Darum gehts
- CDU-Politiker Jens Spahn in Kritik nach Leihmutterschaft in den USA
- Spahn betont finanzielle Absicherung der Leihmutter und private Entscheidung
- CDU bleibt beim Verbot der Leihmutterschaft, Rücktrittsforderungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Der deutsche CDU-Fraktionschef Jens Spahn (46) steht nach der Geburt seines Kindes durch eine Leihmutterschaft in den USA in der Kritik. Was für ihn und seinen Ehemann Daniel Funke (44) ein privates Familienglück ist, sorgt parteiintern für Diskussionen. Kritiker werfen Spahn vor, mit seiner Entscheidung im Widerspruch zur offiziellen Haltung der CDU zu stehen.
Besonders deutlich äussert sich Marion Rosin (57), Landesvorsitzende der Frauen-Union in Thüringen. Sie verweist darauf, dass eine Leihmutterschaft in Deutschland aus ethischen Gründen verboten ist, und sieht in Spahns Vorgehen eine bewusste Umgehung dieser Regelung. Für einen Spitzenpolitiker könne ein solcher Widerspruch die Glaubwürdigkeit beschädigen.
CDU: Partei hält an Haltung fest
Spahn weist die Kritik zurück. Die Leihmutter sei finanziell abgesichert, habe bereits eigene Kinder und lebe in stabilen Verhältnissen. Zudem leite er aus seiner privaten Entscheidung keine politischen Forderungen ab.
Die CDU hält trotz der Debatte an ihrer bisherigen Linie fest. Eine Parteisprecherin betonte, dass das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland bestehen bleibe. Auch das Bundesfamilienministerium unter Karin Prien (61, CDU) verweist darauf, dass der Koalitionsvertrag keine Änderung der geltenden Rechtslage vorsieht.
Landesverband fordert Spahns Rücktritt
Kritik kommt zudem von den Grünen. Sie fordern von Spahn eine offene Erklärung seines Vorgehens und sehen einen Widerspruch zwischen seiner politischen Haltung und seinem privaten Handeln. Dabei gehe es nicht um das Kind, sondern um die Frage der politischen Glaubwürdigkeit.
Noch weiter geht Daniel Peters, CDU-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern. Er fordert Spahns Rücktritt und argumentiert, dieser habe sich bewusst über deutsches Recht hinweggesetzt. Wer politisch gegen Leihmutterschaft eintrete, privat aber davon Gebrauch mache, beschädige die Glaubwürdigkeit der Partei, so Peters.
«Sollte von allen politischen Ämtern zurücktreten»
Auch bei der Bevölkerung kommt das Babyglück nicht nur gut an: Das Bild von Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke mit Kinderwagen sorgt in den sozialen Medien für heftige Reaktionen. Viele Kommentatoren werfen dem CDU-Politiker einen Widerspruch zwischen seiner privaten Entscheidung und der politischen Linie seiner Partei vor.
Ein Nutzer kritisiert: «Wenn Herrn Spahn sein privates Glück wichtiger ist als alles andere, wäre ein Rückzug ins Private doch konsequent, oder?» Andere gehen noch weiter und fordern offen Konsequenzen: «Jens Spahn sollte von allen politischen Ämtern zurücktreten.»
Besonders die Haltung der CDU zur Leihmutterschaft steht im Mittelpunkt der Kritik. Kommentatoren erinnern daran, dass die Partei das Verfahren ablehnt und Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist. Ein Nutzer fragt deshalb: «Gefährdet Leihmutterschaft nicht das Kindeswohl laut euren Auslassungen? Habt ihr hier willentlich ein Kind gefährdet?»