Darum gehts
- Swiss-Flug LX155 kehrte wegen elektrischer Störung nach Mumbai zurück
- Flugzeug verlor durch Kreisen 20 Tonnen Gewicht vor Landung
- 231 Passagiere betroffen, Umbuchungen für meisten am gleichen Tag
Auf einem Swiss-Langstreckenflug von Mumbai nach Zürich ist es in der Nacht zu einer technischen Störung gekommen. Die Maschine musste nach mehreren Stunden in der Luft umkehren und zurück nach Indien fliegen. Hunderte Passagiere waren betroffen. Der Flug LX155 sollte um 00.40 Uhr in Mumbai starten und nach Zürich fliegen. Kurz nach dem Start bemerkten Passagiere jedoch ungewöhnliche Vorkommnisse an Bord.
«Nach etwa 15 Minuten hörte man ein seltsames Geräusch», berichtet Robert M.*, der selbst an Bord war. Kurz darauf habe sich die Kabine plötzlich stark erhellt. «Es war auf einmal taghell – normalerweise ist es beim Start dunkel.» Wenig später sei es zu weiteren Problemen gekommen. «Dann fiel die ganze Elektrik aus», so der Passagier.
Crew versuchte Situation zu beruhigen
Die Crew habe die Fluggäste beruhigt und mitgeteilt, man arbeite an einer Lösung. «Die Passagiere blieben ruhig, Panik brach keine aus», beschreibt M. die Situation an Bord. Drei Stunden lang sei die Maschine danach in der Luft geblieben, bevor die Entscheidung zur Rückkehr nach Mumbai gefallen sei. «Bist du schon mal drei Stunden mit grellem Licht im Gesicht geflogen? Die Leute waren komplett fertig», schildert der Vielflieger weiter.
Da die Maschine vor der Landung Gewicht verlieren musste, kreiste sie über längere Zeit in der Luft, bevor sie wieder in Mumbai landete.
Swiss bestätigt elektrische Störung
Swiss bestätigte auf Anfrage von Blick den Vorfall und sprach von einer technischen Störung im elektrischen System an Bord. Diese habe unter anderem Beleuchtung, Sitze, Toiletten und das Bordunterhaltungssystem betroffen. Ein Reset des Systems habe keinen Erfolg gebracht, schreibt die Mediensprecherin Nicole Meier in einer Mitteilung.
Weiter teilte die Airline mit, dass die Maschine vor der Landung Kerosin verbrennen musste, da eine Landung mit dem ursprünglichen Gewicht das maximal zulässige Landegewicht überschritten hätte. Der Airbus A330 verfüge über kein System zum Ablassen von Treibstoff.
Durch das Kreisen habe das Flugzeug rund 20 Tonnen Gewicht verloren. Die Sicherheit von Passagieren und Crew habe jederzeit oberste Priorität gehabt. An Bord befanden sich 231 Passagiere.
Umbuchungen für die meisten Passagiere
Die meisten Passagiere konnten laut Swiss noch am gleichen Tag oder in der folgenden Nacht auf alternative Verbindungen umgebucht werden. Für rund 20 Gäste mit komplexeren Buchungen seien individuelle Lösungen gesucht worden. Es seien keine weiteren Flüge aufgrund des Vorfalls annulliert worden.
Für viele Reisende bedeutete der Zwischenfall dennoch eine lange Reiseunterbrechung. Laut dem Leserreporter wurden zahlreiche Reisende über Drehkreuze im Mittleren Osten umgebucht. Er selbst sitzt inzwischen in einer Maschine Richtung Abu Dhabi. «Manche haben viel Geld für ihre Tickets ausgegeben und müssen nun deutlich später nach Hause reisen», sagt er. «So viel zum Thema Swissness.»
* Name geändert