Leser zur aktuellen Weltlage
«Es kommen raue Zeiten auf uns zu»

Europa erwacht in einer Realität, wo die USA unter Donald Trump ihre Macht kompromisslos ausspielen. Dennoch bleibt Amerika ein zentraler Partner für Europa. Ein Dilemma. Die Community ist alarmiert.
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Seit er wieder an der Macht ist, sorgt US-Präsident Donald Trump erneut regelmässig für Schlagzeilen – in jüngster Zeit für immer brisantere.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • USA fahren seit 2026 unter Trump eine härtere Europapolitik
  • 75 Prozent der Leser sorgen sich um die globale Lage
  • 956 Blick-Community-Mitglieder nahmen an der Umfrage teil
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Eva KunzSenior Community Editorin

Haben die USA uns nun ihr wahres Gesicht gezeigt? «Spätestens vergangene Woche hat der mächtigste aller Amerikaner seinem Land die freundliche Maske weggerissen», drückt es Blick-Ausland-Reporter Samuel Schumacher in seiner Analyse aus, in der er den Wandel der USA von einer einst wohlwollenden, dem Konsumerismus verschriebenen Führungsmacht zu einer Supermacht mit gnadenlos harter Linie beschreibt.

Gemäss Schumacher tritt diese kühle Dominanz unter Donald Trump (79) besonders unverblümt hervor. Für Europa bedeute dies ein abruptes Erwachen in einer härteren Weltordnung, in der die USA ihre Interessen kompromisslos verfolgen. Dennoch bleiben die USA der wichtigste Partner. Keine einfache neue Ausgangslage.

Community zeigt sich besorgt

Als herausfordernd empfindet auch die Community die allgemeine aktuelle Weltlage. Eine nicht repräsentative Befragung der Blick-Community zeigt es deutlich: Unter den 956 Teilnehmenden haben drei Viertel den Button «Ja, ich mache mir Sorgen» gedrückt. 13 Prozent macht das aktuelle Weltgeschehen «ein bisschen, aber nicht stark» Sorgen und lediglich 11 Prozent der Leserschaft bleibt gelassen.

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In den Kommentaren sind viele mit der Einordnung unseres Ausland-Reporters einig. «Absolut treffende und leider ziemlich ernüchternde Analyse», schreibt etwa Rolf Hälg. «Das Allerschlimmste an der Geschichte ist, dass dies von einem einzigen Menschen ausgeht», schreibt Daniel Zuber.

«Es kommen raue Zeiten auf uns zu», befürchtet Hans Hintemeier. «Grenzen werden wieder mit Krieg verschoben. Überall werden fadenscheinige Gründe und Rechtfertigungen für Kriege und Annexionen konstruiert, dabei geht es um Ressourcen, Rohstoffe und Geopolitik.» Leider gelte nun global das Recht des Stärkeren, der sich einfach nehme, was er wolle.

«Ich denke, es wird zu Kriegen kommen, welche globales Ausmass haben und Nachbarländer von der Schweiz besetzt werden könnten, da die USA gegen Europa ist», schreibt Hintemeier weiter. «Die Schweiz würde gut daran tun, endlich im grossen Stil aufzurüsten, damit wir uns verteidigen können. Aber die Schweiz ist leider immer noch im Schlafwagen unterwegs und beobachtet.»

«Der muss weg – und zwar sofort»

Viele in der Community machen in erster Linie die rechtsorientierte Politik für die weltpolitischen Turbulenzen verantwortlich. «Rechte haben schon immer den Weltfrieden gefährdet!», kommentiert Karl Meier. Stefan Treier fasst es weiter: «Alle Diktaturen gefährden den Frieden – egal über welche ‹Vorzeichen› sie verfügen.»

Man dürfe nicht vergessen, gibt Hans Morgenthaler zu bedenken, «die Amis haben Trump bereits zweimal gewählt und der Welt somit gezeigt, dass sie seine Politik in Ordnung finden». Der Teil, der sich aufrege, sei kleiner als jener, der mit ihm einverstanden sei, ist er sich sicher. «Der muss weg – und zwar sofort», fordert René Seiffert.

«Wer könnte unser Europa noch retten?»

Unter den Kommentierenden gibt es noch einige andere, die sich dies wünschen. Manche blicken bereits auf die Wahlen 2028, haben aber wenig Hoffnung, dass es eine Kehrtwende in der politischen Leitlinie geben wird, andere sehen dann gar die Wahlfreiheit der US-Bürger gefährdet.

«Wer könnte unser Europa noch retten?», fragt Rico Schenk rhetorisch in die Runde. Bezogen auf die drohende Grönland-Annexion schreibt er: Ein Angriff auf Grönland sei auch ein Angriff auf Europa. «Wir sind wirtschaftlich abhängig von den Supermächten und das nicht erst seit kurzem. Also bleibt uns in Europa nur das Zusehen, wenn wir nicht in einen Krieg wollen.»

«Man sollte die USA gnadenlos sanktionieren», findet hingegen Priska Seglias im Hinblick auf einen möglichen Lösungsansatz. Genauso wird in der Community ein Wunsch nach einer Reform laut. «Ohne Reform gehts nicht», ist für Leser Dieter Kramer klar. Es gibt seiner Meinung nach zwei Dilemmas. Zum einen schütze das Völkerrecht nicht nur die Unterdrückten, sondern auch Diktatoren. Zum anderen habe sich Europa die Schwäche selbst zuzuschreiben. Kramer sieht daher nur einen Weg: «Nehmt eure Sicherheit selbst in die Hand … wer Frieden will, muss den Krieg vorbereiten …»

«Wer nichts dagegen unternimmt, geht unter»

Überhaupt mangelt es nicht an Vorschlägen in diese Richtung. Viele – wenn auch längst nicht alle – zielen in dieselbe Richtung und würden sich ein geeinteres und schlagkräftigeres Europa wünschen. «Es liegt an Europa und somit an uns allen, eine Gegenkraft aufzubauen», schreibt Peter Kaufmann. «Es wird dauern, aber anders wird es nicht mehr gehen. Es wird Zeit, auch bei uns aufzuwachen. Es gilt nur noch das Wort des Stärkeren. Wer schwach ist, wie wir es gerade sind, und nichts dagegen unternimmt, geht unter.»

Ins gleiche Horn bläst Michael Kolb: «Eventuell Zeit, sich mit seinen Nachbarn zusammenzutun, statt mit Goldbarren und Rolexuhren vor dem König der USA zu buckeln, um irgendwelche Fantasiezölle zu mildern.»

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