Hier suchen Helfer nach den vermissten Tauchern
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Tote auf den Malediven:Hier suchen Helfer nach den vermissten Tauchern

Herzzerreissender Liebesbrief vom Verlobten an tote Malediven-Taucherin
«Sie hat mir durch die schwersten Zeiten meines Lebens geholfen»

Bei einem Tauchunfall auf den Malediven verloren fünf Menschen aus Italien ihr Leben. Auch ein Rettungstaucher verstarb später. Unter den Opfern ist die 22-jährige Giorgia Sommacal. Ihr Verlobter hat nun in einem herzzerreissenden Liebesbrief Abschied genommen.
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Giorgia Sommacal (†22) verlor bei dem tragischen Tauch-Unfall auf den Malediven ihr Leben.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fünf italienische Taucher, darunter Giorgia Sommacal, sterben in Malediven-Höhle
  • Verlobter nimmt nun in Liebesbrief Abschied von Sommacal
  • Tödliche Risiken: Enge Passagen, schlechte Sicht, unzureichendes Equipment
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

«Lasst uns auf die Liebe zustreben. Wir lieben immer zu wenig, zu spät», schreibt Federico Colombo (24) in einem Liebesbrief an seine Verlobte Giorgia Sommacal (†22). Die junge Italienerin verlor bei dem tragischen Tauch-Unglück auf den Malediven neben vier weiteren Tauchern und Taucherinnen aus Italien ihr Leben. Die Gruppe wollte im Vaavu-Atoll in 50 bis 60 Metern Tiefe eine 260 Meter lange Unterwasserhöhle erkunden. Doch die fünf Taucher kehrten nie zurück. Bei einer anschliessenden Bergungsaktion verstarb zudem ein Rettungstaucher. 

Auch Sommacals Mutter, Monica Montefalcone (†51), verlor bei dem Tauchgang ihr Leben. Bei einer Trauerfeier am Samstag in Genua hat die Familie Abschied von den beiden Frauen genommen. Sommacals Verlobter, Federico Colombo, verlas dabei einen herzzerreissenden Liebesbrief, dessen Zeilen die Nachrichtenagentur Ansa zitiert. «Sie war eine Partnerin, meine Freundin, wie eine Schwester. Ich habe ihr alles anvertraut, sie hat mir durch die schwersten Zeiten meines Lebens geholfen», schreibt Colombo darin über seine Verlobte. Sie waren seit knapp drei Jahren zusammen.

«Ich werde euch für immer in meinem Herzen tragen»

«Der Verlust von Giorgia und Monica hat mich etwas gelehrt, was ich wahrscheinlich bis dahin nicht begreifen konnte: Man kann nichts im Leben als gegeben hinnehmen», heisst es weiter in dem Brief. Es sei daher wichtig, auch die kleinsten gemeinsamen Momente voll zu geniessen, sie würden zu kostbaren Erinnerungen, betonte der 24-Jährige. Giorgia Sommacal hätte von der Reise am 24. Mai zurückkehren sollen, dem Geburtstag ihres Verlobten. 

Am Ende wendet sich Colombo mit einer direkten Botschaft an seine Verlobte und ihre Mutter: «Giorgia und Monica sind unser Glück. Ich liebe euch und werde euch für immer in meinem Herzen tragen.»

Am Mittwoch konnten auch die letzten zwei Leichname aus der Höhle geborgen werden, darunter der Leichnam von Giorgia Sommacal. Nach der Bergung soll der Leichnam nach Italien überführt und obduziert werden. Auch der Körper der Forscherin Muriel Oddenino konnte am Mittwoch geborgen werden.

Engpässe, extreme Tiefe und schlechte Sicht

Der Eingang der Höhle, in der die Taucher verunglückten, befindet sich in einer Tiefe von 55 Metern. Für normale Taucherinnen und Taucher ist das extrem tief. Beim normalen Tauchen gilt auf den Malediven eine maximale Tiefe von 30 Metern. Für tiefere Tauchgänge braucht es weitere Kurse und Ausbildungen. Insbesondere fürs Höhlentauchen sind professionelle Schulungen essenziell, wie Tauchlehrer Beat Müller (73) bereits vergangene Woche erklärte.

Besonders gefährlich wird die 260 Meter lange Höhle durch Engpässe zwischen den drei Kammern. Wie breit diese sind, ist schwer zu sagen. Für im Höhlentauchen Ungeübte sind sie aber sicherlich sehr schmal. Durch den sandigen Boden in der Höhle dürften die Taucher bei Aufwirbelungen auch mit einer schlechten Sicht zu kämpfen gehabt haben, erklärte Tauchexperte Müller ebenfalls. Darüber hinaus soll die Gruppe nur mit simplem Equipment in die anspruchsvolle Höhle getaucht sein.

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