Darum gehts
- Daniel Siad tot in Colombes bei Paris entdeckt, Autopsie angeordnet
- Über 2000 Nennungen zu Siad in US-Justizakten wegen Epstein-Verbindung
- Seit Februar 2026 24 Frauen gemeldet, 16 bereits von Behörden befragt
Ein wichtiger Mann im Netzwerk von Jeffrey Epstein ist tot. Der französische Model-Agent Daniel Siad (†69) wurde am Montag leblos in seinem Haus in Colombes bei Paris entdeckt. Das berichtet der US-Sender CNN. Die Todesursache ist unklar, eine Autopsie ist angeordnet.
Siad stand im Visier der Justiz. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelte seit Februar 2026 wegen Menschenhandels gegen ihn. Bisher hatten sich 24 Frauen gemeldet, 16 davon wurden bereits befragt. Trotz spezieller Methoden wie Telefonüberwachungen reichten die Beweise aber nicht für eine sofortige Verhaftung aus.
Über 2000 Nennungen in den Akten
Der Vorwurf wiegt schwer: Siad soll dem Sexualstraftäter Epstein über Jahre hinweg Fotos von jungen Frauen geschickt haben – teils in anzüglichen Posen. Akten des US-Justizministeriums listen Siads Namen über 2000 Mal auf. Epstein soll ihm dafür Zehntausende Dollar bezahlt haben.
Eine der Frauen ist die gebürtige Russin Swetlana Poschidajewa. Gegenüber CNN sagte sie, dass Epstein sie missbraucht habe. Siads Tod ändere alles: «Ohne ihn wäre mein Leben völlig anders verlaufen.» Nun könne der Agent nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.
Vorwürfe der Vergewaltigung
Daniel Siad hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er erklärte noch im Juni, er habe Epstein vertraut, weil dieser beteuert habe, für seine Taten gebüsst zu haben. Siads Anwältin Ménya Arab-Tigrine betonte nach dem Todesfall: «Wir müssen die Ergebnisse der Autopsie abwarten, um zu bestätigen, ob sein Körper einfach versagt hat.»
Neben dem Fall Epstein sah sich Siad mit weiteren Vorwürfen konfrontiert. Ein Model beschuldigte ihn, sie in den 1990er-Jahren in Frankreich vergewaltigt zu haben. Die Ermittlungen zu Epsteins Verbindungen in die Modebranche laufen trotz Siads Tod weiter.