Darum gehts
- E. Jean Carroll wirft Trump sexuellen Missbrauch in den 1990ern vor
- Trump argumentiert vor Supreme Court mit Immunität als US-Präsident
- Über 80 Mio. US-Dollar Schadensersatz wurden Carroll zugesprochen
Die Kolumnistin E. Jean Carroll (82) wirft US-Präsident Donald Trump (80) vor, sie in den 1990er Jahren im New Yorker Kaufhaus sexuell missbraucht zu haben. Als sie ihre Vorwürfe 2019 publik machte, warf Trump ihr vor, nur Werbung für ihr neues Buch machen zu wollen. Ausserdem behauptete der US-Präsident, Carroll sei «nicht sein Typ».
Daraufhin verklagte die Kolumnistin Trump wegen Verleumdung. Eine Jury befand den US-Präsidenten 2023 in einem Zivilprozess des sexuellen Missbrauchs und der Verleumdung für schuldig. Ein Jahr später wurde ein weiteres Verfahren wegen Trumps Verleumdungsaussagen von 2019 eröffnet. Wieder entschied eine Jury gegen den US-Präsidenten. Insgesamt wurden Carroll über 83 Millionen US-Dollar Schadensersatz zugesprochen.
Trump beruft sich auf Immunität
Trump möchte das nicht auf sich sitzenlassen und zieht jetzt vor den Supreme Court, die höchste juristische Instanz der USA. Seine Begründung für die Berufung: Er als Präsident geniesse Immunität vor der Klage. Das berichtet unter anderem die «Washington Post». Zudem fordert Trump, dass die US-Regierung anstelle seiner Person verklagt werden soll, da er die Aussagen als Präsident gemacht hatte.
Trump argumentiert weiter, dies sei «der erste Fall in der Geschichte, in dem ein Gericht einem Präsidenten Schadensersatz für sein Verhalten im Amt auferlegt hat». Die zuständigen Gerichte hätten in seinen Augen nie geprüft, ob in diesem Fall Immunität gelte. Eine Entscheidung des Supreme Court wird jedoch erst in etwa einem Jahr erwartet.