Geringe Kosten, hohe Schlagkraft
Das ist Putins neue Billigrakete S-71K «Kowjor»

Auf einer Luftfahrtschau Anfang September wurde eine neue Rakete im russischen Arsenal präsentiert. Die S-71K «Kowjor» setzt auf verringerte Kosten und weist dennoch eine enorme Schlagkraft auf. Die Billigrakete verdeutlicht einen Wandel in der Kriegsführung.
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Durch die abgeflachte Trapezform setzt die S-71K-Rakete auf eine Tarnkappengeometrie und reduziert Radarreflexionen.
Foto: Screenshot X

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue russische Billigrakete wurde Anfang September in Ägypten präsentiert
  • Rakete mit 300 km Reichweite und Tarnkappentechnologie
  • S-71K seit Ende 2025 gegen die Ukraine im Einsatz, laut Kiewer Geheimdienst
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 zeigt sich der Ukraine-Krieg immer wieder als Kampf der innovativsten Technologien. Modernste Drohnen, autonome Systeme oder künstliche Intelligenz eröffnen regelmässig neue Vorteile auf dem Schlachtfeld. Doch endlos lässt sich das Hightech-Niveau nicht halten. Mittlerweile haben beide Seiten herbe militärische Verluste verzeichnet. 

Auf der Luftfahrtschau El Alamein International Airshow in Ägypten wurde Anfang September Kreml-Chef Wladimir Putins (73) neue Billigrakete präsentiert. Laut ukrainischen Geheimdienstinformationen handelt es sich dabei um die S-71K-Rakete, wie das polnische Nachrichtenportal Strefa Obrony berichtet. Die Rakete wird vom russischen Flugzeughersteller United Aviation Corporation entwickelt. Der Grundsatz: weniger Hightech, dafür höhere Stückzahlen. 

Reichweite mit taktischem Sicherheitsabstand

Die S-71K-Rakete «Kowjor» («Teppich») verfügt über die herkömmliche 250 Kilogramm schwere Splitterbombe OFAB-250-270 als Gefechtskopf. Der Rumpf besteht aus glasfaserbasierten Verbundstoffen. Im Inneren besteht die Rakete aus Aluminiumteilen. Navigation und Steuerung laufen über simple Bordsysteme und grundlegende Sensoren. Durch die abgeflachte Trapezform setzt die S-71K-Rakete auf eine Tarnkappengeometrie und reduziert Radarreflexionen. 

Die Reichweite der Flugkörper wird auf rund 300 Kilometer geschätzt. Damit liegen für die Trägerflugzeuge sensible Ziele wie Munitionsdepots, Logistikzentren oder zentrale Infrastruktur in angreifbarer Reichweite, ohne selbst in Kurz- oder Mittelstrecken-Luftabwehrzonen zu geraten, berichtet das Portal Defence Security Asia. Angetrieben wird die «Kowjor» über ein R500-Strahltriebwerk. Zudem soll die Waffe über einen Haupttank und zwei zusätzliche Kraftstoffbehälter verfügen.

Kostengünstig und leistungsstark

Der ukrainische Verteidigungsexperte Andrij Charuk erklärte gegenüber Strefa Obrony, dass sich in diesem Ansatz ein umfassender Wandel widerspiegele, auf einfachere und kostengünstigere Marschflugkörper zu setzen. Denn die modernen Kriege verschlingen mittlerweile enorme Mengen an Waffen. Die «Kowjor» findet dabei das Mittelmass – sie ist kostengünstiger als klassische Raketen, aber leistungsstärker als herkömmliche Einwegdrohnen. 

Ende 2025 seien die S-71-Raketen nach Geheimdienstangaben aus Kiew bereits gegen die Ukraine eingesetzt worden. Ursprünglich für den Einsatz mit dem russischen Flaggschiff-Kampfflugzeug Su-57 konzipiert, dürften die Billigdrohnen mit neuen Anpassungen jedoch auch in weiteren Jets oder Tarnkappendrohnen eingesetzt werden.

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