Darum gehts
- Mary Ellen Eron (85) erhält 146'317 Dollar durch Spendenkampagne
- Video von Brooklyn Green berührt 13 Millionen Menschen online
- Über 7500 Spender unterstützen Eron, Ziel waren 200'000 Dollar
Sieben Tage die Woche schuften, um über die Runden zu kommen – und das mit 85 Jahren. Mary Ellen Eron ist das Gesicht vieler armer Seniorinnen und Senioren in den USA. Seit fast einem halben Jahrhundert arbeitet sie in einem Kino in Maryville im US-Bundesstaat Tennessee.
Doch ein Kinobesuch von Brooklyn Green änderte alles. Green beobachtete die betagte Frau dabei, wie sie während ihrer Schicht einen schweren Müllsack schleppte und einen Reinigungswagen vor sich herschob. Es tat ihr im Herzen weh.
Spendenaktion wird zum Mega-Erfolg
Green filmte die Szene und stellte den Clip ins Netz. «Lasst uns dieser wundervollen Frau heimlich helfen, in den Ruhestand zu gehen. Niemand sollte in diesem Alter noch arbeiten», schrieb sie dazu. Das Video ging sofort viral. Mehr als 13 Millionen Menschen sahen den Clip.
Die Kinobesucherin zögerte nicht lange. Sie startete eine Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe – obwohl sie die alte Frau nicht einmal persönlich kannte. «Ich wusste nichts über sie, nicht einmal ihren Namen», sagt Green zum US-TV-Sender WATE.
Das Ziel der Aktion: 200'000 US-Dollar. Am Ende kam die stolze Summe von 146'317 Dollar zusammen. Über 7500 Menschen öffneten ihr Portemonnaie für das Kino-Grosi.
«Vom Herrn gesegnet»
Am Mittwoch folgte die hochemotionale Übergabe. Als die 85-Jährige die Wahnsinnssumme auf dem Zettel sah, brach sie in Tränen aus: «Oh mein Gott, das ist so viel Geld!» Green drückte die rüstige Rentnerin: «Sie verdienen jeden einzelnen Cent.»
Eron, die sich in ihrer Freizeit selbst ehrenamtlich für Obdachlose und ihre lokale Kirche engagiert, dankte den edlen Spendern unter Tränen: «Ich bin überwältigt und zweifellos vom Herrn und von euch wunderbaren Menschen gesegnet. Nochmals vielen Dank.»
Der Manager des Kinos stellte klar: Es sei allein Erons Entscheidung, wann sie aufhören wolle. Dank der grosszügigen Spender aus dem Internet muss sie es ab heute jedenfalls nicht mehr aus Geldnot tun.
Die rührende Geschichte aus den USA ist kein Einzelfall. Immer wieder verändern Spendenaufrufe das Leben von Menschen. Diese zwei Fälle von Schweizern sind besonders rührend:
Aargauer kratzte sich blutig – dann kam die Schockdiagnose
Sein Leben lang war Pietro Mallus gesund. Doch plötzlich bekam er einen seltsamen Hautausschlag. Es wurde immer schlimmer. Dann folgte die Schockdiagnose: Nierenversagen!
Die Rechnungen und seine körperliche Verfassung machten ihm schwer zu schaffen. Besonders wegen seiner Familie. «Darum habe ich den Spendenaufruf gestartet – aus Verzweiflung. Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen finden, die uns helfen», sagte Mallus im April dieses Jahres zu Blick. Innert drei Tagen kamen über 13'000 Franken zusammen. «Es ist nicht das Geld, das mich so glücklich macht, sondern ich habe meinen Glauben wieder zurück.»
Zürcher nach Herzdrama in Costa Rica wieder in der Schweiz
Die Costa-Rica-Ferien endeten für Manuel Scheidegger in einem Albtraum. Kurz vor der Rückreise in die Schweiz bekam er Herzprobleme und musste ins Spital. Und die Kosten summierten sich.
Weil unklar war, wie lange der Schweizer dort bleiben muss und wie hoch die Kosten noch werden würden, rief seine Schwester Diana Scheidegger einen Spendenaufruf ins Leben. Und die Anteilnahme war hoch. Innert weniger Tage kamen insgesamt 31'368 Franken zusammen. «Ich bin so dankbar», sagte Manuel Scheidegger. Das Ganze habe ihn sehr berührt. Und schliesslich kam der Zürcher im April vergangenes Jahres wieder zurück in die Schweiz.