Frankreich feiert neuen Helden
Bürgermeister rettet sein Dorf vor den tödlichen Flammen

Als Flammen die Gemeinde Lacanau bedrohten, handelte Bürgermeister Laurent Peyrondet pragmatisch. Ohne Genehmigungen organisierte er Bulldozer und Helfer, um Brandschneisen zu schaffen und seine Stadt vor dem Inferno zu bewahren. Jetzt wird er als Held gefeiert.
Kommentieren
1/6
Rund um Lacanau an der französischen Atlantikküste wüteten verheerende Waldbrände.
Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Laurent Peyrondet, Bürgermeister von Lacanau, rettet Stadt vor Waldbrandangriff
  • Er organisierte spontan Brandschneisen, trotz fehlender Genehmigungen für Arbeiten
  • Über 200'000 Menschen wurden zuvor in der Region Bordeaux evakuiert
Patrik_Berger_Redaktor Wirtschaft Desk_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Frankreich feiert einen neuen Helden: Laurent Peyrondet (63) ist Bürgermeister der Gemeinde Lacanau an der Atlantikküste. Das 6000-Einwohner-Städtchen liegt vor den Toren von Bordeaux. Also in der Region, in der die verheerenden Waldbrände am stärksten gewütet haben. Zeitweise waren über 200'000 Menschen evakuiert. Als sich die Flammen Lacanau näherten, behielt er einen kühlen Kopf. Statt den Dienstweg zu gehen, handelte Peyrondet – und rettete damit seine Stadt.

Der gefährlichste Angriffsweg des Feuers führte durch den dichten Pinienwald südlich von Lacanau. Die Gefahr war gross: Hätte der Wind gedreht, wäre das Inferno direkt auf den Ferienort zugerast. Peyrondet trommelte deshalb kurzerhand Waldbesitzer, Bauunternehmer, Landwirte und Freiwillige zusammen, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Innerhalb weniger Stunden heckte er einen Notfallplan aus.

Bäume gefällt, Schneise verbreitert

Noch in derselben Nacht rückten Bulldozer an. Zwischen Atlantik und dem Lac de Lacanau wurden Bäume gefällt und eine bestehende Brandschneise massiv verbreitert und verlängert. Auch auf der Ostseite des Sees entstand eine neue Schutzlinie. Ziel war es, den Flammen den Weg abzuschneiden – und der Feuerwehr so wertvolle Zeit im Kampf gegen die Flammen zu verschaffen.

Eigentlich wären für solche Arbeiten offizielle Genehmigungen nötig gewesen. Doch sowas dauert in Frankreich ewig! Der Bürgermeister setzte deshalb auf Pragmatismus statt Papierkrieg. Statt Dokumente und Bewilligungen zirkulieren zu lassen, telefonierte er direkt mit den Verantwortlichen – und machte das Rathaus zum improvisierten Krisenzentrum. Ingenieure, Forstunternehmer und Helfer gingen dort ein und aus.

Freiwillige helfen mit Pick-ups

Unterstützt wurde die Feuerwehr zudem von freiwilligen Helfern, den sogenannten «Chicanos». Mit Pick-ups und Wassertanks bekämpften sie Glutnester und kleinere Brandherde, bevor sie sich ausbreiten konnten. Der Einsatz zeigte Wirkung. Die neu geschaffene Brandschneise half entscheidend dabei, das Feuer zu bremsen. 

Peyrondet ist seit 2014 im Amt. Es ist nicht sein erster Kampf gegen die Naturgewalten. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Küstenerosion und den Folgen des Klimawandels im Ort an der Atlantikküste.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen