Darum gehts
- Attentat auf Berliner CSD: Polin (†65) tot, 29 Verletzte
- Sängerin sorgt mit umstrittener Äusserung für Empörung bei Trauerfeier
- Sie erklärte, dass sie gehofft habe, dass der Täter eine «christliche, weisse Person» gewesen wäre
Eine Mutter (†65) aus Polen verlor ihr Leben, 29 Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach dem Terror-Anschlag am Berliner CSD vom Samstagabend sind Schock und Bestürzung gross. Am Sonntag versammelten sich unzählige Menschen am Brandenburger Tor zu einer Trauerfeier. Doch der Anlass zum Gedenken der Opfer des islamistischen Attentats wurde von der Rede einer Berliner Sängerin überschattet. Denn diese sorgte mit einer Äusserung im Netz für Empörung.
Nachdem sie erfahren hatte, dass ein Mann im Tiergarten in eine Menschenmenge gerast war, habe sie nur eines denken können, erklärte sie: «Das Erste, was ich gedacht habe, war, hoffentlich ist es kein Kanake, hoffentlich ist es eine christliche, weisse Person.» Doch als sich dies als Trugschluss entpuppte, sei sie enttäuscht gewesen. Beim Attentäter Abdul Ballout (†21) handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger libanesischer Abstammung, der der islamistischen Szene zugerechnet wurde.
Sängerin begründet Aussage mit Rassismus-Vorwurf
«Da zeigt sich wieder Intersektionalität», knüpfte die Sängerin weiter an ihre Aussage. Der Begriff beschreibt eine Form der Mehrfachdiskriminierung: Überschneiden sich verschiedene Diskriminierungsformen zu Merkmalen wie dem Geschlecht, der Herkunft und der sozialen Klasse und verstärken einander, spricht man von Intersektionalität.
«Wir kämpfen nicht alle die gleichen Kämpfe, aber wir sind füreinander da in Momenten wie diesen», ergänzte die junge Frau. Dieser Satz erntete Applaus in der Menge. Mit ihren Aussagen hat sie sich aber nicht nur Freunde gemacht. Ein Video ihrer Rede verbreitete sich in den sozialen Medien rasant.
Rede stösst im Netz auf Empörung
Einige User auf X werfen der Sängerin etwa «Heuchelei» vor, andere kritisieren, dass sie den Moment des Andenkens für «Meinungsmache» missbraucht habe. Andere wiederum kritisieren den Zeitpunkt des gewählten Vorwurfs an einer Trauerfeier, zeigen jedoch Verständnis für den Vorwurf der Intersektionalität.
So schreibt ein User: «Sie hat nicht auf einen christlichen Täter gehofft. Sie wollte sagen, dass sie Angst vor den Folgen hatte, falls der Täter einer Minderheit angehört – weil das ihrer Ansicht nach Vorurteile und Hetze gegen diese Gruppe verstärken würde.»