Darum gehts
- Dänemarks Aussenminister traf US-Politiker Mittwoch in Washington wegen Grönland-Streit
- Trump droht mit Grönland-Annexion, nennt Sicherheitsinteressen als Begründung
- Grönland hat 57'000 Einwohner, ist autonom, gehört aber zu Dänemark
«Es ist sehr emotional für uns», sagte der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen am Mittwochabend in Washington. Er und die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt waren für ein Krisengespräch in die USA gereist.
«Es ist klar, dass Trump ein klares Ziel hat, dass Grönland zu den USA gehören soll. Das wird nicht geschehen. Trotzdem wollen wir mit unseren Freunden, den USA, zusammensitzen und besprechen, was wir gemeinsam tun können», so Rasmussen weiter. Er sprach von einer «fundamentalen Meinungsverschiedenheit».
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. «Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht», sagte er.
Herausfinden, ob ein gemeinsamer Weg gefunden werden
Dänemark und Grönland hatten daraufhin um das Gespräch gebeten. Grönland mit seinen rund 57'000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
Rasmussen erklärte, dass man sich darauf geeinigt habe, eine Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden, um herauszufinden, ob man einen gemeinsamen Weg finden könne, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs Dänemark berücksichtige. Diese Arbeitsgruppe solle innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Weisses Haus veröffentlicht Husky-Bild
Die Gespräche dauerten aber nicht lange. Nach nicht mal einer Stunde verliessen Lars Løkke Rasmussen und Vivian Motzfeldt das Gebäude, in dem das Treffen stattfand. Es soll später eine Pressekonferenz geben. Die genaue Uhrzeit ist noch nicht klar. Blick wird die Konferenz live tickern. Kurz vor der Medienkonferenz berichtet «Bild», dass Deutschland aufgrund der Trump-Drohungen beschlossen hat, Soldaten nach Grönland zu schicken.
Gleichzeitig veröffentlichte das Weisse Haus auf X ein Bild, das klar macht, welche Haltung die USA haben. Grönland müsse sich entscheiden. Der Weg führt entweder zu den USA oder Richtung China und Russland.
Auch das EU-Parlament äusserte sich am Mittwochabend: Die Äusserungen Trumps über Grönland seien «inakzeptabel». Die US-Erklärungen hätten keinen Platz in den Beziehungen zwischen demokratischen Partnern und würden unter anderem das Völkerrecht eklatant herausfordern, heisst es in einer Stellungnahme am Abend.
EU-Parlament reagiert pointiert
«Jeder Versuch, die Souveränität und die territoriale Integrität Dänemarks und Grönlands zu untergraben, verstösst gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen», teilte das EU-Parlament mit.
Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social einen US-Anspruch auf Grönland bekräftigt. Alles andere als Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei «inakzeptabel», schrieb Trump. Durch die Zugehörigkeit zum Königreich Dänemark zählt Grönland zur Nato und ist damit Bündnispartner der USA.