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Protestwelle rollt über Europa
Wo und warum die Jugend auf die Strasse geht

In mehreren europäischen Ländern eskalieren Jugendproteste gegen Schulmissstände, hohe Lebenshaltungskosten und Korruption. Wo brennt es aktuell? Eine Übersicht.
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In Frankreich verhängt Premier Sebastien Lecornu lokale Ausgangssperren.
Foto: Dukas

Darum gehts

  • In Frankreich eskalieren Schülerproteste; 1000 Polizisten werden verletzt
  • Auch in Spanien, Belgien, Albanien und Italien kommt es zu Ausschreitungen
  • Die Proteste starten meist aus Schülerbewegungen und Demonstrationen gegen soziale Ungleichheiten
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Die Ausschreitungen in Frankreich nehmen immer verheerendere Ausmasse an. Was als Schüler- und Studentendemo begann, entwickelte sich rasant zu gewalttätigen Krawallen. Das Ziel der Proteste wird immer unklarer, während sich vermehrt gewaltbereite Gruppierungen unter die Demonstranten mischen.

Doch nicht nur Frankreich ist betroffen. In weiteren europäischen Ländern eskaliert die Lage. Blick zeigt dir, wo es aktuell brennt und was die Eskalation vorantreibt.

1.

Frankreich: Vom Protest zur Gewalt

In Frankreich brachten massiver Unterrichtsausfall, fehlende Vertretungskräfte und desolate Zustände an den Schulen die Jugend auf die Barrikaden. Der Protest weitete sich blitzschnell aus. Getrieben von enorm gestiegenen Benzin- und Energiepreisen, schlossen sich wütende Beschäftigte sowie die Bewegung der Gelbwesten an. In Städten wie Paris, Marseille und Lyon brennen seither Barrikaden, vermummte Chaoten plündern Geschäfte und zerstören grossflächig Infrastruktur. Insgesamt wurden bereits 1000 Polizisten verletzt. Es erfolgten knapp 2400 Festnahmen.

2.

Belgien: Krawalle nach Schulkürzungen

Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich in Belgien, wo drastische Kürzungen im Bildungswesen und mehr Arbeitsstunden für Lehrpersonen der Funke im Pulverfass waren. Angestachelt von der Situation im Nachbarland, verlagerten sich Schülerproteste von Lüttich nach Brüssel. Dort schlugen sie rasch in Ausschreitungen, Strassenkämpfe und Brandstiftungen um, an denen Schüler, Studenten und gewaltbereite Randalierer gleichermassen beteiligt sind.

3.

Italien: Wut auf Schulen und Lebenskosten

Prekäre Zustände an einigen Schulen und steigende Lebenshaltungskosten treiben in Italien die Massen auf die Strassen.

Auch hier zeigt sich ein Bild der Gewalt: Angriffe auf öffentliche Gebäude und Plündereien von Geschäften. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) verurteilt die Gewalt: «Demonstrieren ist ein Recht, Städte in Brand zu setzen nicht.» Am Montag hielt sie eine Sondersitzung zur öffentlichen Ordnung ab.

4.

Spanien: Wohnungsnot treibt Jugend auf die Strasse

In Spanien wiederum entzündete sich der Unmut an der drückenden Wohnungsnot, Rekordmieten und fehlenden Zukunftsperspektiven.

Aus Blockaden vor den Universitäten entstanden Besetzungen öffentlicher Plätze und Protestcamps in Grossstädten, getragen von jungen Erwachsenen, Studenten und lokalen Nachbarschaftsinitiativen.

5.

Albanien: Ansturm auf Ministerien

In Tirana schlugen Massenproteste gegen steigende Bildungskosten und Korruption in Gewalt um. Wütende Studenten bewarfen den Amtssitz von Ministerpräsident Edi Rama (62) mit Steinen und steckten Bäume auf dem Areal in Brand. Demonstranten drangen in das Bildungs- und Wirtschaftsministerium ein, legten Feuer und zerstörten Mobiliar. Zudem brannten Mülltonnen sowie eine Bankfiliale, und Randalierer versuchten, die Tür des Parlamentspräsidiums mit einem Verkehrsschild aufzubrechen.

6.

Die Jugend im Mittelpunkt

Die Demonstranten sind jung. Fast alle Bewegungen entsprangen Schüler- und Studenteninitiativen. Doch mit der Zeit verlieren die Proteste ihr klares Ziel. Die gemeinsame Klammer aller Beteiligten: Frust und Unzufriedenheit mit der eigenen Regierung.

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