Darum gehts
- In Hölstein BL traf ein gebrochener Holzpfosten am Mittwoch einen Fünfjährigen
- Der Bub erlitt einen Schädelbruch, wurde notoperiert und liegt im Spital
- Spendenaktion für Familie brachte bis Freitag rund 9800 Franken ein
Chindsgi Neumatt in Hölstein BL: Ein dicker Holzpfosten liegt auch am Freitag noch auf dem Boden. Daran hängt ein grosses Netz aus dicken Seilen, mit dem die Kinder sonst schaukeln. Der Spielplatz ist mit Polizeiband abgesperrt. Genau hier kam es am Mittwochmorgen zu einem tragischen Unfall.
Drei Kinder schaukelten auf dem Netz, eine Lehrperson schubste sie an. Plötzlich brach der Stützpfosten und traf einen Buben (5) mit voller Wucht am Kopf. Der Junge kommt sofort ins Spital und muss notoperiert werden. Die Diagnose: Schädelbruch! Die Ärzte kämpfen stundenlang bis tief in die Nacht um das Leben des Fünfjährigen.
Die Kantonspolizei Baselland bestätigt auf Blick-Anfrage den Unfall. Sie ermittelt. Sprecher Adrian Gaugler sagt: «Die genauen Umstände werden jetzt abgeklärt.»
Balken ist morsch
Blick hat sich am Freitag ein Bild vor Ort gemacht. Erkennbar ist, dass der Stützbalken direkt über dem Boden abbrach. Die Bruchstelle zeigt auch: Das Holz ist innen morsch und zersetzt.
Am Mittag holen viele Eltern ihre Kinder ab, ihre Gesichter sind ernst. «Es ist schrecklich, was hier passiert ist», sagt eine Mutter. «Es hätte jedes Kind erwischen können.»
Auch Gemeindepräsidentin Andrea Heger (52) zeigt sich im Gespräch mit Blick betroffen. «So etwas belastet uns alle», sagt sie. «Wir wollen wissen, wie das passieren konnte.»
Der Spielplatz sei «den Vorgaben entsprechend regelmässig kontrolliert» worden, so Heger. Weiter erklärt sie: «Wir haben alle von der Polizei gewünschten Rapporte übergeben.»
Der Gemeinderat habe gemeinsam mit der Schule die Familie kontaktiert und eine Karte mit den besten Wünschen geschickt. «Auch der schulpsychologische Dienst des Kantons ist aktiviert», sagt Heger. «Er unterstützt und begleitet die Schule, Schulkinder und Familien bei der Verarbeitung der Eindrücke rund um dieses aufwühlende Ereignis.»
Spenden für das Opfer
Eine Bekannte der betroffenen Familie hat ein GoFundMe für die Familie des schwer verletzten Kindes eingerichtet. Innerhalb eines Tages sind rund 9800 Franken an Spenden zusammengekommen.
Die Initiantin erklärt im Text zur Kampagne, dass sie der Familie mit dem Aufruf die Möglichkeit geben möchte, «sich in dieser schweren Zeit organisieren zu können und ein Stück Normalität zu erfahren». Aus persönlicher Erfahrung kenne sie «die Folgen einer Hirnverletzung zu gut» und somit auch «die Hürden und Sorgen in einer solchen Ausnahmesituation».
Am Freitag erfolgt dann ein Update: Überwältigt von der Anteilnahme bedankt sie sich bei allen Spendern. Und erklärt: Jeder Spender soll die Möglichkeit erhalten, sich auf einem Holzprojekt für das Kinderzimmer des Fünfjährigen namentlich verewigen zu können.
Auch auf den Unfall vom Mittwoch geht die Initiantin im Ursprungstext der Kampagne ein. Sie schreibt: «Es schien ein ganz normaler Kindergartenmorgen für ihren Sohn (5) zu sein. In der Pause spielten einige Kinder auf dem Klettergerüst/Schaukel.» Und weiter dann: «Ein Knacken ereignete sich und das Gerüst fiel in sich zusammen. Es traf den Jungen schwer am Hinterkopf. Er wurde am Schädel/Hirn notoperiert. Was bleibt, ist Ungewissheit – und eine Familie, die mit drei weiteren Kindern funktionieren muss.» Für die Familie stehe die Zeit seither still.