Darum gehts
- Macron will Plünderer und Vandalen nach den Krawallen juristisch zur Rechenschaft ziehen lassen
- Ermittler nutzen Überwachungsvideos, Social Media und Fingerabdrücke zur Fahndung
- Auch in Bern dauerte die Suche nach Vandalen Monate; die Polizei setzte Öffentlichkeitsfahndung ein
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) fand in seiner Ansprache am vergangenen Sonntag klare Worte für die Randalierer: «Wer zerstört hat, muss dafür bezahlen. Wer geplündert hat, muss den Schaden ersetzen. Wer versucht hat, die Republik zu stürzen, wird dafür zur Rechenschaft gezogen.» Daraufhin kündigte Premierminister Sébastien Lecornu (40) am Montag eine sofortige «umfassende juristische Operation» an.
Diese dürfte für die Behörden bereits mit einer Herkulesaufgabe – der Identifizierung von so vielen Vandalen wie möglich – beginnen. Wie der französische Sender BFM berichtet, arbeiten die Ermittler dazu sowohl mit digitalen Beweisen – etwa Videos auf Social Media und Aufnahmen von Überwachungskameras – als auch mit Fingerabdrücken.
Plünderer stellten ihren Raubzug ins Netz
Die Kommunikationsabteilung der französischen Nationalpolizei teilte gegenüber dem Sender mit, dass die meisten Geschäfte mit Überwachungskameras ausgestattet seien. Kommt es zu einer Anzeige, werde das Videomaterial gesichtet. Auch Aufnahmen von öffentlichen Kameras würden überprüft, um gegebenenfalls Fluchtwege von Tätern zu rekonstruieren.
Besonders aufschlussreich für die Ermittler: Einige der Plünderer filmten ihren Raubzug live mit und teilten die Aufnahmen auf Social Media. Bei der Zurückverfolgung der Konten würden bereits der Nutzername und die Kommentare zahlreiche Anhaltspunkte für die Identifikation liefern.
Beim Videomaterial ist jedoch noch nicht Schluss – wie die Kommunikationsabteilung gegenüber BFM angibt, sichern die Ermittler auch Spuren vor Ort. So wird etwa auch nach Fingerabdrücken gesucht. Die Beamten wissen teils schon aufgrund von Videoaufnahmen, wo ein Täter einen Gegenstand ohne Handschuhe angefasst hat.
Vermummte zu identifizieren, kann lange dauern
Trotz der vielen Möglichkeiten gehen die französischen Behörden davon aus, dass die Aufklärung der zahlreichen Fälle «zwangsläufig lange» andauern werde. Auch in der Schweiz fahndete die Berner Polizei noch im vergangenen März nach Chaoten, die an einer unbewilligten Pro-Palästina-Demo für heftige Sachschäden verantwortlich waren – zu den besagten Ausschreitungen kam es bereits im Oktober 2025.
Insgesamt suchte die Kantonspolizei im März noch nach 31 Vandalen, deren Identität nicht geklärt werden konnte. Nachdem diese auch nicht auf eine offizielle Androhung der Polizei reagiert hatten, setzte die Kantonspolizei auf eine Öffentlichkeitsfahndung. Offenbar hatte das gewirkt: Etwa einen Monat später verschwanden die unzensierten Bilder wieder von der Website.
Auch in einem aktuellen Fall bitten Schweizer Behörden die Öffentlichkeit um Hilfe. Die Stadtpolizei Zürich löste in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2026 eine illegale Party beim Hardplatz auf. Dabei kam es ebenfalls zu massiven Ausschreitungen und es entstanden Sachschäden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.
Im Zuge der Ermittlungen sucht die Polizei nun nach Video- oder Bildaufnahmen zu dem Vorfall am Hardplatz. Personen mit entsprechenden Aufnahmen, sollen diese der Stadtpolizei über den Upload-Link zur Verfügung stellen.