Darum gehts
- In Turin eskalierten Schülerproteste nach französischem Vorbild
- An 20 Schulen protestierten Jugendliche gegen Missstände
- Zwei Schulangestellte wurden verletzt; Festnahmen gab es keine
Die landesweiten Schülerproteste in Frankreich scheinen mittlerweile auch nach Italien überzuschwappen. Wie mehrere italienische Medien berichteten, kam es in den vergangenen Tagen insbesondere in der Stadt Turin zu Spannungen zwischen Studierenden, Lehrkräften und der Polizei.
Laut «La Stampa» kam es am Mittwoch und Donnerstag an mehreren Schulen in der Stadt zu Besetzungen und Schlägereien. In einem Fall wurden eine Lehrkraft und eine Schulassistentin verletzt. Die beiden hatten zuvor versucht, eine Gruppe vermummter Jugendlicher aufzuhalten, die am Donnerstag ins Gebäude der Colombatto-Schule eindringen wollten. «Wir hatten Todesangst», sagte eine Lehrerin der betroffenen Schule der Zeitung.
Auch vor der Bosso-Monti-Schule randalierte eine Gruppe vermummter Jugendlicher. Wie Videos auf den sozialen Medien zeigen, sprühten die Vandalen mit Feuerlöschern herum, schmissen mit Steinen und versuchten, das verschlossene Tor der Schule mit einem Roller aufzubrechen.
Polizei zeigt Präsenz bei Demonstrationen
Laut dem «Corriere della Sera» wurden in der ganzen Stadt Turin insgesamt 20 Schulen besetzt. Genauso wie die Demonstranten in Frankreich wollen auch die Schülerinnen und Schüler in Italien auf Missstände im Schulsystem aufmerksam machen. Gewaltbereit sei lediglich eine kleine Gruppe der protestierenden Studierenden.
Die Polizei war bei vielen der Proteste und Besetzungen vor Ort. Mehr als zwanzig Schüler wurden von den Beamten registriert und zahlreiche Minderjährige zur Polizeiwache gebracht, schreibt der «Corriere» weiter. Bislang wurden in Turin jedoch keine Festnahmen oder Inhaftierungen gemeldet.