Darum gehts
- Belgier (43) belästigte Crew und wollte ins Cockpit von Swiss-Flug LX19
- US-Gericht verurteilt ihn zu 10 Monaten Haft und 1 Jahr Bewährung
- Richter ordnet 73'000 USD Entschädigung, Flugabbruch nach Newark am 31.3.2024
Ein belgischer Staatsbürger (43) ist in den USA rechtskräftig verurteilt worden, nachdem er an Bord eines Fluges eine Flugbegleiterin sexuell belästigt, der Crew mit dem Tod gedroht und versucht hatte, ins Cockpit einzudringen. Das Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat New Jersey sprach Jan D.* am Montag schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Zusätzlich wurde eine einjährige Bewährungszeit angeordnet sowie eine Entschädigungszahlung von mehr als 73'000 US-Dollar (rund 58'000 Franken).
Der Vorfall ereignete sich am 31. März 2024 kurz nach dem Start des Swiss-Flugs LX19 von Newark nach Zürich. Laut Anklage verliess der Passagier seinen Sitz in der Business Class, belästigte eine Flugbegleiterin sexuell und griff sie körperlich an, indem er sie an der Brust packte, schüttelte und anschrie. Zudem soll er Todesdrohungen gegen die Crew ausgesprochen haben.
Crew überwältigte den Passagier
Anschliessend eskalierte die Situation weiter: Der Mann trat gegen die Cockpittür des Airbus A330 und versuchte, sich gewaltsam Zugang zum Cockpit zu verschaffen. Als ein Flugbegleiter eingriff, wurde auch dieser attackiert und im Bereich von Kopf und Oberkörper verletzt. Die Crew konnte den Passagier schliesslich überwältigen und bis zur Landung fixieren. Der Kapitän entschied daraufhin, den Flug abzubrechen und nach Newark zurückzukehren.
Nach der Landung wurde D. von US-Behörden festgenommen. Im späteren Verfahren bekannte er sich schuldig. Die Anklage umfasste unter anderem Körperverletzung, sexuelle Belästigung und Angriffe auf Flugpersonal. Ein Crew-Mitglied musste medizinisch behandelt werden.
Da sich der Angeklagte im Verfahren zunächst nicht zur Sache äusserte, wurde das Urteil erst am 1. Juni verkündet. Das Strafmass umfasst neben der Freiheitsstrafe auch eine finanzielle Wiedergutmachung zugunsten der betroffenen Crew. Staatsanwaltschaft und FBI betonten die erhebliche Gefährdung der Flugsicherheit. Behördenvertreter hoben hervor, dass Gewalt gegen Crew-Mitglieder sowie Angriffe auf Cockpits konsequent strafrechtlich verfolgt werden.
* Name bekannt