Darum gehts
- US-Präsident Trump droht Iran während Bürgenstock-Gesprächen in der Schweiz
- Trump: USA könnten Strasse von Hormus einnehmen und iranisches Öl beschlagnahmen
- Iran brach direkte Verhandlungen angeblich ab, Gespräche nur noch über Vermittler
Inmitten der Gespräche auf dem Bürgenstock liess US-Präsident Donald Trump (80) die Bombe platzen: Seine am vergangenen Sonntag in den sozialen Medien geäusserte Drohung veränderte die Dynamik der Unterredungen in der Schweiz. Wie das «Wall Street Journal» berichtet, wies der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf (64) daraufhin US-Vizepräsident J.D. Vance (41) zurecht.
Trump hatte aus der Ferne gefordert, der Iran solle die verbündete Terror-Miliz Hisbollah im Libanon stoppen. «Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen, genau wie vergangene Woche, nur noch härter!!!», hatte der Republikaner den Mullahs gedroht.
Ghalibaf geht verbal auf Vance los
Damit nicht genug, soll Trump nach eigenen Angaben den Iranern auch am Telefon gedroht haben. Sollte die Strasse von Hormus erneut geschlossen werden, «kehrt Ihr nicht einmal in Euer beschissenes Land zurück», so Trump. Die USA würden die Meerenge einnehmen, selbst Mautgebühren erheben und das iranische Öl beschlagnahmen.
Das «Wall Street Journal» schreibt nun, dass Teherans Chefunterhändler Ghalibaf sich der Drohung zunächst nicht bewusst gewesen sei, da er sein Handy ausserhalb des Verhandlungsraums liegengelassen hatte. Als ein Mitarbeiter Ghalibaf über Trumps wüste Drohungen informierte, ging dieser verbal auf US-Vize Vance los und erklärte, solche Drohungen verstiessen gegen den ersten Absatz der erst wenige Tage zuvor unterzeichneten Absichtserklärung. In dieser haben sich die beiden Konfliktparteien angeblich verpflichtet, einander weder anzugreifen noch zu bedrohen.
Trumps Drohungen belasten Verhandlungen in der Schweiz
Nach der hitzigen Auseinandersetzung soll das iranische Team die direkten Gespräche abgebrochen haben. «Ich sagte zu Vance: Ihr Präsident hat heute eine Drohung ausgesprochen. Machen Sie sich klar, dass wir niemals unter Drohungen oder Druck verhandeln werden», erklärte der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf am Dienstag im iranischen Fernsehen. «Die amerikanische Seite bat über die Vermittler um ein weiteres Treffen, was wir jedoch ablehnten.»
Bevor die Iraner den Raum verliessen, soll Vance noch versucht haben, die Wogen zu glätten. Trump habe gemeint, die USA würden reagieren, sollte Teheran gegen das Abkommen verstossen, so sein Erklärungsversuch. Später verteidigte er Trump und sagte, dieser habe lediglich auf die «unangemessenen Äusserungen» der Iraner reagiert.
Insider berichteten der US-Wirtschaftszeitung, dass Ghalibaf und sein Team, nachdem die iranische Delegation das Ende der Gespräche verkündet hatte, vom Gesprächskomplex in das Hotel gingen und die Gespräche nur noch indirekt durch pakistanische und katarische Vermittlung fortgesetzt wurden.