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Schülerproteste eskalieren:Videos zeigen Ausschreitungen in Lyon

Bewegung könnte aus Frankreich überschwappen
Walliser Polizei schlägt Alarm wegen Schülerprotesten

Die Bilder der teils brutalen Proteste in Frankreich gingen vergangene Woche um die Welt. Nun droht die Bewegung auf die Schweiz überzugreifen: Die Walliser Kantonspolizei hat Schülerinnen und Schüler davor gewarnt, zu Schulblockaden aufzurufen.
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Frankreich erlebt derzeit eine Welle von Schülerprotesten.
Foto: Pittore/NEIRDAPROD/SIPA
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Zerstörte Schulzimmer, brennende Feuerwehrwagen, rohe Gewalt: Frankreich erlebt derzeit eine Welle von Schülerprotesten. Unter «Tötet sie!»-Rufen wird eine Polizeiaspirantin spitalreif getreten, ein Schulleiter wird mit Benzin überschüttet, einer Passantin ein Flammenstrahl ins Gesicht gespritzt. In Toulouse prügeln Jugendliche auf einen Lehrer ein. Das Video erreicht auf Social Media mehr als eine Million Aufrufe.

Was als Protest gegen Lehrermangel und marode Schulen begann, droht zum digitalen Flächenbrand zu werden. Videos machen aus der Gewalt eine Mitmach-Aktion für Jugendliche. Nun könnte die Welle die Schweiz erreichen. Die Walliser Kantonspolizei schlägt Alarm.

«Nicht vom Gruppendruck mitreissen lassen»

«In den sozialen Medien kursieren Beiträge, die dazu aufrufen, Schulen zu blockieren – insbesondere im Zusammenhang mit Bewegungen, die im Ausland beobachtet wurden», schreibt die Kantonspolizei.

Sie warnt Jugendliche davor, solche Aufrufe gedankenlos zu liken, zu teilen oder weiterzuverbreiten. «Lassen Sie sich nicht vom Gruppendruck oder von einer Online-Challenge mitreissen.»

Digitale Beteiligung kann reale Folgen haben

Blockierte Schulen, Unterrichtsausfälle, Sachbeschädigungen und gefährliche Situationen. Wer solche Aktionen online unterstützt, muss laut Polizei mit Verwarnungen, Suspendierungen oder weiteren Verfahren rechnen. Bei Sachbeschädigungen, Blockaden oder Aufrufen zu illegalen Aktionen droht zudem eine Strafverfolgung – auch wenn man selbst gar nicht vor Ort war.

Die Polizei warnt auch vor den Folgen für die eigene Zukunft. «Was du heute teilst, bleibt oft lange sichtbar und kann deinem Ruf schaden.» Das könne sich etwa bei der Ausbildung, der Stellensuche oder einem Praktikum rächen.

Am Ende leidet der Schulbetrieb: Unterricht fällt aus, Prüfungen werden abgesagt, Spannungen nehmen zu. «Damit wird das Leben der gesamten Schulgemeinschaft durcheinandergebracht», so die Kantonspolizei. Auch das jener Schülerinnen und Schüler, die mit den Protesten nichts zu tun haben.

Polizei kontrolliert Schüler bei Genf

Die Proteste in Frankreich zeigen inzwischen auch im Grenzgebiet zur Schweiz erste Auswirkungen. Wie «Watson Romandie» berichtet, wurden Schülerinnen und Schüler des Lycées Madame de Staël in Saint-Julien-en-Genevois, direkt an der Grenze zu Genf, am Montag am Bahnhof von der Polizei kontrolliert. «Sie haben uns Parfüm, Feuerzeuge und Deodorants abgenommen», schilderte eine Schülerin die Situation gegenüber dem Online-Portal.

Auch rund um die Schule sei die Lage angespannt gewesen. Ende vergangener Woche war die Bereitschaftspolizei vor Ort. Zudem wurde der Zugang zum Schulgebäude mit Mülltonnen blockiert. Später gingen laut Videoaufnahmen einige der Mülltonnen in Flammen auf.

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