Passagiere der MV Hondius werden zum Flughafen gebracht
0:33
Helikopter-Video zeigt:Polizei eskortiert Evakuierungs-Bus an den Flughafen

WHO fordert 42 Tage Isolation
Diese Regeln gelten nach Hanta-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

Das Bangen nach der Kreuzfahrt des Grauens geht weiter: 94 Passagiere des Seuchen-Schiffs MV Hondius wurden evakuiert – auch Schweizer sind betroffen. Wer Pech hat, muss jetzt für 42 Tage in strikte Quarantäne.
Kommentieren
1/6
Seit Sonntag werden die Passagiere und Crewmitglieder der MV Hondius von Teneriffa aus in ihre Heimatländer ausgeflogen.
Foto: IMAGO/Europa Press

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 94 Personen von MV Hondius evakuiert, gefährliches Andes-Hantavirus verbreitet
  • 15 Minuten Kontakt unter 2 Metern gelten als Hochrisikokriterium
  • WHO empfiehlt 42 Tage Selbstüberwachung oder Quarantäne für Betroffene
Wiebke_Köhne_Praktikantin News Desk_Ringier Blick_1.jpg
Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Am Sonntag startete die aufwendige Evakuierung der Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius. Mit acht Sondermaschinen wurden unterdessen bereits 94 Personen zurück in ihre Heimatländer geflogen. 

Das sind 19 Länder, die nun aufpassen müssen, dass das von Menschen übertragbare Andes-Hantavirus keinen Weg in die Gesellschaft findet. Denn das gefährliche Virus kann tödlich enden. Seitdem den Behörden das Ausmass des Ausbruchs auf dem Seuchenschiff bekannt ist, gehen sie überlegt vor: Evakuierte werden medizinisch betreut und sicher isoliert. 

BAG orientiert an der WHO

Allerdings war es einigen Passagieren schon vor dem letzten Sonntag möglich, das Schiff zu verlassen. Diese entgingen unbewusst auch den Rettungsmassnahmen. So kam es, dass eine Person aus Genf auf einem Flug von St. Helena nach Johannesburg Kontakt zu einer schwer infizierten Passagierin hatte. Dies, ohne selbst auf dem Kreuzfahrtschiff gewesen zu sein. 

Auch jetzt werden noch immer neue Fälle und Kontakte gemeldet. Zuletzt wurde ein US-Passagier positiv auf das Virus getestet, obwohl er vorerst keinerlei Symptome zeigte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte daher ein Dokument, in dem Verhaltensmassnahmen für betroffene Personen definiert wurden. 

Auf Blick-Anfrage teilte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit, dass man sich hier ebenfalls an den definierten Massnahmen der WHO orientiere. Was sollte man also wissen?

Nach 15 Minuten ist man Hochrisikokontakt

Die Richtlinien gelten auch für Personen ausserhalb der MV Hondius, etwa andere Flugreisende oder medizinisches Personal, das mit Passagieren Kontakt hatte. Im Gegensatz zu den Passagieren werden sie jedoch nicht automatisch als Hochrisikokontakte eingestuft.

Als Hochrisikokontakt gilt man erst, wenn man mindestens 15 Minuten lang weniger als zwei Meter Abstand zu einer möglicherweise infizierten Person hatte. Im Flieger wird es eng: Wer maximal zwei Reihen vor oder hinter einem Infizierten sass, gilt als gefährdet. Bei direktem Körperkontakt ist eine Ansteckung am wahrscheinlichsten — insbesondere durch Körperflüssigkeiten wird das Virus übertragen. 

Bei Symptomen erfolgt umgehend ein Test

Personen mit einem geringen Risikokontakt, die daraufhin keine Symptome aufweisen, müssen sich im Alltag nicht einschränken. Allerdings sollten sie für 42 Tage ihre Symptome selbst überwachen und eine Kontaktliste führen.

Wer plötzlich Fieber, Schüttelfrost oder Atemnot bekommt, muss das umgehend melden! Auch Übelkeit und Durchfall sind Alarmsignale. Dann gilt: Ab in die Isolation und testen lassen.

Hochrisikokontakte werden täglich überprüft

Hochrisikokontakte müssen sich hingegen von Anfang an in eine 42-tägige Quarantäne begeben. Unter bestimmten Umständen kann die Isolation zu Hause erfolgen, ansonsten findet diese in einer medizinischen Einrichtung statt. In beiden Fällen führt die Gesundheitsbehörde täglich eine Kontrolle der Symptome durch und erfasst diese.

Falls einer Isolation zu Hause zugestimmt wird, sollten sich die Personen auch innerhalb des Haushalts in ein separates Zimmer begeben, alleine schlafen und den Kontakt zu anderen Haushaltsmitgliedern meiden. Auch Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und falls möglich die Benutzung eines eigenen Bades werden empfohlen. 


Was sagst du dazu?
Meistgelesen