Hier unterschreibt Trump in Versailles das Abkommen
0:35
«Das war nicht einfach»:Hier unterschreibt Trump das Abkommen

Israel schiesst gegen Trump
«Das ist ein sehr schlechter Deal!»

Israels Uno-Botschafter Danny Danon kritisiert die USA nach dem Iran-Deal scharf. Die Absichtserklärung sei «sehr schlecht» für Israel und die Golfstaaten. Er wirft Trump vor, dem Iran eine stärkere Position verschafft zu haben.
Kommentieren
1/4
In Israel wird Trumps US-Iran-Deal kritisch betrachtet.
Foto: imago/UPI Photo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA und Iran einigen sich auf Rahmen für weitere Verhandlungen
  • Israel kritisiert Abkommen scharf, G7 loben es als «historische Chance»
  • Strasse von Hormus wieder geöffnet, betrifft globalen Handel mit Öl
RMS_Portrait_AUTOR_332.JPG
Janine EnderliRedaktorin News

Der Deal zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für Anspannung: Israels Uno-Botschafter Danny Danon hat die getroffene Absichtserklärung scharf kritisiert.

Gegenüber dem Fernsehsender Channel 14 nannte er den Deal «sehr schlecht» für Israel, die USA und die Golfstaaten. Er warf US-Präsident Trump (80) vor, dem Iran durch die Eile beim Verhandlungsprozess eine stärkere Position verschafft zu haben.

Viel Verwirrung

«Aber wir müssen abwarten. Es gibt noch keine Entscheidung – lediglich einen Rahmen für die Fortsetzung der Verhandlungen», so der Botschafter.

Derweil sind die Vermittler Pakistan und Katar über das getroffene Abkommen erleichtert. Pakistans Premierminister hat die «friedliche Lösung» des Konflikts zwischen den USA und dem Iran begrüsst und gleichzeitig der Führung beider Länder zur Unterzeichnung des Deals gratuliert.

Doch während Premierminister Shehbaz Sharif jubelte, sorgt die Veröffentlichung der Punkte auf dem Globus für eine Mischung aus Empörung, Verwirrung und Erleichterung.

Erleichterung bei G7 – kritische Fragen in Israel

In Frankreich begrüssten die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten das Abkommen und bezeichneten es als «historische Chance, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu erwerben». Die europäischen Staats- und Regierungschefs wurden bei den Verhandlungen weitgehend aussen vor gelassen, äusserten jedoch Erleichterung darüber, dass die Strasse von Hormus wieder geöffnet werde.

Diesen Punkt sieht man in Israel offensichtlich weniger optimistisch. Mark Regev, der Ex-Berater des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu (76), stellte infrage, wie ernst der Iran die Verhandlungen über sein Atomprogramm nehmen würde, nachdem die USA den wirtschaftlichen und militärischen «Druck» aufgehoben hätten.

«Jetzt haben wir eine Krise mit den Amerikanern»

Yair Lapid, der Vorsitzende der israelischen Opposition, sagte am Dienstag: «Netanyahu hat uns einen historischen Sieg versprochen – und wir haben eine Krise mit den Amerikanern, die Strasse von Hormus, die für die Iraner offen ist, Geld für die Revolutionsgarden, auf Israel gerichtete ballistische Raketen und ein Israel, das wie ein gescholtenes Kind im Flur wartet.»

In den USA selber fallen die Reaktionen gemischt aus. Der republikanische Senator Lindsey Graham, ein enger Verbündeter Trumps, äusserte sich positiv über das «Memorandum of Understanding (MOU)». Er sieht darin Vorteile für die USA, da dadurch die Strasse von Hormus wieder geöffnet und die Spannungen mit dem Iran reduziert werden könnten. Ob eine überprüfbare Einigung über das iranische Atomprogramm möglich ist, bleibe offen, dennoch halte er Verhandlungen für sinnvoll.

Lernt der Iran, dass Erpressung hilft?

Andere republikanische Senatoren blieben skeptisch. Bill Cassidy kritisierte, dass Irans Atomambitionen nicht eingeschränkt wurden und Teheran nun gelernt habe, dass Drohungen gegen die Strasse von Hormus ein wirksames Druckmittel seien.

Die Reaktionen aus den Golfstaaten fallen ebenfalls verhalten aus. In Kuwait hoffe man, die Situation beruhige sich jetzt. Gleiches hört man aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain.


Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen