Passagiere der MV Hondius werden zum Flughafen gebracht
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Helikopter-Video zeigt:Polizei eskortiert Evakuierungs-Bus an den Flughafen

Nach Hondius-Evakuierung auf Teneriffa
Verliessen infizierte Mäuse das Seuchenschiff?

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius wächst die Unruhe. Es gibt neue Fälle in Europa – und auf Teneriffa steht eine heikle Frage im Raum: Konnten infizierte Nagetiere unbemerkt das Schiff verlassen?
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Mäuse könnten bei der Evakuierung der MV Hondius auf Teneriffa an Land gekommen sein.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hantavirus auf Schiff MV Hondius: Fälle jetzt auch in Spanien
  • Evakuierung nach Teneriffa: Sorge um infizierte Mäuse an Land
  • Niederlanden: Zwölf Krankenhausmitarbeiter vorsorglich in Quarantäne
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Daniel MacherRedaktor News

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius zieht immer weitere Kreise – und sorgt nun auch an Land für Unruhe. Nach Fällen in Frankreich und den USA ist jetzt auch in Spanien ein Passagier positiv getestet worden. Gleichzeitig wächst auf Teneriffa die Sorge, dass infizierte Nagetiere das Schiff verlassen haben könnten.

Der spanische Passagier wurde kurz nach Verlassen der Hondius positiv getestet und in ein Spital gebracht. Inzwischen zeigt der Mann laut dem spanischen Gesundheitsministerium Symptome: Er leidet unter leichtem Fieber und Atembeschwerden, befindet sich jedoch in stabilem Zustand ohne erkennbare klinische Verschlechterung. Der Patient liegt isoliert in einem Militärspital in Madrid.

Die 13 aus Spanien evakuierten Passagiere wurden allesamt mittels PCR-Test untersucht – bislang fiel nur ein Test positiv aus. Weitere Untersuchungen sollen die Ergebnisse bestätigen.

Spaniens Ministerin weist Sorge zurück

Brisant ist vor allem ein Detail: Damit die Evakuierung abgeschlossen werden konnte, musste das Schiff kurzfristig doch an einem Pier auf Teneriffa festmachen. Genau das wollte die Regionalregierung ursprünglich verhindern – aus Angst, infizierte Mäuse könnten an Land gelangen. Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García (52) wies diese Sorge unter Berufung auf Experten zurück. Dennoch sorgte die Entscheidung für Kritik.

Die Hondius befindet sich inzwischen mit einer Restbesatzung auf dem Weg nach Rotterdam, wo das Schiff vollständig desinfiziert werden soll. An Bord sind noch 25 Crewmitglieder sowie medizinisches Personal. Auch der Leichnam einer deutschen Passagierin, die Anfang Mai starb, wird dorthin überführt.

Niederlande: Zwölf Personen in Quarantäne

Derweil zeigt sich, wie komplex die Lage ist: In den Niederlanden mussten bereits zwölf Krankenhausmitarbeiter vorsorglich in Quarantäne, nachdem sie Kontakt zu einem infizierten Patienten hatten. Grund dafür war, dass bei der Aufnahme nicht alle Schutzvorschriften eingehalten wurden – das Infektionsrisiko gilt dennoch als gering.

Experten gehen derzeit davon aus, dass sich das Virus zunächst von einem Nagetier auf einen Menschen übertragen hat und sich dann innerhalb der Passagiere weiterverbreitete. Das sogenannte Andesvirus ist eine seltene Form des Hantavirus, die in Ausnahmefällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Eine erste genetische Analyse zeigt jedoch laut Fachleuten keine Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit.

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Nicht die einzige Unsicherheit

Eine weitere Panne betraf offenbar die ersten Ausschiffungen einzelner Passagiere, bevor die strengen Sicherheitsmassnahmen vollständig umgesetzt wurden. Gesundheitsbehörden räumen inzwischen ein, dass einige Reisende das Schiff bereits verlassen hatten, als die Schutzvorkehrungen noch deutlich geringer waren.

Dadurch entstand Unsicherheit darüber, ob mögliche Kontaktpersonen lückenlos erfasst werden konnten. Experten warnen deshalb, dass die Nachverfolgung komplizierter werde, weil sich infizierte Personen wegen der langen Inkubationszeit des Andesvirus womöglich erst Wochen später bemerkbar machen könnten.

Für zusätzliche Diskussionen sorgte zudem der Fall einer inzwischen verstorbenen 69-jährigen Niederländerin. Die Frau befand sich trotz ihres schlechten Gesundheitszustands zunächst bereits an Bord eines KLM-Linienflugs von Johannesburg nach Amsterdam, ehe ihr die Weiterreise untersagt wurde. Besonders brisant: Eine Passagierin, die Berichten zufolge nur wenige Sitzreihen entfernt sass, entwickelte später ebenfalls Symptome.

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