Seit vier Jahren dauert der Ukrainekrieg bereits an. Auf dem Schlachtfeld sorgen neuste Technologien und künstliche Intelligenz immer wieder für entscheidende Vorteile. Doch auch mit auf den ersten Blick simplen Tricks findet die Ukraine immer wieder Wege, im Krieg gegen Russland die Oberhand zu gewinnen.
Laut einem Bericht des ukrainischen Magazins «Militarnyi» schleust die Ukraine über Hilfslieferungen ganz besonders präparierte Einlegesohlen in die russische Armee. Die beheizten Einlegesohlen sollen demnach vom ukrainischen Geheimdienst mit Sprengstoff gefüllt worden sein. Getarnt als gewöhnliche humanitäre Hilfe seien die Sprengsohlen so mithilfe russischer Freiwilliger und Wohltätigkeitsorganisationen in die russische Militärausrüstung gelangt.
Sohlen mit 1,5 Gramm Sprengstoff gefüllt
Laut «Militarnyi» habe jede Einlegesohle etwa 1,5 Gramm TNT enthalten – eine Sprengladung, die, direkt am Fuss getragen, erhebliche Verletzungen verursachen kann. Ob es tatsächlich bereits zu Verletzungen durch die Sprengladungen gekommen ist, ist nicht bekannt. Anfang März seien möglicherweise mehrere Zehntausend Einheiten von solchen Lieferungen betroffen gewesen, schreibt das russische Magazin. Eine unabhängige Bestätigung gibt es hierzu nicht.
Der Sprengstofftrick wurde laut dem russischen Magazin aufgedeckt, nachdem ein Beteiligter einen Fehler gemacht hatte. Die beschlagnahmte Lieferung sei aus Polen über Belarus verschickt worden, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den russischen Geheimdienst FSB. Laut FSB wurde die Einlegesohle so präpariert, dass sie beim Anschluss an eine Stromquelle detoniert.
Der ukrainische Schuhsohlentrick beruht nicht nur auf Sprengkraft, sondern bietet einen weiteren strategischen Vorteil. Gegenüber dem Magazin «Forbes» spricht der Sicherheitsexperte Treston Wheat von einer effektiven Sabotage, die für Reibung und Verzögerungen bei routinemässigen Versorgungslieferungen sorgen könne. Gerade hier liegt ein Schwachpunkt der russischen Armee, die auf Spendenlieferungen angewiesen ist.
Immer wieder setzt die Ukraine auf Täuschmanöver
Es ist nicht das erste Mal, dass die Ukraine auf versteckte Sprengladungen setzt. Bereits zu Beginn des vergangenen Jahres soll die Ukraine gemäss einem Bericht des Mediums «Babel» First-Person-View-Brillen (FPV-Brillen) zur Steuerung von Drohnen mit Sprengladungen versehen und als Hilfslieferungen in russische Streitkräfte eingeschleust haben.
Auch der russische Kriegsblogger Platon Mamatov berichtete im Februar auf Telegram, dass über Hilfslieferungen Drohnenspulen mit optischen Geräten geliefert worden seien. Darin verborgen: Plastiksprengstoff und Zünder.
Auch Täuschkörper und Attrappen halfen der Ukraine bisher immer wieder im Krieg gegen Russland. Mit Holzpanzern oder Fake-Drohnen führten sie die russischen Streitkräfte in die Irre und sorgten dafür, dass wertvolle Munition für wertlose Ziele verschwendet wurde. Laut einem Bericht des Senders BBC können die Täuschkörper als Bausatz geliefert werden, aufblasbar oder zweidimensional sein oder durch die besondere Reflexion von Radiowellen eine Radarillusion eines Panzers erzeugen. Auch Russland setzte schon auf solche Attrappen.