«Hausfrauen mit 3D-Druckern»
Rheinmetall-Chef lästert über ukrainische Drohnenproduktion

Rheinmetall-CEO Armin Papperger sorgt mit Aussagen zur ukrainischen Drohnenproduktion für Aufsehen. Er nennt die Bemühungen «keine Innovation». International hagelt es Kritik, die Ukraine kontert scharf.
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Rheinmetall-Chef Armin Papperger lästert über die ukrainische Drohnenproduktion.
Foto: U. Baumgarten via Getty Images

Darum gehts

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  • Rheinmetall-Chef kritisiert ukrainische Drohnen, nennt sie «Hausfrauen-Innovation»
  • Ukraine kontert: FPV-Drohne für 500 Dollar zerstört Millionen-Panzer
  • Rheinmetall-Aktie seit Kriegsbeginn um über 1200 Prozent gestiegen
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Rüstungskonzerne wie Rheinmetall gehören zu den grössten Gewinnern des Ukraine-Kriegs. Die Aktie des deutschen Konzerns liegt vier Jahre nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine mehr als 1200 Prozent im Plus. Das hält aber Rheinmetall-CEO Armin Papperger (63) nicht davon ab, in einem Interview mit «The Atlantic» über die Drohnenproduktion der Ukraine herzuziehen. «Es sind ukrainische Hausfrauen», sagte er. «Sie haben 3D-Drucker in der Küche und stellen Drohnenteile her. Das ist keine Innovation.»

Die Ukraine habe bei der Drohnenherstellung keine technologischen Durchbrüche erzielt, so der Rheinmetall-Chef. Sympathien dürfte Papperger mit seinen Aussagen keine gewinnen. Im Gegenteil: Die internationale Kritik ist heftig.

Drohnen für 500 Dollar zerstören teure Waffen

Auch in der Ukraine lässt man die Aussagen nicht unbeantwortet. Militärische Innovationen sollten nach ihrer Effektivität auf dem Schlachtfeld und nicht nach ihrer technologischen Komplexität beurteilt werden, kontert etwa Jaroslaw Kalinin, Geschäftsführer des ukrainischen Rüstungsunternehmens Infozahyst. «Eine FPV-Drohne für 500 Dollar, die einen Panzer im Wert von Millionen zerstört – das ist Innovation», schreibt er auf Facebook. In der Ukraine werden aus handelsüblichen Drohnenkomponenten, die zum Teil aus dem 3D Drucker kommen, und online bestellten Motoren Kampfdrohnen zusammengebaut. 

Pappergers Aussagen sind im Kontext des Iran-Kriegs zu sehen: 30 Tage nach Ausbruch zeigt sich einmal mehr deutlich, wie teuer die Luftverteidigung ist. Der Iran greift die Nachbarländer wie Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate mit Raketen und günstigen Kamikaze-Drohnen an. 

Ukraine bietet im Nahen Osten Hilfe an

Die Raketen der hochtechnologischen Luftabwehr wie dem US-Patriot-System kosten zum Teil mehrere Millionen Franken pro Stück. Das geht enorm ins Geld, weshalb die Ukraine den Golfstaaten und den USA Hilfe für eine kostengünstige Drohnenabwehr angeboten und Experten in die Region entsandt hat. Die Ukraine hofft im Gegenzug auf zusätzlichen Support bei der Verteidigung gegen die russischen Invasoren. Das untergräbt direkt das lukrative Geschäft von Rheinmetall.

Auch der ukrainische Techinvestor Denis Dovgopoliy teilt auf Facebook gegen den Rheinmetall-Chef aus. Dieser arbeite in einer Branche, in der «ein vor zehn Jahren entwickeltes Produkt als innovativ gilt». Dabei würde schweres Kriegsgerät wie Panzer «in künftigen Kriegen kaum noch zum Einsatz kommen», wie sich bereits heute in der Ukraine zeige. Rheinmetall zeigt sich inzwischen auf dem Kurznachrichtenportal X versöhnlich. Man habe «höchsten Respekt» vor den Ukrainern und ihren Bemühungen, ihr Land zu verteidigen.

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