Darum gehts
- US-Justizministerium veröffentlichte Millionen neuer Dokumente über Jeffrey Epstein
- «Wall Street Journal»: 43 Opfer-Namen ungeschwärzt in den Dokumenten, darunter mehrfach vollständige Namen von Frauen
- Peter Attia, Steven Tisch, Howard Lutnick und Elon Musk tauschten Mails mit Epstein aus
Am Freitag liess das US-Justizministerium die Bombe platzen und veröffentlichte Millionen Seiten an Dokumenten, mehr als 100'000 Bilder und 2000 Videos aus den Epstein-Akten. In den Dateien tauchen auch neue Namen auf. Blick listet mehrere von ihnen auf.
Dutzende Namen von Opfern
Das US-Justizministerium ist sehr schlecht im Zensieren von Informationen. Schon bei den im Dezember veröffentlichten Dokumenten konnten die schwarzen Balken einfach umgangen werden. Markierte Textstellen musste man dafür lediglich aus dem veröffentlichten PDF kopieren und in ein anderes Dokument einfügen.
Auch in den am Freitag veröffentlichten Dokumenten finden sich Namen von Opfern und anderen Privatpersonen, die eigentlich nicht öffentlich sein müssten. Das «Wall Street Journal» hat 43 Namen von Opfern ausgemacht, die in den neu veröffentlichten Dokumenten gänzlich ungeschwärzt auftauchen sollen. Die vollständigen Namen mehrerer Frauen tauchen in den Akten mehr als hundertmal auf, schreibt die Zeitung.
Peter Attia, Langlebigkeits-Doc
Der Bestsellerautor Peter Attia (52) soll laut einem Bericht der «New York Post» Hunderte teils fragwürdige Mails mit dem verurteilten Sexualstraftäter ausgetauscht haben. In dem Schriftverkehr finden sich unter anderem fragwürdige Witze, beispielsweise, dass weibliche Genitalien nur wenige Kohlenhydrate enthalten würden. Wiederholt erkundigte sich Attia nach dem Wohlbefinden des Investmentbankers.
«Weisst du, was das grösste Problem daran ist, mit dir befreundet zu sein? Dein Leben ist so unglaublich, und trotzdem kann ich es keinem Menschen erzählen...», soll Attia dem Investmentbanker unter anderem geschrieben haben.
Miroslav Lajcak, slowakischer Regierungsberater
Der frühere slowakische Aussenminister Miroslav Lajcak (62) musste im Zuge der neuen Veröffentlichungen als Berater der slowakischen Regierung von Premierminister Robert Fico (61) zurücktreten. Das Nachrichtenportal «360tka» hat einige Chats veröffentlicht, die aus den neu vom US-Justizministerium veröffentlichten Ermittlungsakten zum Fall Epstein stammen sollen. Diesen zufolge hat der US-Multimillionär Lajcak junge Frauen angeboten. Sie seien «wahrscheinlich zu jung für dich», habe Epstein geschrieben, worauf Lajcak geantwortet habe: «Du hast mich nicht in Action erlebt.» Der Politiker habe im Gegenzug seine Kontakte zu Fico angeboten.
Das Portal Dennik berichtete über einen weiteren Austausch. Lajcak soll Epstein ein Foto aus Moskau gesendet haben, das in den Unterlagen geschwärzt ist, und der Sexualstraftäter antwortete, er würde «eine Ansicht von innen bevorzugen». Lajcak schrieb zurück: «Die Mädchen sind unglaublich!» Lajcak erklärte, er stehe unter Schock und habe nie mit Epstein über Frauen gesprochen.
Howard Lutnick, US-Handelsminister
Der heutige Minister in der Administration von US-Präsident Donald Trump (79) soll einem Bericht der «New York Times» zufolge im Jahr 2012 einen Besuch auf der berüchtigten Epstein-Insel geplant haben. Lutnick hatte bislang behauptet, er habe die Verbindungen zu Epstein im Jahr 2005 abgebrochen. Der Zeitung sagte Lutnick am Freitag: «Ich habe überhaupt keine Zeit mit ihm verbracht.»
Die Dokumente legen jedoch nahe, dass der Besuch tatsächlich stattfand – und zwar am 23. Dezember 2012. «Schön, dich zu sehen», soll Lutnick Epstein nach dem Treffen geschrieben haben.
Elon Musk, reichster Mensch der Welt
Elon Musk hat 2019 öffentlich erklärt, Epsteins Insel nie besucht zu haben. In neuen Mails aus den Jahren 2012 und 2013 scheinen der reichste Mensch der Welt und der Pädokriminelle Epstein allerdings mögliche Besuche auf Epsteins Privatinsel in der Karibik zu verabreden. Musk war an «der wildesten Party» auf der Insel interessiert, wie eine Nachricht belegt. Epstein erkundigte sich auch nach der Personenzahl, mit der Musk und mögliche Begleiterinnen und Begleiter auf die Insel gebracht werden sollten.
Ein weitere Mail deutet an, dass Musk nach einem «guten Zeitpunkt» für einen Besuch erkundigte. Die Akten lassen allerdings offen, ob ein Besuch tatsächlich stattgefunden hat.
«Sie sind echt», schrieb Elon Musks Tochter Vivian Wilson auf der Social-Media-Plattform Threads zu den Enthüllungen. «Wenn ich mehr Informationen bekomme, die ich bestätigen kann, werde ich das tun», verspricht sie. «Wirklich, was zur Hölle ist mein Leben?», fragt sie sich in einem Beitrag weiter.
Steve Tisch, Mitbesitzer der New York Giants
Der Name von Steve Tisch, Co-Besitzer des American-Football-Teams New York Giants, soll sich hunderte Male in den neuen Akten finden. Tisch und Epstein sollen sich über erwachsene Frauen ausgetauscht haben. Tisch teilte mit, dass seine Verbindung zu Epstein nur «kurz» gewesen sei, er nie auf dessen Insel gewesen sei und den Kontakt heute bereue. Er betont, dass er von Epsteins kriminellen Aktivitäten nichts gewusst habe, und distanziert sich deutlich von Epstein.