«Ihre Verteidigung besteht aus zwei Hundeschlitten»
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«Zwei Hundeschlitten»:Trump macht sich über Grönlands Verteidigung lustig

Experte zu Grönland-Gipfel in den USA
Darum reisen die Dänen nach Washington

Donald Trump möchte sich Grönland einverleiben. Am Mittwoch trifft sich der dänische Aussenminister mit der US-Regierung in Washington, um genau das zu verhindern. Ein Experte schätzt die Verhandlung zwischen den Streithähnen ein.
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Donald Trump möchte Grönland als 51. Bundesstaat in die USA eingliedern.
Foto: Julia Demaree Nikhinson

Darum gehts

  • US-Dänemark-Gipfel zu Grönlands Zukunft findet heute in Washington statt
  • Trump will Grönland als 51. US-Bundesstaat eingliedern, Dänemark widersetzt sich
  • 79-jährige Trump steht wegen Grönland-Frage unter wachsendem innenpolitischem Druck
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Mattia JutzelerRedaktor News

Die Zukunft der Insel Grönland soll sich entscheiden. Am Mittwochnachmittag trifft sich US-Aussenminister Marco Rubio (54) mit seinem dänischen Pendant Lars Løkke Rasmussen (61). Auch der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance (40) soll laut der BBC am Grönland-Gipfel in Washington D.C. teilnehmen.

Diskutiert wird über die Zugehörigkeit der grossen Insel im Nordatlantik. US-Präsident Donald Trump (79) hat in den vergangenen Wochen mehrmals betont, dass er Grönland als 51. Bundesstaat in die USA eingliedern will. «Wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben», rechtfertigte Trump seinen Anspruch auf die Insel. Er sei auch dazu bereit, sich Grönland «auf die harte Art und Weise» einzuverleiben.

Dänemark, das Grönland als autonomes Territorium verwaltet, hält von der Absicht des US-Präsidenten allerdings überhaupt nichts. Auch die Bevölkerung Grönlands sowie die dort aktiven politischen Parteien betonten in den letzten Wochen regelmässig, lieber zu Dänemark als zu den USA gehören zu wollen.

«Klassisches Machtspiel»

Die Fronten scheinen vor dem Grönland-Gipfel am Mittwoch also komplett verhärtet zu sein. Trotzdem ist das Treffen für beide Seiten enorm wichtig, ist sich Verhandlungsexperte Frédéric Mathier (40) sicher. «Es geht um weit mehr als einen Deal – es geht um internationale Legitimität», meint der Experte. «Nach aussen wirkt das Treffen ruhig und diplomatisch. Hinter den Kulissen ist es jedoch ein klassisches Machtspiel.»

Die USA werden beim Treffen in Washington vor allem mit den bereits bekannten internationalen Sicherheitsbedenken argumentieren, ist sich der Experte sicher. Die Trump-Delegation stehe ausserdem unter Zeitdruck, die Grönland-Frage rasch zu klären. «Jetzt handeln, bevor andere Mächte Fakten schaffen.» Dieser Zeitdruck wird durch die Tatsache erhöht, dass die Insel für Trump innenpolitisch zu einem immer heisseren Eisen wird.

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Ausgang langfristig offen

«In Washington wächst der Widerstand. Im Kongress wurde parteiübergreifend ein Gesetz eingebracht, das eine Annexion Grönlands untersagen soll», führt Mathier aus. «Das zeigt: Die US-Politik ist in dieser Frage nicht geschlossen.» Obwohl die USA in der Grönland-Frage also über mehr Macht und Druckmittel verfügen als Dänemark, könnte der inländische Druck auf Trump langfristig zum Game-Changer für Dänemark werden. «Wird Grönland innenpolitisch zum Risiko, kann das Momentum rasch kippen – und die Priorität sinken.»

Welche der beiden Parteien hat nun also die Nase vorn? Kurzfristig wohl die USA, langfristig bleibe der Ausgang laut dem Experten aber offen. «Zu viel Druck aus Washington würde Vertrauen kosten. Eine reine Blockade auf dänischer Seite würde Einfluss kosten.» Am Ende gewinne, wer die internationale Öffentlichkeit und die eigene Bevölkerung überzeuge.

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