Darum gehts
- Russlands Zentralbankchefin Nabiullina seit über einer Woche nicht öffentlich gesehen
- Kreml spricht von Krankheit, nennt aber keine Details oder Rückkehrdatum
- Nabiullina in dritter Amtszeit, Rücktrittsspekulationen laut oppositionellen Berichten
Wird ihr die schlechte Wirtschaftslage zum Verhängnis – oder steckt etwas anderes dahinter? Die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina (62) ist seit über einer Woche nicht mehr öffentlich aufgetreten. Das berichtet das unabhängige russischsprachige Nachrichtenportal «Meduza» am Donnerstag.
Schon vor einer Woche fehlte sie bei dem als «Putin-Davos» bekannten Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Ihr Name verschwand still und heimlich von der Rednerliste.
Kremlsprecher Peskow äussert sich
Am 10. Juni blieb sie zudem einem Termin mit Kremlchef Wladimir Putin (73) fern, bei dem es um die Inflation und den Leitzins gehen sollte. Kernthemen der Zentralbank, die Nabiullina leitet.
Zentralbank und Kreml gaben offiziell bekannt, dass Naibullina krank sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) deutete am Mittwoch an, dass es Nabiullina weiterhin nicht gut gehe. «Manchmal wird man krank – das ist nichts Ungewöhnliches. Das sollte kein Anlass für Verschwörungstheorien sein», so Putins Sprachrohr.
Tritt Nabiullina bald zurück?
Aber: Es wurden keine Angaben zur Art ihrer Erkrankung gemacht. Zudem wurde kein Datum für eine Rückkehr an ihren Arbeitsplatz genannt. Der nächste öffentliche Auftritt steht laut «Meduza» erst Anfang Juli an.
Nabiullinas Verschwinden hat Berichten von oppositionellen Medien nach Spekulationen über einen möglichen baldigen Rücktritt ausgelöst. Sie ist derzeit in ihrer dritten Amtszeit als Zentralbankchefin, eine vierte Amtszeit ist ihr laut russischem Gesetz nicht möglich.