Darum gehts
- Israel greift Hisbollah-Infrastruktur im Südlibanon an, 16 Tote gemeldet
- Reaktion auf «wiederholte Verstösse gegen die Waffenruhe» durch Hisbollah
- Mindestens 16 Tote laut libanesischer Nachrichtenagentur
Das israelische Militär hat am Freitag im Südlibanon Angriffe auf Infrastruktur der Hisbollah durchgeführt. Ziel der Angriffe sollen auch Kämpfer der Terrororganisation gewesen sein.
Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf «wiederholte Verstösse gegen die Waffenruhe» durch die vom Iran unterstützte Miliz, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Laut der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden bei israelischen Luftschlägen mindestens 16 Menschen getötet. Die Nachrichtenagentur unterschied in ihrer Meldung nicht zwischen Zivilisten und Hisbollah-Kämpfern.
Vier israelische Soldaten sterben im Südlibanon
Laut Angaben der israelischen Armee soll die Hisbollah vergangene Nacht eine Salve Raketen auf israelische Truppen im Südlibanon abgefeuert haben. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.
Das israelische Militär teilte am Freitagmorgen ferner mit, dass bei einem Angriff der Hisbollah im Südlibanon in der Nacht auf Freitag ein israelischer Bataillonskommandant und drei weitere Soldaten getötet wurden. Eine Drohne oder Panzerabwehrrakete habe den Panzer des Bataillonskommandanten im Dorf Kfar Tebnit getroffen, hiess es weiter. Schon der Vorgänger des Bataillonskommandanten war im April im Südlibanon schwer verwundet worden.
Minister: «Ganz Libanon muss brennen»
Die anhaltenden Kämpfe im Libanon könnten ein neu unterzeichnetes Abkommen zwischen dem Iran und den USA torpedieren, das einen sofortigen Stopp der Militroperationen «an allen Fronten, einschliesslich im Libanon» vorsieht. Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (50) rief nach den Angriffen dazu auf, den Libanon «brennen zu lassen». «Bei allem Respekt vor den Amerikanern: Israel muss der ganzen Welt unmissverständlich klarmachen, dass das Blut unserer Söhne und die Sicherheit unserer Bürger nicht verspielt sind. Ganz Libanon muss brennen», schrieb der Politiker auf der Plattform X.
«Unsere oberste Pflicht ist der Schutz der israelischen Bürger und der Soldaten der israelischen Streitkräfte, und diese Verpflichtung hat Vorrang vor allen anderen Erwägungen. Ich habe dem Premierminister auch in unseren privaten Gesprächen gesagt: Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen 1000 libanesische Mütter weinen», erklärte er weiter und forderte ein «entfesseltes» Vorgehen, um den Terror in der Region zu zerschlagen.