Darum gehts
- Nordkorea unterstützt Russland mit Soldaten und Munition im Ukraine-Krieg
- Soldaten lernen moderne Kriegsführung, Drohnenabwehr und machen Fortschritte
- Seit Juni 2024 wurden 12'000 Soldaten stationiert, ein Viertel zurückgekehrt
Nordkorea unterstützt Putins Krieg gegen die Ukraine nicht nur mit Munition, sondern auch mit Soldaten. «Diese Männer sind kaum zwanzig Jahre alt, wurden einer Gehirnwäsche unterzogen und wissen nicht einmal, gegen wen sie kämpfen», sagt Timothy Cho gegenüber dem polnischen Newsportal «Fakt». Cho, der zweimal aus Nordkorea floh und dafür inhaftiert wurde, warnte vor den gefährlichen Konsequenzen der Allianz zwischen Moskau und Pjöngjang.
Die nordkoreanischen Soldaten sind nicht länger nur Kanonenfutter. Sie lernen, moderne Kriegsführung zu beherrschen, wie Cho berichtet. Als sie erstmals in die Ukraine kamen, fielen viele den Drohnenangriffen zum Opfer, da sie keine Erfahrung mit dieser Technologie hatten. «Sie lernen, Drohnen zu erkennen und zu zerstören, passen sich an und machen Fortschritte», erklärt Cho, der mittlerweile in Grossbritannien lebt.
Propaganda spielt entscheidende Rolle
Laut ukrainischem Militärgeheimdienst HUR sind nordkoreanische Soldaten seit Juni 2024 regelmässig in Russland stationiert. Rund 12'000 Soldaten wurden entsendet, von denen ein Viertel nach Nordkorea zurückkehrte, um ihre neuen Fähigkeiten zu teilen. Sie sind im Gebiet Kursk stationiert und führen grenznahe Operationen durch. Auch das «Wall Street Journal» berichtete am 6. Februar, dass nordkoreanische Soldaten Drohnen betreiben, Minen entfernen und Artillerieangriffe durchführen. Die Truppen werden im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Moskau und Pjöngjang regelmässig ausgetauscht.
Propaganda spielt dabei eine entscheidende Rolle. Beispielsweise wurden während einer nationalen Feier in Pjöngjang Bilder von nordkoreanischen und russischen Soldaten gezeigt, die gemeinsam eine Flagge hielten. Kim Jong-un kündigte zudem den Bau eines Museums an, das gefallenen Soldaten im Ausland gewidmet ist.
Festgenommenen Soldaten droht in der Heimat der Tod
Die Situation der nordkoreanischen Kriegsgefangenen in der Ukraine ist dramatisch. «Diese Männer sind gezwungen, für Russland zu kämpfen, und können nicht gefangen genommen werden», sagt Cho. Gemäss internationalem Recht sollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Doch dort droht ihnen der Tod. Stattdessen bitten sie die internationale Gemeinschaft, ihnen die Flucht nach Südkorea zu ermöglichen.
Cho fügt hinzu: «Ihre Anwesenheit in Russland und der Ukraine ist eine schlechte Nachricht für die demokratische Welt, angesichts der Achse des Autoritarismus zwischen Nordkorea, Iran, China und Russland.» Neben Soldaten schickt Nordkorea auch Zwangsarbeiter nach Russland, die besetzte ukrainische Städte wieder aufbauen und die russische Industrie unterstützen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf fakt.pl.