Darum gehts
- Donald Trump will Grönland kaufen, US-Regierung verfolgt Idee seit Jahrzehnten
- USA erwarben 40 Prozent ihres Territoriums durch internationale Landkäufe
- Grönland-Angebot 1946: 100 Millionen Dollar, Kauf aber nie abgeschlossen
Seine Aussage, dass er Grönland kaufen will, meint Donald Trump (79) durchaus ernst. Ein Blick zurück zeigt, dass das Thema Grönland schon länger auf diversen Tischen der US-Regierung lag.
Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg bot das Weisse Haus 100 Millionen Dollar (rund 80 Millionen Schweizer Franken) für die zu Dänemark gehörende Insel. Die Insel sei «völlig wertlos», wurde damals argumentiert. Offene Türen rannten sie damit nicht ein und der Kauf wurde offensichtlich nicht abgewickelt.
Von Spanien und Frankreich abgekauft
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat in seiner Geschichte aber schon mehrere Gebiete von anderen Ländern abgekauft. Gemäss verschiedenen Berichten erwarben die USA fast 40 Prozent ihres Territoriums durch Landkäufe.
Zum Beispiel 1803. Für schlappe 15 Millionen US-Dollar kaufte die US-Regierung das riesige Gebiet Louisiana von Frankreich ab. Das Gebiet umfasst über zwei Millionen Quadratkilometer. Das Gebiet ist Teil verschiedener Bundesstaaten.
Auch Florida gehörte nicht immer den USA. Der «Sunshine State» gehörte zu Spanien, bis sie das Gebiet 1819 für fünf Millionen an die USA abtraten. Bei dem Betrag handelt es sich aber mehr um einen Kompromiss, als um einen Kauf. Da Florida Zufluchtsort für entflohene Sklaven war, schwach kontrolliert wurde und zum Schauplatz von Konflikten und Übergriffen wurde, haben US-Bürgerinnen und US-Bürger Spanien verklagt. Die USA erklärten sich also bereit, die Schadenersatz-Zahlungen, die Spanien hätte leisten müssen, zu übernehmen.
Indigenes Volk tritt Land an USA ab
Ein richtiges Schnäppchen machten die USA beim «Jackson Purchase». Hier wurde 1818 Land im Südwesten von Kentucky und im Westen von Tennessee für 300'000 Dollar erworben. Hierbei handelt es sich ebenfalls nicht um einen klassischen Kauf, sondern um die Landabtretung eines indigenen Volkes gegen Bezahlung.
Später, 1848, kamen dann noch Kalifornien, Nevada, Utah, Teile von Arizona und New Mexico dazu. Für rund 15 Millionen Dollar ging das Gebiet von Mexiko an die USA. Auch hier übernahmen die USA zusätzlich die Schuldforderungen von Amerikanern gegen Mexiko. Mit einem weiteren Landkauf von Mexiko ermöglichte die USA den Bau der Eisenbahnlinie im Süden.
Alaska ging 1867 von Russland in den Besitz der USA über. Der Kostenpunkt lag bei etwas über 7 Millionen Dollar.
Shoppingtour bei Dänemark
Bei Dänemark kauften die USA ebenfalls schon ein. Die «Virgin Islands» waren früher die Dänischen Westindischen Inseln und gehören erst seit 1917 zu den USA. Der Kauf hatte die strategische Kontrolle der Karibik zum Zweck und kostete 25 Millionen Dollar.
Neben Grönland beabsichtigte die USA auch einst, Island von Dänemark zu kaufen. Ein offizielles Kaufangebot gab es aber nicht. Nun drängen die USA erneut darauf, sich Grönland unter den Nagel reissen zu können. Aus Gründen der nationalen Sicherheit sei dies «unverzichtbar», sagt US-Präsident Donald Trump.