Darum gehts
- Nordkorea bestätigt brutale Kriegsdoktrin in Ukraine
- Kim Jong Un lobt Selbstmordattentate und Selbstsprengung als Heldentaten
- Gedenkstätte in Pjöngjang listet 2300 gefallene nordkoreanische Soldaten auf
Seit 2024 unterstützt Nordkorea Russland im Ukraine-Krieg. Tausende Soldaten des abgeschotteten Landes sind seither im weit entfernten Konflikt gefallen. Nun bestätigte Machthaber Kim Jong Un (42) erstmals die brutale Kriegsdoktrin, der die nordkoreanischen Truppen unterliegen.
Bei der Eröffnung einer riesigen Gedenkstätte für die Gefallenen lobte der Diktator die Soldaten, die im Kampf den Tod der Gefangennahme vorzogen. Kim sprach von «Helden, die sich, ohne zu zögern, für Selbstsprengung und Selbstmordattentate entschieden».
2300 getötete Soldaten aufgeführt
Geheimdienste und Überläufer berichten schon lange, dass von nordkoreanischen Soldaten erwartet wird, sich selbst zu töten, anstatt gefangen genommen zu werden. Nun gibt es eine Bestätigung von höchster Stelle. Die nordkoreanische Medienagentur KCNA veröffentlichte selbst eine Mitschrift der Rede.
Die Gedenkstätte in der Hauptstadt Pjöngjang gibt auch einen Hinweis auf den Umfang des nordkoreanischen Einsatzes an der Seite Russlands. Laut dem Sender CNN sind auf zwei Marmorwänden die Namen von 2300 gefallenen Soldaten aufgeführt. In der Anlage sind zudem erbeutete Waffen ausgestellt, so etwa ein deutscher Leopard-Panzer.
Platz für weitere Gräber
Das nordkoreanische Engagement im Krieg scheint noch lange nicht abgeschlossen. Auf dem Gelände ist viel Platz für weitere Gräber vorhanden.
Kim und der russische Präsident Wladimir Putin (73) beschwören immer wieder ihr Bündnis. Russland fehlt es vier Jahre nach dem Einmarsch in die Ukraine zunehmend an Soldaten für den Fronteinsatz. Und für Kim ist die Entsendung von Truppen nach Europa ein Ausweg aus der Isolation. Nordkorea erhält dafür wirtschaftliche Unterstützung vom grossen Nachbarn.