Schlappe für Sozialdemokraten
Mette Fredriksen steht in Dänemark vor Mammutaufgabe

Historischer Einbruch für Dänemarks Sozialdemokraten: Laut Hochrechnungen stürzt die Partei von Premierministerin Mette Frederiksen auf 22 Prozent ab. Ob sie ihre dritte Amtszeit sichern kann, bleibt ungewiss – das Parlament ist gespalten.
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Premierministerin Mette Fredrisksen: Ob es für eine dritte Amtszeit reicht, ist zurzeit noch offen.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sozialdemokraten erleiden massive Verluste, bleiben aber stärkste Kraft
  • Es droht ein Patt im Parlament, Grönland und Färöer könnten entscheidend sein
  • Dritte Amtszeit von Frederiksen ungewiss
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Fabian Gull

Bei der Parlamentswahl in Dänemark zeichnet sich ein politischer Krimi ab. Die Sozialdemokraten von Regierungschefin Mette Frederiksen (48) bleiben laut Hochrechnungen zwar stärkste Kraft – müssen jedoch empfindliche Verluste hinnehmen. Ob Frederiksen eine dritte Amtszeit antreten kann, ist zurzeit offen.

Nach Auszählung von rund 84 Prozent der Stimmen (Stand Mittwoch, 02:30 Uhr) kommt die Partei nur noch auf knapp 22 Prozent. Zum Vergleich: Bei der letzten Wahl 2022 waren es noch 27,6 Prozent. Damit steuern die Sozialdemokraten auf ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg zu.

Weder links noch rechts hat Mehrheit

Nach Erhebungen der Fernsehsender DR und TV2 zeichnet sich ein uneindeutiges Bild ab. Das bisherige Dreierbündnis aus Sozialdemokraten, der rechtsliberalen Partei Venstre und den Moderaten von Aussenminister Lars Løkke Rasmussen (61) verfehlt die absolute Mehrheit deutlich. Die politische Zukunft des Landes ist damit ungewiss. Auch für Frederiksen persönlich wird es eng: Ohne klare Mehrheit ist derzeit völlig offen, ob und wie sie eine dritte Amtszeit sichern kann. Fredriksen hoffte, damit zu punkten, dass sie in der Grönland-Frage Donald Trump (79) die Stirn bot - vorerst erfolgreich. 

Die Hochrechnungen des Senders DR zeigen ein zersplittertes Parlament. Das linke Lager kommt auf 83 von 179 Sitzen. Das rechte Lager erreicht 78 Sitze. Für eine Mehrheit wären 90 Sitze nötig. Damit verfehlen beide politischen Blöcke die Mehrheit. 

Grönland und Färöer als Zünglein an der Waage?

Besonders spannend: Die Ergebnisse aus den autonomen Gebieten Grönland und den Färöern könnten am Ende entscheidend sein. Beide entsenden jeweils zwei Abgeordnete ins Parlament – und könnten bei dem knappen Rennen den Ausschlag geben.

Regierungschefin Mette Fredriksen setzte den Termin nur drei Wochen vor der Wahl an – offenbar, um vom Rückenwind nach der Grönland-Krise zu profitieren. Laut Experten kam ihr dabei zugute, dass viele Dänen das Krisenmanagement gegenüber Donald Trump positiv bewerteten. Auch bei der Ukraine herrscht weitgehend Einigkeit.

Trinkwasser, Schweine, Rente

Entschieden wurde die Wahl wohl an ganz anderen Fronten. Es ging um sauberes Trinkwasser, die umstrittene Schweinezucht und die Rente. Besonders emotional verlief die Debatte um neue Mastbetriebe – in Dänemark leben mehr Schweine als Menschen. Zusätzlich sorgte Frederiksens Vorschlag für eine Vermögenssteuer zur Finanzierung kleinerer Schulklassen für Diskussionen.

Insgesamt waren rund 4,3 Millionen Däninnen und Dänen zur Stimmabgabe aufgerufen. Ein vorläufiges Endergebnis wird am frühen Mittwochmorgen erwartet.


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