Darum gehts
- Ukraine plant «Donnyland» im Donbass, um US-Präsident Trump zu beeindrucken
- Enklave soll auf 60x80 km entstehen, ähnlich dem Stadtstaat Monaco
- USA-Kooperation für Kriegshilfe erhofft, Sorge vor Annäherung an Russland
Ukrainische Beamte schlagen einen Strategiewechsel im Umgang mit US-Präsident Donald Trump (79) vor. Wie «The Telegraph» berichtet, sorgt eine schmeichelhafte Konzeptidee für Augenzwinkern in Kiew.
Der Plan: In der Donbass-Region soll eine Enklave mit dem Namen «Donnyland» entstehen. Bis jetzt wurde die Idee jedoch noch nicht in offiziellen Dokumenten festgehalten.
Für «Donnyland» wäre eine Fläche von ungefähr 4800 km2 vorgesehen — 400 km2 kleiner als der ganze Kanton Wallis. In seinem Aufbau würde es dem Stadtstaat Monaco ähneln. Neben einer selbst verwaltenden Einheit können sich die Beamten auch eine ausschliessliche Wirtschaftszone vorstellen. Dieser Gedanke würde Trump gefallen, denn er selbst schlug bereits im letzten Jahr vor, auf dem Gebiet eine Sonderwirtschaftszone zu etablieren.
Trump ist das Ziel des Konzepts
Was dem Präsidenten noch mehr gefallen dürfte: Einige der Befürworter von «Donnyland» schlugen vor, dass Trumps Friedensrat eine Rolle bei der Verwaltung des Kleinstaats spielen sollte. Die skurrile Idee ist aus der verzweifelten Situation entstanden, in der sich die Ukraine derzeit befindet.
Laut der «Times» ist der Austausch zwischen der Ukraine und den USA derzeit eingeschränkt und man mache sich Sorgen darüber, dass sich die USA stattdessen vermehrt Russland annähern könnten.
Hinter dem Donbass-Vorschlag wird eine aussenpolitische Neuausrichtung der Ukraine vermutet. Man möchte damit die Gunst des US-Präsidenten gewinnen, um sich vermehrte Unterstützung im Krieg gegen die russische Invasion zu sichern.
Ob die Idee umgesetzt wird und ob das Ego von Trump darauf anspringt, bleibt vorerst abzuwarten. Dass US-Präsidenten im Ausland auf kuriose Weise geehrt wurden, ist jedoch nichts Neues. Blick zeigt weitere internationale Fälle von Präsidentenehrungen.
George W. Bush steht in Fushë-Krujë
In der albanischen Stadt Fushë-Krujë gibt es einen regelrechten Kult um den ehemaligen US-Präsidenten Georg W. Bush (79). Laut «Huffpost» wurden etliche Geschäfte nach dem Präsidenten benannt. Hinzu kommt eine drei Meter hohe Bush-Statue auf dem gleichnamigen Platz. Historischer Hintergrund für die Verehrung ist einerseits seine tragende Rolle bei der Unabhängigkeit des Kosovos und andererseits sein Besuch 2007 – als erster US-Präsident überhaupt.
Die Obama-Raststätte
Das kleine irische Dorf Moneygall wurde 2011 von Barack (64) und Michelle (62) Obama besucht. Seit dem Besuch wurde der Ort inoffiziell in «Dorf der Ahnen von Präsident Obama» umbenannt. Wie sich herausstellte, ist Obama zu drei Prozent Ire und ein Vorfahre von ihm im Jahre 1850 aus dem Dorf nach New York ausgewandert. Laut «Spiegel» ist das Obama-Dorf nun eine Touristenattraktion. Direkt an der Autobahn wurde das «Obama Plaza» eröffnet, eine Mischung aus Raststätte und Kult-Museum.
Die kontroverse Reagan Statue
2011 ehrte die Hauptstadt von Ungarn den verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan (1911-2004) mit einer massiven Bronzestatue. Wie die «Kronenzeitung» berichtete, wurde diese von dem damaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán (62) auf dem Budapester Freiheitsplatz eingeweiht. Das Denkmal sollte an die erfolgreiche Bekämpfung des Kommunismus erinnern, welche der US-Präsident vorantrieb. Die Kontroverse: Die Orbán-Regierung geriet selbst wegen autoritärer Tendenzen in massive internationale Kritik.