Darum gehts
- Waldbrände in Südwestfrankreich erzeugen Feuerwolken, erstmals in Frankreich sichtbar
- Feuerwolken verstärken die Brände durch Blitze und starken Wind
- 34 Schweizer Feuerwehrleute mit 11 Fahrzeugen unterstützen den Einsatz
Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs wüten gerade so extrem, dass sie ihr eigenes Wetter erzeugt haben. Sogenannte «Pyrocumulonimbus», oder Feuerwolken, wurden von einem Satelliten der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA über der betroffenen Region fotografiert. Diese Wolken entstehen durch besonders heftige Flächenbrände und können die Flammen unter ihnen beschleunigen.
Der verheerende Waldbrand in der Region Gironde zwang bereits über 220'000 Menschen zur Evakuation. Frankreich hat den Katastrophenschutzmechanismus der EU aktiviert. Die Flammen gefährden auch die Grossstadt Bordeaux, die sich nur etwa 15 Kilometer vom Waldbrand entfernt befindet. Am Montag gilt das Feuer laut dem französischen Innenminister als «stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle».
«Das ist ein Phänomen, das wir in Frankreich noch nie gesehen haben», erklärte Mark Vermeulen, Chef der Feuerwehr und des Rettungsdienstes der betroffenen Region, am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Normalerweise kennt man die Feuerwolken laut dem «Guardian» eher aus Regionen wie Australien oder Kalifornien.
Feuerwolken verschlimmern Waldbrände
Die Waldbrände in Frankreich erzeugen einen Hitzeschub in der darüber liegenden Luft, wodurch diese leichter wird und rasch in die kühlere Atmosphäre aufsteigen kann. Bei diesem Aufstieg kühlt die Luft ab und kann zu grossen Gewitterwolken kondensieren, die ihr eigenes Wetter erzeugen können. Regen, Wind und sogar Blitze sind laut CNN möglich.
Das verschärft die Brandgefahr in der betroffenen Region natürlich zusätzlich. Durch Blitzeinschläge im trockenen Gebiet können etwa neue Feuer entstehen. Durch starken Wind können sie die darunter liegenden Waldbrände ausserdem noch beschleunigen.
Diese Kombination führt zu unvorhersehbaren Brandmustern und deutlich erschwerten Bedingungen für die Feuerwehrleute. Mittlerweile werden die lokalen Rettungskräfte unter anderem von 34 Feuerwehrleuten aus der Schweiz unterstützt. Im Einsatz stünden dabei elf Fahrzeuge, darunter drei grosse Pumpen und ein Schaumlöschfahrzeug mit hoher Kapazität.