missverständnisse durch «Enthusiasmus»
Bereits Ende Juli entdeckten Anwohner der dünn besiedelten Region, wie ein Schlepper ein Schiff mit Containern an die Küste von Nunap Qeqqa brachte. Dies führte zu scharfer Kritik der grönländischen Regierung. Ein Firmensprecher von Greenland Energy erklärte, Missverständnisse durch «überbordenden Enthusiasmus» hätten zu der Situation geführt.
Trump möchte schon seit Beginn seiner zweiten Amtszeit das Gebiet in der Arktis für sich beanspruchen. Die Bestrebungen von Greenland Energy deuten nun darauf hin, dass die USA ihre Bemühungen für einen Anschluss Grönlands wieder verstärken könnten. Im Mai schickte der US-Präsident etwa seinen Sondergesandten Jeff Landry (55) auf die arktische Insel. Sein Auftrag: Er solle in Grönland so viele Freunde wie möglich finden.